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Landrat gibt Startschuss für Neubau der Draveilbrücke über die Rench in Oberkirch

Insgesamt neun Brücken im Ortenaukreis werden mit umfassenden Mitteln des Landes saniert oder ersetzt

Am Montagnachmittag, 7. September 2020, gab Landrat Frank Scherer mit einem symbolischen „Baggerbiss“ den Startschuss für den Neubau der in die Jahre gekommenen Draveilbrücke über die Rench in Oberkirch. Die 1954 erbaute Brücke in der Oberdorfstraße weicht aufgrund erheblicher Schäden einem leistungsfähigeren Brückenneubau.

„Der Ortenaukreis ist als Straßenbaulastträger für mehr als 200 Brückenbauwerke an den Kreisstraßen zuständig. Um deren Stand- und Verkehrssicherheit dauerhaft zu gewährleisten, haben wir im letzten Jahr begonnen, insgesamt neun Brückenbauwerke zu sanieren oder zu erneuern“, so der Landrat in seiner Ansprache. Mit einer Zustandsnote von 3,5 bei der letzten Brückenhauptprüfung und Mängeln unter anderem am Fahrbahnbelag, an den Brückenpfeilern und am Geländer sei das Bauwerk in einem ungenügenden Zustand. „Um eine weitere Schadensausbreitung, die absehbar zu einer Gewichtsbeschränkung der Brücke führen wurde, zu vermeiden und unter Abwägung sämtlicher wirtschaftlicher Gesichtspunkte ist ein Ersatzneubau die beste Lösung“, erläuterte Scherer. Ausschlaggebend für den Neubau sei auch die Tonnagebeschränkung der alten Brücke, die nur 30 Tonnen fassen kann, während die neue das doppelte Gesamtgewicht und somit auch größere Sattelzüge tragen können wird. Rund 1.695.000 Euro investiere der Kreis in den Brückenneubau, das Land fördere die Maßnahme im Zuge des „Kommunalen Sanierungsfonds Brücken“ mit 941.500 Euro, wofür Scherer seinen herzlichen Dank aussprach. „Ich danke auch dem Kreistag, der beträchtliche Komplementärmittel bereit- und damit die richtigen Weichen für eine zeitgemäße und sichere Infrastruktur gestellt hat“, so der Landrat weiter.

Oberbürgermeister Matthias Braun stellte in seiner Ansprache die historische Bedeutung der Brücke für den Oberkircher Stadtteil Oberdorf sowie die Freundschaft zur namensgebenden Partnerstadt Draveil heraus und begrüßte die Maßnahme als richtigen Schritt zur richtigen Zeit. „Ich bin froh und dankbar, dass der Kreis hier rechtzeitig Verantwortung übernimmt“, so Braun. Als Bauingenieur wisse er darum, dass ein Brückenbau seine Zeit brauche. Wie auch der Landrat bat er die Anwohner für Verständnis und Geduld für die notwenigen Maßnahmen und die damit einhergehenden Behinderungen.

Angesichts der nahegelegenen Ausweichmöglichkeiten hat der Ortenaukreis vom Bau einer kostenintensiven Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer abgesehen. Gerade für Schüler sei der Umweg marginal und die Bewegung tue ihnen gut, wie Scherer entgegnete. Dennoch sagten Landrat und Oberbürgermeister den anwesenden Bürgern, die dieses Anliegen anbrachten, im Hinblick auf gehbehinderte Mitbürger zu, dieses unter Abwägung von Aufwand und Nutzen zu prüfen.

Die Bauarbeiten, für welche die lokal ansässige Firma Rendler Bau den Zuschlag bekommen hat, starten am Montag, 14. September 2020. Während der Bauphase ist der Bereich vollständig gesperrt. Als Umleitungsstrecken stehen PKWs die Brücken beim Sportplatz (Wendelinusbrücke) und beim Schwimmbad (Querspange Ost) zur Verfügung. Letztere ist auch die Ausweichmöglichkeit für LKWs. Fußgänger können über diese beiden Strecken hinaus auch die Fußgängerbrücke beim Friedhof („Sausteg“) nutzen. Der Zugang zum Renchdamm soll Radfahrern und Fußgänger auch während der Bauphase ermöglicht werden; kurzfristige Sperrungen aus Verkehrssicherheitsgründen sind möglich. Die Umleitungsstrecken werden ausreichend ausgeschildert. Die Verkehrsregelung wird bis voraussichtlich Ende Mai 2021 andauern.