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»Wir profitieren alle von Barrierefreiheit!«

Anita Diebold, Behindertenbeauftragte des Ortenaukreises, berichtet von ihrem ersten Jahr im Amt und erklärt, warum Investitionen in Barrierefreiheit sich lohnen.

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Anita Diebold, Beauftragte für Menschen mit Behinderungen im Ortenaukreis. Foto: LRA

Seit einem Jahr hat der Ortenaukreis eine kommunale Behindertenbeauftragte. Anita Diebold ist Ansprechpartnerin, Beraterin und Ombudsstelle für Menschen mit Behinderungen. Zu ihren Aufgaben gehört es auch, die Akteure, die sich um die Belange von Menschen mit Behinderungen im Ortenaukreis kümmern, zu koordinieren und Informationen, etwa über Fördermöglichkeiten, bereitzustellen.

„Barrieren, die Menschen mit Behinderungen an der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben hindern, finden sich in allen gesellschaftlichen Bereichen, sei es beim Wohnen, Mobilität, Arbeit, Sprache, im Tourismus oder in der Gestaltung des öffentlichen Raumes. Das habe ich in meinem ersten Jahr erfahren, indem viele Probleme an mich herangetragen wurden“, so Diebold. „Mein Ziel ist es, solche Barrieren abzubauen.“ Um diesem Ziel ein Stück näher zu kommen, arbeite die kommunale Behindertenbeauftragte mit Organisationen, Vereinen und den Beauftragten aus Städten und Gemeinden zusammen. Auch unter den kommunalen Behindertenbeauftragten der Stadt- und Landkreise fände ein regelmäßiger Austausch statt.

„Am wichtigsten für mich war im vergangenen Jahr der Kontakt mit den zahlreichen einzelnen Menschen, mit den Betroffenen und deren Angehörigen. Sie sind die Experten für Barrierefreiheit, denn sie erfahren die Barrieren am eigenen Leib “, betont Diebold. „Wir können alle von Barrieren betroffen sein. Die wenigsten Menschen werden mit einer Behinderung geboren. Über 80 Prozent der Behinderungen entstehen im Lauf des Lebens aus einer Krankheit oder durch einen Unfall. Und auch Nichtbehinderte sind manchmal vorübergehend auf Hilfe oder Hilfsmittel und damit auf Barrierefreiheit angewiesen. Außerdem wachsen wir mit zunehmendem Alter in Behinderungen hinein. Bezeichnend dafür ist etwa, dass seit 2008 mehr Rollatoren als Kinderfahrräder verkauft werden. Früher oder später profitieren wir alle von Barrierefreiheit!“

Eine große Barriere für Menschen mit Behinderungen seien fehlende Arbeitsplätze. Dabei würde es sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern nützen, Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung zu schaffen. Für sie gebe es Unterstützung durch das Integrationsamt beim Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg. Auch das gemeinsame Projekt der Kommunalen Arbeitsförderung und der Agentur für Arbeit, „Arbeitsplatz inklusiv“, unterstütze im Ortenaukreis Arbeitssuchende sehr erfolgreich. Das Christliche Jugenddorf (CJD) möchte in Ergänzung hierzu das Projekt „inklusive Ortenau – AusBildung und Arbeitswelt“ ausbauen. Das CJD kooperiere hier eng mit der Handwerkskammer, der Industrie- und Handelskammer, der Bildungsregion Ortenau und auch mit der kommunalen Behindertenbeauftragten. Ziel sei die Entwicklung eines Netzwerks, das Menschen mit Behinderungen bei der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz hilft.

Die Verwendung von „Leichter Sprache“ sei ein weiterer wichtiger Schritt zur Barrierefreiheit. Im Ortenaukreis gäbe es einen Beirat „Leichte Sprache“. Dieser wurde vom Übersetzungsbüro „Klartext“ der Lebenshilfe Offenburg-Oberkirch und Lahr initiiert. Im Mai veranstalte der Beirat für Lehrer und andere Fachkräfte, zum Beispiel Mitarbeiter in Behörden, einen Fachtag, um in das Thema einzuführen.

„Nicht zuletzt suchen auch Menschen mit Beeinträchtigungen und Handicaps Erholung in der Tourismusregion Ortenau. Ältere Menschen reisen gerne, sofern sie zu ihren Bedürfnissen passende Angebote finden. Barrierefreiheit ist deshalb im Tourismus nicht nur eine Serviceleistung sondern auch ein Standortfaktor“, so Diebold. Es lohne sich also aus vielen Gründen, in Barrierefreiheit zu investieren.

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