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Ortenaukreis will ÖPNV für Menschen mit Beeinträchtigungen voranbringen

Arbeitsgemeinschaft ÖPNV und Behindertenbeauftragte besichtigen Bushaltestellen

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Nicolas Uhl, Inklusionsbeauftragter der Stadt Kehl, Rollstuhlfahrer Thomas Reichert, Anita Diebold, Behindertenbeauftragte des Ortenaukreises, und Stefan Rendler als Bezirksgruppenleiter des Blinden- und Sehbehindertenvereins im Ortenaukreis. Foto: LRA

Um die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs im Ortenaukreis für Menschen mit Beeinträchtigungen zu verbessern, hat die Arbeitsgemeinschaft ÖPNV kürzlich Bushaltestellen im Landkreis unter die Lupe genommen. Auf Initiative der Behindertenbeauftragten des Ortenaukreises, Anita Diebold, fuhr die aus Vertretern von Menschen mit Behinderungen, der Kreisverwaltung, der Städte und Gemeinden sowie Verkehrsunternehmen zusammengesetzte Delegation im Rahmen einer halbtägigen Begehung in einem barrierefreien Linienbus der SWEG mehrere Bushaltestellen in Kehl und Offenburg an. Vor Ort analysierten und diskutierten sie die Bedarfe der verschiedenen Nutzer sowie die baulichen An- und Herausforderungen.

„Ich freue mich und sehe es als wichtiges Zeichen, dass die Arbeitsgemeinschaft ÖPNV nun Fahrt aufnimmt“, so Anita Diebold. „Das Personenbeförderungsgesetz gibt den Kommunen vor, bis zum Jahr 2022 Fahrzeuge und Haltestellen im öffentlichen Personennahverkehr barrierefrei auszugestalten. Da von den über 1.000 Bushaltestellen im Ortenaukreis bislang nur ein kleiner Teil barrierefrei ausgebaut ist, gibt es für die Baulastträger noch viel zu tun“, so die Behindertenbeauftragte weiter. In einem ersten Schritt werde das Straßenverkehrsamt und das Straßenbauamt des Ortenaukreises eine Musterhaltestelle entwickeln, die dann als Beispiel für den Bau von einheitlichen barrierefreien Haltestellen im Kreis dienen solle. Zudem werde das Landratsamt den Städten und Gemeinden eine Handreichung für den barrierefreien Umbau von Haltestellen zur Verfügung stellen.

„Diese sehr realitätsnahe Besichtigung war sehr aufschlussreich, denn wir konnten die Haltestellen auf deren Alltagstauglichkeit testen“, erklärte Nicolas Uhl, Inklusionsbeauftragter der Stadt Kehl, im Anschluss. Ziel müsse es sein, dass Haltestellen in Zukunft barrierefrei und möglichst einheitlich für alle Nutzer gestaltet seien. Besonders für Menschen mit Beeinträchtigungen führe dies zu mehr Selbstständigkeit in ihrer Mobilität.
„Wir Betroffenen sind auf Barrierefreiheit angewiesen. Jetzt wird der Umbau der Haltestellen nach und nach angegangen. Das ist gut so“, freute sich Thomas Reichert, der sein Expertenwissen als Rollstuhlfahrer einbrachte.
Zum barrierefreien Ausbau gehört neben den erhöhten Randsteinen zum besseren Einstieg auch das taktile Leitsystem, das blinden und sehbehinderten Menschen die Orientierung ermöglicht. Stefan Rendler, Bezirksgruppenleiter des Blinden- und Sehbehindertenvereins im Ortenaukreis und selbst blind, zeigte vor Ort auf, wie wichtig eine einheitliche Ausgestaltung der Haltestellen gerade für blinde Menschen ist. „Blinde und Sehbehinderte brauchen einheitliche Strukturen im Leitsystem, vor allem wenn sie ohne Assistenz unterwegs sind. Wir möchten nicht von anderen Menschen abhängig sein, wenn wir in die Stadt gehen oder zur Arbeit fahren“, so Rendler.

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