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Präventionsnetzwerk Ortenaukreis (PNO): Ortenauer Erfolgsmodell für Kinder wird fortgeführt

PNO setzt Maßstäbe zur Vorbeugung und Gesundheitsförderung in ganz Deutschland

Das Präventionsnetzwerk Ortenaukreis (PNO), das 2014 als Modellprojekt zur Förderung der seelischen, körperlichen und sozialen Entwicklung von Kindern gestartet wurde, wird ab 2021 als dauerhaftes Angebot weiterbestehen. Mit jährlich rund 441.000 Euro wird der Ortenaukreis das zunächst für vier Jahre befristet vom Bund und in den vergangenen beiden Jahren vom Kreis getragene Programm finanzieren; weitere 220.000 Euro schießen Sozialversicherungsträger auf Grundlage des Präventionsgesetzes hinzu. Damit die Kinder und Familien im Kreis auch in Zukunft von den Leistungen des PNO profitieren können, hat Landrat Frank Scherer am Dienstag die Fortführung des PNO in Form einer Eilentscheidung in die Wege geleitet. Diese basiert auf der mehrheitlichen Empfehlung des Jugendhilfeausschusses am 18. Februar 2020 und auf der einvernehmlichen Absprache der Fraktionsvorsitzenden des Kreistags im Rahmen einer Videokonferenz, nachdem die Kreistagssitzung am 21. April, wegen der Corona-Krise abgesagt werden musste. Eine Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt war erforderlich geworden, um dem gut eingearbeiteten Mitarbeiterteam sowie den fachlich und finanziell kooperierenden Sozialversicherungsträgern rechtzeitig eine Perspektive zu geben und somit das Projekt nahtlos fortführen zu können.

„Mit seiner Pionierarbeit ist es dem Präventionsnetzwerk gelungen, ein bundesweites Best Practice Modell zu etablieren, das die Entwicklung bei drei- bis zehnjährigen Kindern und ihren Familien im gesamten Ortenaukreis frühzeitig und nachhaltig fördert und unterstützt“, so Landrat Frank Scherer. „Wie wertvoll die Arbeit des PNO ist, zeigt der große Zuspruch der Kindertagesstätten und Schulen im Landkreis und die wissenschaftlich nachgewiesenen positiven Auswirkungen auf Kinder, Fachkräfte und Eltern“, so der Landrat weiter. Er sei zufrieden und dankbar, dass es auf der Grundlage eines innovativen Kooperations- und Finanzierungsmodells möglich sei, das PNO gemeinsam mit Sozialversicherungsträgern weiterzuführen. „Ich freue mich, dass wir mit dem PNO und mit den Frühen Hilfen im Ortenaukreis eine dauerhafte, durchgängige und flächendeckende Präventionskette von der Schwangerschaft bis zum zehnten Lebensjahr anbieten können“, betonte Scherer. Gerade auch die potenziellen Kostenersparnisse für das Gesundheits-, Bildungs-, und Sozialsystem durch die frühzeitige Prävention sprechen laut dem Landrat dafür, an dem Projekt festzuhalten.

Inhaltliches Leitziel des PNO ist die frühestmögliche Gesundheitsförderung und Prävention in den Bereichen körperliche Gesundheit, seelische Gesundheit und soziale Teilhabe. Erreicht werden die Kinder in den Kindertageseinrichtungen und Schulen über die dort tätigen pädagogischen Fach- und Lehrkräfte. Strategisches Leitziel des PNO ist die Vernetzung von Gesundheitssystem, Kinder- und Jugendhilfesystem sowie Bildungssystem.

Weit über 70 Prozent aller Kitas im Ortenaukreis und über 50 Prozent aller Schulen für Kinder bis zu zehn Jahren beteiligen sich bereits aktiv an den PNO-Angeboten. So haben sie etwa eine Organisations- oder Schulentwicklung zur gesundheitsförderlichen Einrichtung oder eine Bedarfsorientierte Fortbildung durchgeführt. Schwerpunktthemen dabei waren beispielsweise die seelische Widerstandskraft (Resilienz), der Umgang mit herausforderndem Verhalten, die Zusammenarbeit mit Eltern und vor allem auch der gesunde Umgang mit digitalen Medien. Diese wichtigen Angebote können auch dank der Unterstützung der Sozialversicherungsträger AOK Baden-Württemberg, der Techniker Krankenkasse (TK), der Unfallkasse Baden-Württemberg (UKBW) sowie MEDIA PROTECT e.V. in Kooperation mit dem Dachverband der Betriebskrankenkassen (BKK) nun dauerhaft vorgehalten werden.

Aufgrund der hohen Inanspruchnahme und der durch eine wissenschaftliche Evaluation nachgewiesenen Erfolge hatte der Kreistag bereits in seiner Sitzung am 19. Dezember 2017 die Arbeit des PNO außerordentlich begrüßt, das Konzept zur Weiterführung zunächst bis 2020 verabschiedet und eine dauerhafte Weiterführung des Projekts ab 1. Januar 2021 empfohlen.

Hintergrundinformation PNO
Das Präventionsnetzwerk Ortenaukreis (PNO) wurde im Zeitraum von November 2014 bis Oktober 2018 als ein gemeinsames Praxisforschungsprojekt des Landratsamts Ortenaukreis, Amt für Soziale und Psychologische Dienste, und des Zentrum für Kinder- und Jugendforschung (ZfKJ) an der Evangelischen Hochschule Freiburg aufgebaut. In diesen vier Jahren wurde das PNO vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als bundesweites Modellprojekt gefördert. Ziel des PNO ist die Förderung der körperlichen und seelischen Gesundheit sowie der sozialen Teilhabe von drei- bis zehnjährigen Kindern und ihren Familien im Ortenaukreis.
Durch die Prozesse der Organisations- und Schulentwicklung mit sechs Weiterbildungsbausteinen und einer kontinuierlichen Prozessbegleitung können sich Kindertageseinrichtungen und Schulen zu einer gesundheitsförderlichen Einrichtung weiterentwickeln und ihr Profil nach ihrem persönlichen Bedarf und Bedürfnis schärfen.
Ausführliche Informationen unter www.pno-ortenau.de oder beim Leiter des PNO Ullrich Böttinger unter Telefon 0781 805 9619 oder via E-Mail an ullrich.boettinger@ortenaukreis.de.

Hintergrundinformation „Aktiv gegen Kinderarmut und für Kindergesundheit
Als zusätzliches Angebot hat das PNO das vom Sozialministerium Baden-Württemberg mit insgesamt 135.000 Euro geförderte Programm „Aktiv gegen Kinderarmut und für Kindergesundheit“ ab 2018 in seine Arbeit integriert. Das bisher an zwei Pilotstandorten in soziökonomisch und psychosozial stark belasteten Stadtbereichen in Offenburg und Lahr gestartete Programm spielt für den Ortenaukreis angesichts der vergleichsweise hohen Zahl von Kindern in Bedarfsgemeinschaften der Grundsicherung für Arbeit (SGBII) eine wichtige Rolle. Das Projekt kann nun auf Basis der Weiterführung des PNO weiterentwickelt werden.

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