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»Alles im Griff«- Erfolgreiches Borkenkäfermanagement im Ortenaukreis!

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Forstwirt Thomas Schmälzle sichtet möglich Befall durch das Fernglas während sein Kollege Wendelin Schmälzle (beides Mitarbeiter des LRA) die Anzahl, den Entwicklungsstand sowie die Koordinaten der entdeckten Käferbäume in den Tablet-PC eingibt und die Daten verschickt. Foto: LRA

„2016 war für die Waldbesitzenden im Ortenaukreis bisher ein gutes Jahr. Durch die gute Wasserversorgung der Böden über das ganze Jahr hinweg konnten die Bäume kräftig wachsen“, sagt Holger Schütz, Leiter des Amts für Waldwirtschaft beim Landratsamt Ortenaukreis. Die nächste gute Nachricht: Der Baumbefall durch Käfer, speziell durch den gefürchteten Holz-Schädling Borkenkäfer, war minimal. „Wir haben alles im Griff“, so Schütz. „Durch die gute Wasserversorgung der Bäume konnten die Angriffe durch die Käfer meist abgewehrt werden. Und bei trotzdem einsetzendem Befall wurden die Käferbäume durch das Borkenkäfer-Management erkannt und schnell aus dem Wald gebracht.“

Im Ortenaukreis wurden in diesem Jahr auf einer Waldfläche von 90.000 Hektar nur 3100 Festmeter Käferholz infolge von Fichten-Borkenkäfer angefallen. Dies entspricht etwa nur ein Prozent des Gesamteinschlags. „Das Käferjahr neigt sich nun dem Ende, durch die längeren Nächte wird die Schwärmphase der Käfer deutlich reduziert“, sagt Siegfried Huber, Koordinationsrevierleiter für das Borkenkäfermanagement im Ortenaukreis. Werden weiterhin Käferbäume entdeckt, werden diese bearbeitet und aus dem Wald gebracht. „Unser Borkenkäfer-Management läuft weiter“, so Huber.

Mit der Einrichtung des Nationalparks Schwarzwald wurden im Vorfeld massive Schäden durch den Fichten-Borkenkäfer im angrenzenden Wald befürchtet. Befallen viele Borkenkäfer eine Fichte, stirbt diese ab. Deshalb entwickelte eine Arbeitsgruppe 2014 ein spezielles Borkenkäfer-Management für den Nationalpark. Damit Borkenkäfer nicht Schäden in benachbarten Wäldern anrichten, ist der Nationalpark von einer 500 Meter breiten Pufferzone umzogen. Dort werden frisch befallene Bäume entfernt, damit sich aus den in der Rinde abgelegten Eiern nicht die nächste Käfergeneration entwickeln kann. Eigens dafür ausgebildete Mitarbeiter durchstreifen regelmäßig den Pufferstreifen, um befallene Bäume frühzeitig zu entdecken.

„Durch das Aufstellen von Käferfallen und der wöchentlichen Kontrolle der Fallen bekommen wir einen Überblick über den Beginn der Schwärmphasen und die Populationsentwicklung der Käfer“, so Huber. Wöchentlich werden die Fangergebnisse der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) in Freiburg gemeldet. Die Käferexperten dort geben Handlungsempfehlungen an die Mitarbeiter vor Ort in einem wöchentlichen Newsletter. „Ab Beginn der ersten Schwärmphase werden die gefährdeten Bestände in einem Zyklus von maximal 14 Tagen abgelaufen, die Bäume dabei aus der Nähe in Augenschein genommen und auf Befallsmerkmale kontrolliert“, informiert der Kreisforstrevierleiter. Deutliche Merkmale für den Käferbefall sind Bohrmehl an Wurzelanläufen, an Rindenschuppen oder an der Bodenvegetation. „Auch Ferngläser sind im Einsatz, da der erste Befall an den Bäumen am Kronenansatz festzustellen ist. Austretendes Harz kann ebenfalls ein Hinweis auf den Borkenkäfer sein. Sollten bereits vom Specht erste Rindenstücke herausgeschlagen worden sein, ist Eile geboten, da der Käfer dann in seiner Entwicklung bereits weit fortgeschritten ist“, weiß Huber. Die entdeckten Bäume werden mit moderner Technik mittels Tablet-PC digital erfasst, mit GPS-Koordinaten verortet und täglich an die zentrale Datenverarbeitungsstelle nach Kornwestheim gemeldet.

Nach dem Entdecken der Käferbäume müssen innerhalb von 14 Tagen die befallenen Stämme aufgearbeitet, aus dem Wald gebracht und verkauft werden. Dadurch wird das Ausfliegen der Jungkäfer aus den Stämmen und die weitere Ausbreitung im Wald verhindert. Das dabei anfallende Kronenmaterial wird zeitnah gehackt. „Zur Überwachung der Aufarbeitung und der Holzabfuhr werden auch diese Daten an die Zentrale gemeldet, so dass jeder Käferbaum bis zum Verlassen des Waldes entsprechend dokumentiert ist“, so Huber.

„Durch dieses intensive Monitoring gelang es 2016 den Käferholzanfall rund um den Nationalpark Schwarzwald auf einem sehr niedrigen Niveau zu halten. So sind 2016 in der gesamten Pufferzone des Nationalparks bis heute lediglich 580 Festmeter Käferholz von 381 befallenen Bäumen auf einer Fläche von 4300 Hektar angefallen“, gibt Amtsleiter Schütz bekannt. „In der 430-Hektar-großen Pufferzone des Ortenaukreises waren lediglich 23 Bäume befallen, was 35 Festmeter Käferholz bedeutete“.

Weitere Informationen zum Borkenkäfer gibt es im Internet unter www.fva-bw.de.

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