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Henneteichwehr an der Rench wird ökologisch aufgewertet

Regierungspräsidium Freiburg, Landratsamt Ortenaukreis und Stadt Renchen ziehen an einem Strang

Das Henneteichwehr an der Rench zwischen Renchen und Erlach wird ökologisch aufgewertet und für Fische durchgängig gemacht. Das haben das Landratsamt Ortenaukreis, das Regierungspräsidium Freiburg, die Stadt Renchen und die beteiligten Wasserrechteinhaber gestern im Renchener Rathaus mit der Unterzeichnung eines öffentlich-rechtlichen Vertrags besiegelt. Mit der Vereinbarung verzichten die bisherigen Wasserrechtsinhaber auf ihr Wasserrecht.

„Ich freue mich, dass wir im behördenübergreifenden Verbund und in guter Zusammenarbeit mit den bisherigen Inhabern der Wasserrechte das Henneteichwehr an der Rench ökologisch aufwerten und so einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Entwicklung der Flora und Fauna leisten können“, so der Erste Landesbeamte des Ortenaukreises und Umweltdezernent Dr. Nikolas Stoermer, der allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit dankte. Gerade den Wasserrechtsinhabern sei er sehr verbunden, dass sie durch den Verzicht auf ihre Wasserrechte den Weg für die Renaturierung frei gemacht haben.

Bislang war das Henneteichwehr in einem insgesamt stark sanierungsbedürftigen Zustand. Als erste Sofortmaßnahme entfernte die Stadt Renchen bereits in 2017 in Absprache mit dem Landratsamt die Wehrtafel, die bis dahin das Wasser staute. Außerdem war am Wehr schon seit längerer Zeit der Fischaufstieg nicht mehr möglich, ein Fischabstieg fehlte ganz. Hauptbestandteil der Renaturierung wird nun der Bau einer sogenannten Riegelrampe sein, durch die sich Fische und andere Wassertiere flussauf- und flussabwärts bewegen können (siehe Hintergrund). Die dafür notwendigen Flächen stellt die Stadt Renchen zur Verfügung. Zudem tragen die Stadtverwaltung und der Landesbetrieb Gewässer des Regierungspräsidiums Freiburg dafür Sorge, dass das Wehr künftig den Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie entspricht, die eine nachhaltige und umweltverträgliche Wassernutzung zum Ziel hat. So wird etwa die Wasseraufteilung zwischen Alter Rench und Renchener Mühlbach neu geregelt, sodass künftig aus gewässerökologischer Sicht in beiden ausreichend Wasser fließt. Darüber hinaus wird der Steg über die Rench saniert.

„Die Gesamtsituation am Henneteichwehr wird sich erheblich verbessern. Auch konnte für den Renchener Mühlbach eine Regelung zum Wasserabfluss gefunden werden, welche den dortigen gewässerökologischen Verhältnissen Rechnung trägt. Mein Dank gilt dem Landratsamt Ortenaukreis und dem Landesbetrieb Gewässer für die konstruktive Zusammenarbeit sowie den früheren Wasserrechtsinhabern, welche die Maßnahme unterstützt haben“, so Bürgermeister Bernd Siefermann.

Die Rench ist der fünftgrößte Oberrheinzufluss in Baden-Württemberg. Sie wurde als Programmstrecke nach der Wasserrahmenrichtlinie festgelegt. Um einen guten ökologischen Zustand zu erreichen, sollen im Bereich Renchen die Durchgängigkeit, das Mindestwasser und die Gewässerstruktur verbessert werden. Außerdem ist die Rench von überregionaler Bedeutung für die Wiederansiedlung des Lachses. Mit den vereinbarten Maßnahmen kann ein weiterer Abschnitt der Rench als Lebensraumfunktion aufgewertet werden.

Hintergrundinformation: Riegelrampe
Riegelrampen sind Querbauwerke, die dazu dienen, dass Fische eine Stelle in einem Bach oder Fluss passieren können. Sie ermöglichen sowohl den Auf- als auch Abstieg von Fischen und anderen Wassertieren und bestehen aus mehreren Becken, die in unterschiedlicher Weise angeordnet und durch Steinriegel voneinander abgegrenzt werden. Die über- und durchströmten Riegel werden z. B. quer zum Gewässerlauf oder zellenförmig zueinander versetzt angeordnet. So kann etwa ein Höhenunterschied von bis zu 1,5 Metern überwunden werden.