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»Rote« Weißtannen im Schwarzwald

Amt für Waldwirtschaft bittet Waldbesitzer um Mithilfe, um eine Massenvermehrung von Borkenkäfern zu verhindern.

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Abgestorbene Fichten und Tannen bei Haslach. Foto: LRA

Wer in diesen Tagen durch die Ortenau fährt, der entdeckt in den Wäldern auf Bergrücken und Hängen vermehrt rote Tannenkronen. „Was auf den ersten Blick zunächst als Trockenschaden gedeutet wird, entpuppt sich bei genauerem Hinschauen meist als massiver Borkenkäferbefall, der die Bäume zum Absterben bringt“, erklärt Holger Schütz, der Leiter des Amts für Waldwirtschaft im Landratsamt Ortenaukreis. „Aus vielen Landesteilen Baden-Württembergs kommen aktuell Meldungen über auffallenden Borkenkäferbefall an der Weißtanne vor allem durch den sogenannten Krummzähnigen Tannenborkenkäfer und in seinem Gefolge den Kleinen Tannenborkenkäfer und den Weißtannenrüssler.“ Der Krummzähnige Tannenborkenkäfer erlebe derzeit nach den trocken-heißen und niederschlagsarmen Jahren 2015 und 2016 eine Renaissance, die Schütz mit Sorge betrachte: „Vermehrt er sich massenhaft, so wie es derzeit droht, können immense Schäden auftreten, ähnlich wie es zuletzt nach dem Extremsommer 2003 der Fall war.“

Aufgrund des Witterungsverlaufs in diesem Sommer bittet das Amt für Waldwirtschaft alle Waldbesitzer um Mithilfe, um eine Massenvermehrung zu verhindern: „Die Borkenkäfergefahr für Tannen und besonders auch Fichten wird in den nächsten Wochen deutlich steigen, wenn der momentane  Wetterumschwung mit deutlich kühleren Temperaturen und besonders mit ausreichend Niederschlägen nicht anhält. Ab sofort sollten die Waldbesitzer daher sowohl ihre Tannen, als auch die Fichten- und Mischbestände auf frischen Borkenkäferbefall hin kontrollieren. Bei weiterer Trockenheit und Hitze müssen die Kontrollen in wöchentlichem Abstand erfolgen. Sollte ein Befall entdeckt werden, gelten die bekannten Regeln der „sauberen“ Waldwirtschaft: Fällen und entrinden oder rasch aus dem Wald abfahren. Das Entrinden sollte erfolgen, solange der Käfer als weiße Larve im Stamm lebt, also vor der Verpuppung. Auch auf frisches Ast- und Wipfelmaterial ist zu achten, denn dieses kann vom Kupferstecher und vom Kleinen Tannenborkenkäfer zu Eiablage und Brut genutzt werden. Im Zweifelsfall muss das Material gehackt werden, um eine Vermehrung der Käfer und einen Befall der Nachbarbestände zu verhindern. Der Befall mit dem Kleinem Tannenborkenkäfer und auch dem Kupferstecher wird meist erst entdeckt, wenn die Nadeln im Kronenbereich fahl werden oder gar schon rot sind. Dann sind die Käfer bereits ausgeflogen und die Nachbarbäume sollten gründlich kontrolliert werden.

Der Krummzähnige Tannenborkenkäfer befällt bevorzugt die astfreien Stammpartien geschwächter und absterbender, älterer Tannen. Befallsmerkmale sind Harztröpfchen im Stammbereich und braunes Bohrmehl auf Rindenschuppen und am Stammfuß. Die Flugzeit der Käfer ist von April bis August. Bei warmer Witterung werden zwei Generation im Jahr ausgebildet, in Ausnahmejahren auch drei. Der Käfer legt seine Eier in den Splint des Baumes, den Bereich zwischen Rinde und Holz. Das ist die wasserführende Schicht des Baumes. Wenn die Larven schlüpfen und fressen, wird der Wasserfluss unterbrochen und die Bäume vertrocknen und sterben ab.