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Sozialraumorientierung

Sozialraumorientierte Soziale Arbeit setzt im Lebensraum der Menschen an, 
um die Lebensbedingungen und Verhältnisse 
unter Einbezug des Willens und der Interessen der Menschen zu gestalten.

 (Bestmann 2013)

Kinder und Jugendliche sollen im Ortenaukreis gut aufwachsen. Deshalb entwickeln wir die Kinder- und Jugendhilfe konsequent weiter und richten unsere Angebote an den Bedürfnissen der Menschen, ihren Besonderheiten und ihrem Lebensumfeld aus.

Unser Ziel ist es, Familien frühzeitig und passgenau zu unterstützen – bevor aus kleinen Herausforderungen große Probleme werden. Dabei orientieren wir uns am Fachkonzept der Sozialraumorientierung. Unterstützung soll möglichst dort ansetzen, wo Kinder, Jugendliche und Familien leben, lernen und ihre Freizeit verbringen.

Gemeinsam mit Städten und Gemeinden, freien Trägern, Schulen, Kindertageseinrichtungen, Vereinen und vielen weiteren Partnern gestalten wir eine Kinder- und Jugendhilfe, die präventiv, wohnortnah und bedarfsgerecht arbeitet.


Warum entwickeln wir die Kinder und Jugendhilfe weiter?

Kinder, Jugendliche und Familien stehen heute vor vielfältigen Herausforderungen. Dazu gehören unter anderem der Fachkräftemangel, sich verändernde Familienstrukturen und der demografische Wandel. Diese Entwicklungen wirken sich auch auf die Kinder- und Jugendhilfe aus.

Gleichzeitig unterscheiden sich die Lebensbedingungen innerhalb des Ortenaukreises. Familien benötigen daher wohnortnahe und passgenaue Unterstützungsangebote, die sich an den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort orientieren.

Mit der sozialraumorientierten Jugendhilfe möchten wir diesen Herausforderungen begegnen. Unser Ziel ist es Familien möglichst frühzeitig zu unterstützen und gemeinsam mit ihnen tragfähige Lösungen zu entwickeln. So können Schwierigkeiten häufig bereits bewältigt werden, bevor umfangreiche Hilfen erforderlich werden. 

Warum setzen wir auf Sozialraumorientierung?

Jede Familie ist anders. Deshalb gibt es keine Unterstützung, die für alle gleichermaßen passt.

Die Sozialraumorientierung richtet den Blick auf die Stärken der Menschen, ihre Ziele und ihr Lebensumfeld. Sie verbindet professionelle Unterstützung mit den Möglichkeiten, die bereits vor Ort vorhanden sind.

So entstehen passgenaue Hilfen, die gemeinsam mit den Familien entwickelt werden und sich an ihrem Alltag orientieren.

Was bedeutet Sozialraumorientierung?

Sozialraumorientierung ist ein Fachkonzept der Kinder und Jugendhilfe. Sozialraumorientierung bedeutet, nicht nur auf die Probleme der Menschen zu schauen, sondern auf ihre Stärken, ihre Ziele und ihr Lebensumfeld. Kinder, Jugendliche und Familien werden mit ihren individuellen Lebenssituationen in den Mittelpunkt gestellt.

Unser Ziel ist es, frühzeitig passende Unterstützung anzubieten, die Familien stärkt und ihnen hilft, ihren Alltag möglichst selbstständig zu gestalten.

Was bedeutet das für die Familien?

  • Sie werden an Entscheidungen beteiligt.
  • Ihre Ziele sind die Grundlage der Unterstützung und stehen im Mittelpunkt.
  • Unterstützung orientiert sich an ihrer individuellen Lebenssituation
  • Angebote sind möglichst wohnortnah und gut erreichbar.
  • Vorhandene Stärken und Netzwerke werden einbezogen.
  • Verschiedene Einrichtungen arbeiten zusammen.

