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Rund 39.000 Schüler im Ortenaukreis profitieren von Schulsozialarbeit

Für ein gutes Schulklima

Rund 39.000 Kinder und Jugendliche profitieren im Ortenaukreis von der Schulsozialarbeit, die durch das Jugendamt des Ortenaukreises gefördert und begleitet wird. Geleistet wird sie von derzeit 63 „Sozial-Profis“, Tendenz steigend. „Diese Experten mit sozialpädagogischem Background, in der Regel Sozialarbeiter oder Sozialpädagogen, kümmern sich um Probleme, die an Schulen auftauchen – von der Jugendgewalt über das Schulschwänzen bis hin zur Drogen-, Alkohol- oder Internet-Sucht“, sagt Jugendamtsleiter Heiko Faller. Ebenso um das, was Kindern und Jugendlichen im Alltag auf den Nägeln brenne – von der zu hohen Handyrechnung bis hin zum Liebeskummer.

„Schulsozialarbeit leistet vor allem Prävention. Schulsozialarbeiter sind in erster Linie Vertrauens- und Beziehungspersonen für Schüler, die hier in einer anwaltlichen Rolle für sie eintreten, direkt unterstützen und je nach Situation weitervermitteln“, erläutert Faller. Gerade diese Vermittlerfunktion von Schulsozialarbeit werde von vielen Fachstellen inzwischen geschätzt.

Die sozialpädagogischen Fachkräfte an den Ortenauer Schulen sind Integrationsprofis, die immer dann zur Stelle sind, wenn es um Ausgrenzung, Kränkung oder Gewalt geht. Und sie unterstützen Schülerinnen und Schüler: „Ob es darum geht, einen schulischen Durchhänger zu meistern oder die optimale Schulkarriere zu planen, die Schulsozialarbeit ist im Ortenaukreis längst zu einem Qualitätsmerkmal der Schulen geworden“, sagt Faller.

Schule seien heute mehr als reine Orte der Wissensvermittlung, es gehe nicht nur um „das Pauken von ABC oder Algebra“, so Faller. Mit den sozialpädagogischen Fachkräften investiere das Jugendamt gemeinsam mit den Gemeinden gezielt in die Startchancen von Kindern und Jugendlichen. „Die Schulsozialarbeiter leisten einen wichtigen Beitrag, dass keiner zu kurz kommt und jeder seinen Platz findet. Sie drehen dabei an unterschiedlichen Stellschrauben und lassen Benachteiligungen verschwinden – für den Grundschüler genauso wie für die Abiturientin oder den Berufsschüler - und sie sind dann zur Stelle, wenn Leistungs- und Wettbewerbsdruck überhand nehmen“, so Faller. Gerade für Schulabgänger seien die Fachkräfte wichtig: „Immerhin begleiten sie bei vielen den Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf“, weiß der Jugendamtsleiter.

Auch bei Kriminalität, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus seien die Sozialpädagogen wichtige Ansprechpartner für die Jugendlichen. „Mit ihrer präventiven Arbeit bietet das Jugendamt den Schulen eine enorme Hilfe für die Schüler“, so Faller. Das Jugendamt im Ortenaukreis will deshalb die sozialpädagogische Arbeit weiter fördern.

Seit Juni 2016 fördert der Ortenaukreis Schulsozialarbeit an öffentlichen Schulen auf der Grundlage neuer Förderrichtlinien und einer Rahmenkonzeption, die auch Kooperationsvereinbarungen mit den Schulen und den Gemeinden vorsieht. Ende des vergangenen Jahres wurde vom Ortenaukreis die Jugendsozialarbeit an 63 Schulen mit einem Stellenumfang von insgesamt 44,70 Stellen und einem jährlichen Gesamtvolumen in Höhe von rund 700.000 Euro gefördert. Für das neue Schuljahr 2017/18 wird mit weiteren zehn Stellen gerechnet. In der Regel teilen sich Land, Landkreis und Kommunen die Finanzierung zu je einem Drittel.

Ab dem neuen Schuljahr wird Schulsozialarbeit an den kreiseigenen Schulen nach einem Stufenplan bis 2019 eingeführt. Hierzu gehören alle Beruflichen Schulen und Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren mit insgesamt 14.000 Schülern. Das bisherige Jugendberufshilfe-Angebot an den Beruflichen Schulen geht in der Schulsozialarbeit mit dem besonderen Schwerpunkt „Übergang Schule-Beruf“ auf. In der ersten Stufe steht das Unterstützungsangebot der Schulsozialarbeit im neuen Schuljahr den Vorbereitungsklassen und den Schülern des Berufseinstiegsjahres beziehungsweise der zweijährigen Berufsfachschulen zur Verfügung.

Das Jugendamt unterstützt die Träger und Fachkräfte zusätzlich durch eine Fachberatung, die Austauschtreffen und Fachveranstaltungen organisiert. So ist am 21. März 2018 gemeinsam mit sechs anderen Landkreisen ein Fachtag im Landratsamt Ortenaukreis geplant.