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Ortenaukreis erhält erneut Landesförderung für Gesundheitsprojekt

Der Ortenaukreis erhält erneut den Zuschlag für ein Förderprojekt des Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg. Im Verlauf des mit 332.443 Euro dotierten zweijährigen Projektes soll bis Ende 2022 ein Konzept entwickelt werden, das chronisch Kranken und multimorbiden Personen eine optimale durchgängige gesundheitliche Versorgung ermöglicht - egal ob diese in einem Klinikum, durch die beteiligten Haus- und Fachärzte, in der häuslichen Umgebung oder in Pflegeheimen erfolge. Ein so genannter Gesundheitslotse soll dabei die Versorgung patientenindividuell abstimmen und steuern sowie die richtigen Ansprechpartner und Behandlungsmöglichkeiten finden.

„Ich freue mich, dass uns das Ministerium für Soziales und Integration erneut für förderwürdig erachtet hat. Das zeigt, dass wir mit der kommunalen Gesundheitskonferenz auf dem richtigen Weg sind“, sagt Landrat Frank Scherer. Ländlich geprägte Landkreise wie der Ortenaukreis stünden nicht zuletzt aufgrund eines Anstieges älterer, chronisch erkrankter Personen bei gleichzeitigem Nachwuchskräftemangel im Gesundheitswesen vor einer großen Herausforderung, so Scherer. „Das Projekt ist ein weiterer wichtiger Baustein, um die gesundheitliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger im Ortenaukreis weiterzuentwickeln“, so der Landrat. Durch eine bereits erfolgte Förderung des Landes wird im nördlichen Teil des Ortenaukreises bereits ein Modellprojekt zur Sicherstellung der geburtshilflichen Vor- und Nachsorge umgesetzt. In der südlichen Ortenau soll nun das Konzept für ältere und multimorbide chronisch erkrankte Patienten entwickelt werden. „Im Sinne eines sektorenübergreifenden und populationsbezogenen Ansatzes werden dabei alle relevanten Akteure der Gesundheitsversorgung beteiligt“, informiert Evelyn Bressau, fachliche Leitung der KGK und Amtsleiterin des Ortenauer Gesundheitsamtes. „Vorhandene Strukturen im ambulanten und stationären Sektor sowie Schnittstellenprobleme werden zunächst systematisch analysiert und fehlende Strukturen sowie Bedarfe identifiziert. Aufbauend auf diesen Ergebnissen wird dann ein gemeinsames, multiprofessionelles Konzept für ein passgenaues Patientenlotsenmanagement entwickelt und erprobt. Genauso wie beim Oberkircher Projekt, dienen die Ergebnisse dann als Blaupause für den gesamten Kreis“, so Bressau.

Angesiedelt wird das Projekt bei der Kommunalen Gesundheitskonferenz. Deren Geschäftsstellenleiterin Gwendolyn Schmitt erklärt: „Gerade ältere und chronisch erkrankte Patienten haben Orientierungsbedarf. Sie bedürfen einer personalisierten, kontinuierlichen, sektorenübergreifenden Versorgung, auch um deren Teilhabe und gesundheitsbezogene Lebensqualität zu erhalten. Rein medizinische Lösungen sind aufgrund von einer meist vorliegenden Vermischung von medizinischen und sozialen Problemlagen oftmals nicht ausreichend. Eine multiprofessionelle Zusammenarbeit und Vernetzung über die verschiedenen Fachgebiete und Akteure hinweg sowie Steuerung ist unerlässlich“.

Die Entwicklung des Konzeptes „für ein sektorenübergreifendes Case Management (SCM) für chronisch Kranke und multimorbide Personen in patientenorientierten Gesundheitszentren im Ortenaukreis“ wird mit 332.443 Euro vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg gefördert. Der Eigenanteil des Ortenaukreises beträgt 33.600 Euro. Die Förderung beinhaltet für zwei Jahre eine 100-Prozent-Stelle für die wissenschaftliche Projektleitung und eine 75-Prozent-Stelle für eine Projektassistenz sowie zweckgebundene Sachkosten.