Fachliche Grundlagen der Sozialraumorientierung

Die sozialraumorientierte Kinder- und Jugendhilfe im Ortenaukreis orientiert sich am Fachkonzept der Sozialraumorientierung nach Prof. Dr. Wolfgang Hinte. Es bildet die fachliche Grundlage für die Zusammenarbeit mit jungen Menschen und Familien sowie für die Weiterentwicklung der Angebote im Sozialraum.

Das Fachkonzept beruht auf fünf grundlegenden Prinzipien.

Orientierung am Willen

Ausgangspunkt jeder Unterstützung sind die Ziele und die innere Motivation der jungen Menschen und ihrer Familien.

Unterstützung von Eigeninitiative und Selbsthilfe

Hierbei geht es um die Ermutigung, sich aktiv am Hilfeprozess zu beteiligen und Gelegenheiten hierfür zu schaffen. Unterstützung soll Menschen befähigen, ihre Lebenssituation möglichst eigenständig zu gestalten.

Ressourcen nutzen

Vorhandene Stärken, Beziehungen und Möglichkeiten der Familien sowie des Sozialraums werden bewusst einbezogen.

Sozialräume gestalten

Kinder- und Jugendhilfe entwickelt gemeinsam mit ihren Partnern Angebote, die den gesamten Sozialraum stärken.

Verantwortung gemeinsam übernehmen

Jugendamt, freie Träger und weitere Partner arbeiten verbindlich zusammen und entwickeln Unterstützungsangebote gemeinsam weiter.

Unser Verständnis von Sozialraumorientierung

Wir verstehen Sozialraumorientierung als einen gemeinsamen Entwicklungsprozess. Öffentlicher und freie Träger, Städte und Gemeinden sowie weitere Kooperationspartner gestalten die Kinder- und Jugendhilfe gemeinsam weiter.

Im Mittelpunkt stehen junge Menschen und ihre Familien mit ihren individuellen Lebenssituationen, ihren Stärken und ihren Zielen.

Ausgangspunkt jeglicher Arbeit sind der Wille (innere Motivation) und die Ressourcen der jungen Menschen und ihrer Familien sowie des Sozialraums. Unser Anspruch ist es, professionelle Unterstützung mit den Ressourcen des Sozialraums zu verbinden und die Kinder- und Jugendhilfe kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Unsere Leitlinien

Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen Kinder, Jugendliche und Familien mit ihren individuellen Stärken, Bedürfnissen und Lebenssituationen

  • Partizipation - Kinder, Jugendliche und Familien werden an Prozessen und Entscheidungen beteiligt.
  • Ressourcen- und Lebensweltorientierung - Wir richten unsere Arbeit an den individuellen Ressourcen und Potenzialen von jungen Menschen, Familien und ihrem Sozialraum aus.
  •  Eigeninitiative fördern- Wir fördern Eigeninitiative und Selbsthilfekräfte. Unser Ziel ist, junge Menschen und Familien so zu begleiten, dass sie möglichst unabhängig von Hilfesystemen leben können.
  • Verantwortungsgemeinschaft - Öffentlicher und freie Träger verstehen sich als gleichwertige Partner in einer Verantwortungsgemeinschaft.
  • Wohnortnahe Unterstützung - Angebote sollen leicht erreichbar und alltagsnah sein.
  • Kooperation und Vernetzung – Einrichtungen und Institutionen arbeiten eng zusammen
  • Qualität und Wirkung - Wir entwickeln unsere Arbeit kontinuierlich weiter und überprüfen ihre Wirksamkeit.

Sozialraumorientierung im Ortenaukreis


Schrittweise Umsetzung in Modellregionen

Sozialraumorientierung

Die sozialraumorientierte Kinder- und Jugendhilfe wird im Ortenaukreis schrittweise weiterentwickelt. Dazu wurden zunächst drei Modellregionen eingerichtet, in denen neue Formen der Zusammenarbeit erprobt und gemeinsam weiterentwickelt werden.

In den Modellregionen arbeiten das Jugendamt und seine Kooperationspartner eng zusammen, um Kinder, Jugendliche und Familien bestmöglich zu unterstützen. Ziel ist es, passgenaue, flexible und wohnortnahe Hilfen anzubieten, die sich an den individuellen Bedürfnissen der Menschen orientieren.





