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Ortenaukreis beschließt die Einrichtung eines Beirats für die Belange von Menschen mit Behinderung

Inklusion und Barrierefreiheit vorantreiben

Im Ortenaukreis wird ein Beirat für die Belange von Menschen mit Behinderung eingerichtet. Das hat der Sozialausschuss des Kreistags in seiner gestrigen Sitzung einstimmig beschlossen.
Die neue Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen soll sich in den nächsten drei Jahren für eine gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen mit Behinderungen am politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben im Ortenaukreis einsetzen und den Abbau von Barrieren und Benachteiligungen vorantreiben. Grundlage der Arbeit des mit 25 Personen zu besetzenden Gremiums ist das 2015 in Kraft getretene Landesgesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen sowie die UN-Behindertenrechtskonvention. Beide verpflichten zur Gleichstellung und Barrierefreiheit sowie zum Benachteiligungsverbot im gesamten öffentlichen Raum.

„Im Ortenaukreis leben rund 35.000 schwer behinderte Menschen. Das sind fast 10 Prozent unserer Bevölkerung. Sie alle sind auf Barrierefreiheit angewiesen“, bekräftige Landrat Frank Scherer. „Von Barrierefreiheit profitieren aber auch Menschen mit vorübergehenden Einschränkungen, etwa durch Unfall oder Erkrankungen. Eine verständliche Sprache, der Abbau von Barrieren etwa im Wohnungsbau oder beim öffentlichen Personennahverkehr helfen auch Zuwanderer, Senioren oder auch Eltern mit Kinderwagen“, so der Landrat.

„Inklusion und Barrierefreiheit sind nicht nur Aufgaben des Sozialsystems und seiner Einrichtungen, sondern betreffen die gesamte Gesellschaft und alle Themen des Lebens“, sagte Sozialdezernent Georg Benz. „Erziehung, Bildung, Arbeit, Freizeit, Tourismus, Kultur, Sport, Wohnen, Mobilität, und Gesundheit – auf allen Ebenen muss etwas getan werden, da sind der Landkreis und seine Städte und Gemeinden weiter gefordert“, so Benz.
Mit Anita Diebold hat der Ortenaukreis bereits seit dem 1. Februar 2016 eine hauptamtliche kommunale Beauftragte für Menschen mit Behinderung installiert. Der neue Beirat soll die Arbeit der Behindertenbeauftragten zukünftig begleiten und unterstützen. „Frau Diebold ist auf das Zusammenwirken von Experten angewiesen, um ihre Projekte planen und umsetzen zu können. Ein Beirat, der über notwendiges Expertenwissen und Entscheidungskompetenzen verfügt und in regelmäßigen Abständen zusammenkommt und berät, ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem inklusiven, barrierefreien Ortenaukreis. Ohne Beteiligung dieser wichtigen Gruppierungen ist ein deutlich langsamerer und schwierigerer Entwicklungsprozess zu erwarten“, bekräftigte Benz.
Um alle möglichst viele Lebensbereiche abzubilden, sollen nach Vorschlag der Kreis-Verwaltung dem zukünftigen Behindertenbeirat neben der Behindertenbeauftragten und einem Vertreter des Sozialdezernats folgende Mitglieder angehören: Drei Menschen mit Behinderungen; fünf Vertreter der kreisangehörigen Städte und Gemeinden; fünf Vertreter aus dem Bereich „Bildung, Beratung und Förderung“, drei Vertreter aus dem Bereich „Gesundheit“; jeweils ein Vertreter aus den Bereichen „Gesundheit“, „Arbeit“, „Wohnen/Bauen“, Mobilität“ sowie „Sport, Kultur, Freizeit“.

Die konstituierende Sitzung des Behindertenbeirats des Ortenaukreises soll im Herbst dieses Jahres erfolgen. Der Beirat wird zunächst auf drei Jahre bis Ende 2020 gebildet, dann erfolgt eine Evaluierung der Arbeit und Bewertung der Fortsetzung.