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Schnippeln, Rühren, Dünsten: Auszubildende der Beruflichen Schulen Kehl zeigen bulgarischen Jugendlichen aus Vidin ihr Können

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Die bulgarischen Jugendlichen erhielten beim Besuch der Beruflichen Schulen Kehl Einblick, wie Restaurant- und Hotelfachleute, Köche und Köchinnen in Deutschland ausgebildet werden und testeten gleich die Kochmöglichkeiten in der Ausbildungsküche. Foto: LRA

Ein Treffen der besonderen Art fand vergangene Woche in den Beruflichen Schulen in Kehl statt. Auf Einladung des Schulleiters Peter Cleiß waren acht Jugendliche aus Vidin/Bulgarien dort zu Gast, um sich über das duale Ausbildungssystem zu informieren und sich dabei selbst vom hohen Ausbildungsstandard in Deutschland ein Bild zu machen.  

Bereits zum vierten Mal jährt sich das Qualifizierungsprogramm Ortenau-Vidin, in dessen Rahmen die Jugendlichen ein vierwöchiges Praktikum in verschiedenen Unternehmen im Ortenaukreis absolvieren. Wie in jedem Jahr ist der Europa-Park Rust und das Hotel Dollenberg in Bad Peterstal-Griesbach mit von der Partie. Neu zum Praktikumsangebot hinzugekommen sind die Dorotheenhütte in Wolfach und das Hotel Rebstock in Durbach. „Toll ist, dass wir nicht nur auf altbewährte Partner zurückgreifen können, sondern immer wieder neue Unternehmen gewinnen, die jungen Menschen aus unserer Partnerregion Vidin einen ersten Kontakt mit der Arbeitswelt ermöglichen. Und dies, obwohl das Praktikum anfänglich immer mit Anpassungsschwierigkeiten aufgrund der teilweise geringen Deutschkenntnisse verbunden ist“, erklärt Landrat Frank Scherer, der das Qualifizierungsprogramm 2013 initiierte. 

In diesem Jahr waren im Juli überwiegend Jugendliche zu Besuch in der Ortenau, die ein Praktikum im Hotel- und Gastronomiebereich gewählt haben. „Da lag es natürlich nahe, dass wir mit den 16- bis 18-jährigen Gymnasiasten die Beruflichen Schulen in Kehl besuchen“, so Barbara Albermann, Referentin für grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Landratsamt Ortenaukreis, die die Jugendlichen während ihres Aufenthalts betreut.  

Die Auszubildenden des ersten Lehrjahres in dem Bereich Nahrung, darunter Restaurant- und Hotelfachleute, Köche und Köchinnen, hatten zusammen mit ihren Fachlehrern unter der Leitung von Axel Schön ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.  

Nach einer kurzen Präsentation des dualen Ausbildungssystems stellten zwei der Auszubildenden ihren Ausbildungsbetrieb vor, bevor die Anwesenden in Gruppen aufgeteilt sich an die Umsetzung eines 3-Gänge-Menüs machten. Die anfängliche Scheu der bulgarischen Jugendlichen legte sich schnell und nach einer kurzen Einweisung durch die jeweiligen Fachlehrer waren alle mit Begeisterung bei der Arbeit. Als Belohnung winkte das gemeinsame Mittagessen, das von den Auszubildenden aus dem Restaurant- und Hotelfach gekonnt serviert wurde. „Es ist beeindruckend, wie weit die Auszubildenden des ersten Ausbildungsjahres schon sind und wie souverän sie die Herausforderungen meistern“, zeigte sich Barbara Albermann begeistert vom Auftritt der Jugendlichen. 

Mit der bulgarischen Gruppe dabei war auch Gerd Baumer, Berufsschullehrer der Beruflichen Schulen in Kehl im Ruhestand, der das Qualifizierungsprogramm Ortenau-Vidin in seiner Funktion als ehemaliger Kreisrat schon seit Jahren begleitet. Sein Interview mit Andrea Petrova, Restaurantfachfrau im zweiten Ausbildungsjahr im Europa-Park Rust und eine der bulgarischen Praktikantinnen der ersten Stunde, zeigte den bulgarischen Jugendlichen deutlich, welche großen Chancen das duale Ausbildungssystem für junge Menschen bietet. Andrea Petrova riet den Anwesenden aus ihrer Heimat Vidin, Deutsch zu lernen und jede Möglichkeit der beruflichen Qualifikation zu nutzen. 

Ziel des Qualifizierungsprogramms Ortenau-Vidin ist es, den von der herrschenden hohen Jugendarbeitslosigkeit in Bulgarien bedrohten jungen Menschen hier die Möglichkeiten einer dualen Ausbildung aufzuzeigen. Mit dem Know-How-Transfer nach bestandener Ausbildung zurück nach Bulgarien könnte ein Beitrag geleistet werden, um dort Jugendarbeitslosigkeit und Fachkräftemangel zu begegnen. Der Ortenaukreis liegt mit diesem Projekt ganz auf der Linie der EU-Donauraumstrategie, in der die berufliche Qualifizierung und der Export des dualen Ausbildungssystems einen Schwerpunkt bilden.