Stadt Ettenheim

In der Modellregion Stadt Ettenheim liegt der Schwerpunkt auf der sozialräumlichen Vernetzung sowie der Entwicklung präventiver Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien.

Mehr zur Modellregion Stadt Ettenheim


Kinzigtal

Im Kinzigtal wird die sozialraumorientierte Zusammenarbeit gemeinsam mit einem Sozialraumträger umgesetzt. Fallspezifische Hilfen werden mit fallübergreifenden und präventiven Angeboten im Sozialraum verbunden.

Mehr zur Modellregion Kinzigtal


Renchtal

Auch im Renchtal arbeiten Jugendamt und Sozialraumträger eng zusammen, um flexible und bedarfsgerechte Unterstützungsangebote im Lebensumfeld der Familien zu entwickeln.

Mehr zur Modellregion Renchtal

Unsere Ziele

Für Kinder, Jugendliche und Familien

  • Familien frühzeitig unterstützen
  • Selbstständigkeit stärken
  • wohnortnahe und passgenaue Angebote bereitstellen

Für die Sozialräume

  • präventive Angebote weiterentwickeln
  • vorhandene Ressourcen besser nutzen
  • Netzwerke stärken

Für die Zusammenarbeit

  • Verantwortung gemeinsam übernehmen
  • Angebote besser miteinander abstimmen
  • flexible Unterstützungsformen entwickeln

Für die Weiterentwicklung

  • Qualität sichern
  • Wirkung regelmäßig überprüfen
  • die Kinder- und Jugendhilfe kontinuierlich weiterentwickeln 

Umsetzung und Weiterentwicklung

Die sozialraumorientierte Kinder- und Jugendhilfe lebt von einer engen Zusammenarbeit aller Beteiligten. Deshalb arbeiten Jugendamt, Städte und Gemeinden, freie Träger sowie zahlreiche weitere Einrichtungen regelmäßig zusammen.

In regionalen Netzwerken werden Erfahrungen ausgetauscht, Bedarfe erkannt und neue Angebote entwickelt. Die Erkenntnisse aus den Modellregionen fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe im Ortenaukreis ein.

Ziel ist es, die Zusammenarbeit zu stärken sowie präventive Angebote zu entwickeln und vorhandene Ressourcen besser zu nutzen.

Mittelfristig soll die Umsetzung der Sozialraumstrategie in der Kinder- und Jugendhilfe im Ortenaukreis flächendeckend stattfinden und im gesamten Ortenaukreis eine sozialraumorientierte und präventive Jugendhilfeinfrastruktur vorgehalten werden.

Häufige Fragen (FAQ)

Was bedeutet Sozialraum?
Ein Sozialraum ist das Lebensumfeld von Menschen – beispielsweise ihr Wohnort, ihr Stadtteil oder ihre Gemeinde. Dazu gehören auch Orte wie Schulen, Kindertageseinrichtungen, Vereine oder Treffpunkte im Alltag.

Was bedeutet Sozialraumorientierung?
Sozialraumorientierung ist ein Fachkonzept der Kinder- und Jugendhilfe. Es richtet Unterstützung an den Zielen, Stärken und Lebensbedingungen der Menschen aus und bezieht die Möglichkeiten vor Ort bewusst ein.

Wer kann Unterstützung erhalten?
Die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe richten sich an Kinder, Jugendliche, junge Volljährige sowie deren Familien. Darüber hinaus gibt es präventive Angebote, die allen Familien im Sozialraum offenstehen.

Welche Rolle spielen die freien Träger?
Freie Träger sind wichtige Partner der Kinder- und Jugendhilfe. Gemeinsam mit dem Jugendamt entwickeln und gestalten sie Unterstützungsangebote und tragen Verantwortung für deren Umsetzung.

Warum gibt es Modellregionen?
In den Modellregionen werden neue Formen der Zusammenarbeit erprobt und weiterentwickelt. Die gewonnenen Erfahrungen fließen schrittweise in die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe im gesamten Ortenaukreis ein.

   

Hier gelangen Sie zum internen Bereich der Modellregionen