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Radverkehr im Ortenaukreis nimmt weiter Fahrt auf

Radverkehrskoordinatorin informierte Städte und Gemeinden zum Status quo und zu Entwicklungspotenzialen im Radwegebau

Für den Ortenaukreis ist der Radverkehr ein zentraler Baustein für eine zukunftsfähige und umweltfreundliche Mobilität. Um den Radverkehr weiter voranzubringen, hat der Kreis im vergangenen Jahr mit Mitteln des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg die Stelle einer Radverkehrskoordinatorin geschaffen. Bei einem Treffen, zu dem Radverkehrskoordinatorin Luise Markert vom Straßenbauamt die Städte und Gemeinden des Ortenaukreises vergangene Woche eingeladen hatte, gab sie gemeinsam mit weiteren Experten Einblicke in bestehende Angebote, Chancen und Herausforderungen, zeigte Verbesserungspotenziale und Förderangebote auf.

„Klimaschutz wird im Ortenaukreis schon lange großgeschrieben“, so Nikolas Stoermer, Erster Landesbeamter des Ortenaukreises bei der Begrüßung der Teilnehmenden. „Mit dem Radwegebauprogramm von 2007 hat sich der Ortenaukreis das ehrgeizige Ziel gesteckt, jedes Jahr sechs Kilometer Radwege entlang von Kreisstraßen neu zu bauen. Diesen Wert haben wir in den letzten zehn Jahren mit einem Durchschnitt von 6,7 Kilometern pro Jahr sogar übertroffen.“ Aktuell gebe es an rund 83 Prozent aller geeigneten Kreisstraßen Radwege, weitere Projekte seien in Planung.

Wie Radverkehrskoordinatorin Luise Markert in ihrer Präsentation verdeutlichte, steht sie als zentrale Ansprechpartnerin aller am Radewegeneubau und -ausbau im Kreis beteiligten Akteure zur Verfügung. So bündelt und koordiniert sie die Planungen, den Bau neuer und die Verknüpfung bestehender Radwege, die vom Kreis selbst, den Städten und Gemeinden oder dem Regierungspräsidium Freiburg in Kooperation mit weiteren Partnern umgesetzt werden, und informiert zu Fördermöglichkeiten durch das Land. Eine zentrale Aufgabe ist der Ausbau des RadNETZ BW im Ortenaukreis. Das RadNETZ des Landes verknüpft alle Mittel- und Oberzentren mit direkten und komfortablen Routen und umfasst mit den Landesfernradwegen Baden-Württembergs auch wichtige touristische Verbindungen. Gemeinsam mit dem Radverkehrsbeauftragten beim Regierungspräsidium Freiburg Vincent Keller, informierte Markert auch zum RadVIS BW, dem Radverkehrsinfrastruktursystem des Landes, in dem alle landesweiten Radverkehrsnetze und -daten einheitlich erfasst, bearbeitet und visualisiert werden und das seit Anfang November online ist und stetig weiterentwickelt und ausgebaut werden soll.

Dass sich der Radtourismus im Kreis nicht erst seit der Corona-Pandemie wachsender Beliebtheit erfreut, unterstrich Sandra Bequier, Tourismusbeauftragte des Ortenaukreises. Über 1.500 Kilometer umfasst aktuell das touristische Streckennetz im Kreis. Radelnde können auf 30 E-Bike- und Tourenradrouten in die spannende Welt der Sagen und Mythen des Ortenaukreises eintauchen und auch sportlich ambitioniertere Fahrerinnen und Fahrer kommen auf ihre Kosten, wenn sie auf Mountainbike- oder Gravelbike-Touren den Schwarzwald erkunden. Dass der Ortenaukreis sich in Sachen Radverkehr auch deutschlandweit nicht verstecken muss, zeige auch die gute Platzierung beim Wettbewerb „Stadtradeln 2021“, bei dem der Ortenaukreis den zehnten Platz im nationalen Vergleich erreicht hat. Bei der Aktion wurden im September 2021 rund 1,7 Mio. Kilometer erradelt und dabei 268 Tonnen CO2 eingespart.

Wie wichtig eine sichere und fehlerverzeihende Radweginfrastruktur ist, um Menschen zum Radfahren zu bewegen, zeigte Gerd Jund vom Polizeipräsidium Offenburg auf. In seinem Vortrag gab er einen umfassenden Überblick zur Radverkehrssicherheit. Neben den wichtigsten Unfallursachen thematisierte er beispielsweise auch, dass sich viele Unfälle vermeiden ließen, wenn die Sicherheitsabstände von 1,5 Metern innerorts und zwei Metern außerorts eingehalten würden. Auch die Radfahrenden selbst können entscheidend dazu beitragen, sicherer unterwegs zu sein: Telefonieren, Nachrichten schreiben am Smartphone oder laut Musik hören lenken ab. „Mit einem vorsichtigen und rücksichtsvollen Verhalten aller Verkehrsteilnehmenden und sicheren Radwegen rückt das Ziel einer ‚Vision Zero‘ ohne tödlich verunglückte oder schwer verletzte Menschen näher“, so der Polizeihauptkommissar.