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Ein Flüchtling - zwei Herzen

Fortbildung zum Thema interkulturelle Kompetenzen für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer stieß auf große Resonanz

Interkulturelle Handlungskompetenz ist ein großes Thema in der Flüchtlingshilfe - auch für ehrenamtlich Engagierte. Dies bestätigten rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die am vergangenen Samstag, 22 Oktober, ins Landratsamt Ortenaukreis kamen, um sich bei dem erfahrenen Trainertandem Dr. Katrin Gratz und Naser El Bardanohi fortzubilden. Eingeladen zu dieser Veranstaltung mit der promovierten Ethnologin und dem ägyptischer Autor hatte die Koordinationsstelle Ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit im Landratsamt. 

„Die Teilnehmenden zeigten sich am Ende des Tages begeistert und gaben durchweg positive Rückmeldungen. Die Veranstaltung war rundum gelungen“, berichtet Ursula Moster von der Koordinationsstelle Ehrenamt. Dazu beigetragen habe insbesondere die authentische Vermittlung der Werte des arabisch-orientalischen Kulturraums, personifiziert durch Naser El Bardanohi und erläutert von der deutschen Expertin. 

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Rund 60 Ehrenamtliche der Flüchtlingshilfe im Ortenaukreis freuten sich über das gelungene Seminar zum Thema interkulturelle Kommunikation mit dem Referentenduo Dr. Katrin Gratz (1. Reihe links) und Naser El Bardanohi (2. Reihe links) sowie Ehrenamtskoord

Das Seminar weckte das Bewusstsein für die unterschiedlichen Familienstrukturen in Deutschland und den arabisch-orientalisch geprägten Ländern. Stehe dort die Familie und der gesamte dazugehörige Klan im Mittelpunkt, liege hier der Fokus auf dem Individualistischen. Klar wurde, dass dies sich auf die Geschlechterrollen, die Bedeutung von Kindern und deren Erziehung auswirke. Auch der Einfluss der Religion kam zur Sprache. „Flüchtlinge, die zwischen bzw. mit zwei Kulturen leben müssen, haben zwei Herzen und stehen daher im Dauerkonflikt“, erklärte Gratz. 

„Wir nehmen viele Impulse mit und haben einen neuen Blick auf die Schwierigkeiten in der Kommunikation und im Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen gewonnen“, äußerten die Ehrenamtlichen. Dass etwa Gesten oder der Blickkontakt in beiden Kulturen teilweise nahezu gegensätzlich zu werten seien, habe eindrücklich vorgeführt, wie und warum Missverständnisse in der Kommunikation entstehen können und Kenntnisse der anderen Sprache allein nicht ausreichen, um kulturelle Hindernisse zu überwinden. So fügte der Ägypter provozierend hinzu: „Bei uns ist das ganze Leben ein Basar“, und veranschaulichte an einem Beispiel, dass nicht nur der Austausch von Waren, sondern auch Standpunkte in der orientalischen Welt verhandelbar seien. 

Die Ehrenamtlichen waren sich einig, dass sie viele Erkenntnisse aus der Fortbildung direkt umsetzen können – sei es als Sprachlehrer, Familienpate oder Hausaufgabenbetreuer. Neben ihrem Dank an das Referentenduo und die Organisatoren im Landratsamt drückten sie auch ihren Wunsch nach einer Vertiefung des Themas im nächsten Jahr aus. Auch Ursula Moster bedankte sich bei den Referenten für die kurzweilige Darbietung des Themas und beim Publikum für das große Interesse.  

Im Ortenaukreis sind weit über 2.000 Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe aktiv. Um sie in ihrer Arbeit zu unterstützen, bietet die Koordinationsstelle Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe regelmäßig Austausch-, Informations- und Fortbildungsveranstaltungen an.

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