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Einbürgerungsfeier: Landrat Frank Scherer heißt 353 neue Bundesbürger im Ortenaukreis willkommen

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Landrat Frank Scherer (3. v. l) und Rita Böcherer (ganz links), Bereichsdirektorin der Sparkasse Offenburg/Ortenau, zusammen mit den diesjährigen Gewinnern des »Integrationspreises Ortenau«. Foto: Landratsamt

Landrat Frank Scherer begrüßte heute Nachmittag rund 120 neu eingebürgerte deutsche Staatsbürger im Großen Sitzungssaal des Landratsamts, die gemeinsam mit Vertretern aus Verwaltung, Politik und Gesellschaft im Beisein ihrer Familien ihre Einbürgerung feierten. Scherer verkündete dabei einen Rekord: Mit 353 Menschen aus 58 Nationen haben sich 2015 im Ortenaukreis so viele Personen wie seit zehn Jahren nicht mehr einbürgern lassen. Im Rahmen der Feier wurde der vom Landratsamt und der Sparkasse Offenburg/Ortenau zum dritten Mal ausgelobte „Integrationspreis Ortenau“ verliehen.

„Zuwanderung ist eine Herausforderung, und sie bedeutet Veränderung. Aber Zuwanderung ist auch Chance, denn sie birgt ein Potential, von dem die aufnehmenden deutsche Gesellschaft profitieren kann“, sagte der Landrat und nannte in diesem Zusammenhang die Schlagworte „Fachkräftemangel“ und „demografischen Wandel“.

Einen deutschen Pass hat nun auch Elhadj Toubalou Oumar Diallo aus Sasbachwalden. Der 31-Jährige ist der erste eingebürgerte Mauretanier im Ortenaukreis. Er kam vor rund 13 Jahren zum Studium nach Deutschland und hat heute einen Masterabschluss in der Fachrichtung „Infrastruktur und Verkehrsbauten“. „Meine Kindheit in Mauretanien war stark geprägt von Ungerechtigkeiten wie Rassenhass, Diskriminierung, Erniedrigung und sogar Sklaverei. In Deutschland habe ich eine Existenz und bin jedem anderen Menschen gleichgestellt. Als Bürger dieses Landes werde ich zu seiner Entwicklung beitragen und mithilfe meiner Stimme dazu unterstützen, dass seine Rechte weiter bestehen, damit alle Menschen in Freiheit leben können“, sagte Diallo in einer kurzen Ansprache an die Gäste.

„Integration ist ein gegenseitiger Prozess von Zuwanderern und Einheimischen und sie betrifft jede und jeden. Ohne die gesellschaftliche Beteiligung wäre auch in Sachen Zuwanderung kein Staat zu machen. Deswegen bin ich gerade in diesen Zeiten besonders froh, dass es im Ortenaukreis zahlreiche Initiativen und Projekte gibt, die sich die Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger zum Ziel gesetzt haben“, sagte Scherer. Mit dem „Integrationspreis Ortenau“, den das Landratsamt Ortenaukreis und die Sparkasse Offenburg/Ortenau an diesem Tag bereits zum dritten Mal verliehen, werde dieser große ehrenamtliche Einsatz für die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund öffentlich honoriert, so der Landrat, der die neuen Staatsbürger ermunterte, hierzu ihren Beitrag zu leisten. „Sie können sich mit am besten in die Neuankömmlinge hineinversetzen. Sie verstehen ihre Sorgen und Nöte und können Auswege aufzeigen. Sie haben einen Weg hinter sich gebracht, an dessen Anfang die Neuankömmlinge erst stehen. Seien Sie Vorbild für die Neuen und bringen Sie sich in die Integrationsarbeit ein“.

Mit dem „Integrationspreis Ortenau“ werden innovative Ideen, Engagement und gelungene Integrationskonzepte anerkannt und prämiert. Eine Jury, besetzt aus Mitarbeitern des Migrationsamtes und der Sparkasse Offenburg/Ortenau, entschied über die Preisvergabe. Aus 18 eingereichten Integrationskonzepten wurden heute die drei besten mit einem Preisgeld von insgesamt 3000 Euro honoriert.

Platz eins ging an das Projekt „Fahrradwerkstatt“ der „Initiative Flüchtlingshilfe Kehl“ in Kooperation mit der Verkehrswacht Kehl. Ziel des Projekts ist es, Mobilität und Verkehrssicherheit für Flüchtlinge herzustellen. Die Zuwanderer helfen beim Instandsetzen gespendeter Fahrräder, dabei soll ein ganzheitliches Denken und die Wertschätzung gegenüber den erworbenen Fortbewegungsmitteln vermittelt werden.

Als zweiter Preisträger wurde das Projekt „Weltcafé Ortenberg“ des „ForumAsyl Ortenberg“ ausgezeichnet. Die Einrichtung ist Treffpunkt für Flüchtlinge und Einheimische. Über Hausaufgabenprojekte; Paten- und Sportinitiativen werde „Völkerverständigung; Integration, Begegnung und Kommunikation vorgelebt“, so die Begründung der Jury.

Die „wöchentliche MarhaBAR“, ein interkultureller Treffpunkt für Migranten und Einheimische in den Illenau-Werkstätten in Achern wurde mit dem dritten Preis gewürdigt. Die Initiatoren um Juliane und Fahlbusch organisieren wöchentliche Treffen, bei denen Speisen und Getränke aus den verschiedenen Herkunftsländern bei verschiedenen kulturellen Events angeboten werden. „Damit wird auch Flüchtlingen eine Möglichkeit zur kulturellen und gesellschaftspolitischen Teilhabe geboten“ würdigte die Jury das Engagement.

Neben Musikstücken von Abhinav Singh und dem kasachisch-türkischen Rapduo „Etaif“, beide aus Kehl, wurde die Feier künstlerisch umrahmt durch das Theaterstück „Tschick“ vom BAAL novo Theater Eurodistrict.
Von den rund 425 Einbürgerungsanträgen, die 2015 beim Landratsamt Ortenaukreis eingegangen waren, wurden 353 Anträge bewilligt. Die Eingebürgerten stammen aus der Türkei, dem Kosovo, dem Irak und Syrien und zunehmend aus den Ländern der Europäischen Union. Gesellschaftlich bilden sie einen Querschnitt aus Facharbeitern, Akademikern und Selbstständigen.

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