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Zuwanderung: Landratsamt schließt erste Unterbringungen im Ortenaukreis

Das Landratsamt Ortenaukreis löst zwischen Juli und September 2016 insgesamt 327 Plätze in 14 Unterkünften der vorläufigen Unterbringung für Zuwanderer auf. Anlass für die Schließungen sind die seit April abrupt zurückgegangen Flüchtlingszahlen. Deshalb hat Landrat Frank Scherer Anfang des Monats eine neue Strategie auf den Weg gebracht. Diese sieht vor, insbesondere kleine, unwirtschaftliche bzw. für das Landratsamt organisatorisch schwer zu betreuende Objekte sukzessive aufzugeben.

Die kurzfristige Reduzierung der Unterkunftsplätze ist möglich, weil sich das Landratsamt mit verschiedenen Miet- und Kaufmodellen von Anfang an breit aufgestellt hat, um einerseits einen sicheren Basisbestand zu haben, andererseits aber auch flexibel auf Veränderungen reagieren zu können. Dank dieses vorausschauenden Managements könnten noch in diesem Jahr insgesamt 1.123 Plätze abgebaut werden.

Als erste der zwischen Juli und September aufzulösenden Unterkünfte wird das Waldschulheim Höllhof in Gengenbach mit 102 Plätzen aufgegeben. Somit steht es wieder ab dem kommenden Schuljahr für seine eigentliche Nutzung zur Verfügung
Zum 31. August werden die vorläufigen Unterbringungen Am Erlenwörth in Kehl und im Eibenweg in Kehl-Marlen mit zusammen 36 Plätzen aufgelöst.
Elf weitere Unterkünfte werden bis zum 30. September gekündigt. Dies sind die drei Unterbringungen in Bad Peterstal (Lutherweg, Renchtalstraße und Schwarzwaldstraße) mit insgesamt 60 Plätzen, eine Unterkunft im Langenbacherweg in Gutach (27 Plätze), eine Unterkunft in der Hauptstraße in Offenburg (23 Plätze), die beiden Unterkünfte Auf der Scheresmatt und in der Hubersgasse in Ohlsbach (zusammen 20 Plätze), eine Wohnung in der Schlossbergstraße in Renchen (sechs Plätze), eine Unterkunft in der Talstraße in Schuttertal (17 Plätze) sowie zwei Objekte in Wolfach in der Oberwolfacher Straße und in der Straße Vor Langenbach (insgesamt 36 Plätze).

Vorübergehend aufgelöst wird das ehemalige Militärgebäude „N40“ auf dem Gelände des Flugplatz Lahr, Gemarkung Friesenheim, mit 150 Unterbringungsplätzen. Bereits ab dem 30. Juni werden hier vorläufig keine Zuwanderer mehr leben. Für andere Zwecke genutzt wird ab sofort auch eine kreiseigene Hausmeisterwohnung mit 10 Plätzen in der Poststraße in Offenburg.

Angesichts der wachsenden Bedeutung der Anschlussunterbringung hat das Landratsamt den Städten und Gemeinden angeboten, insbesondere kleine und für den Landkreis ungünstig gelegene, jedoch für die Anschlussunterbringung geeignete Wohnungen und Gebäude im Bedarfsfall zu übernehmen. Welche der bis zum 30. September gekündigten Unterkünfte in die Anschlussunterbringung überführt werden, steht noch nicht in jedem Fall fest.

Wohin die derzeitigen Bewohner umziehen werden, wird kurzfristig und in Abhängigkeit von den jeweils zum Monatsbeginn vom Land zugewiesenen Neuankömmlingen entschieden. Soweit möglich nimmt das Landratsamt Rücksicht auf persönliche Umstände, wie etwa familiäre Konstellationen, bereits bestehende Arbeitsverhältnisse oder den Schulstandort.

Das Landratsamt bittet um Verständnis, dass die Schließungen einzelner Unterkünfte erst öffentlich gemacht werden können, nachdem das Landratsamt das Vorgehen mit den Vermietern und der jeweiligen Stadt- oder Gemeindeverwaltung abgestimmt hat und auch die betroffenen Bewohner sowie die Sprecher der ehrenamtlichen Helferkreise informiert wurden.

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