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Die Schule für Kranke am Ortenau-Klinikum heißt künftig Hertha-Wiegand-Schule

Die Schule für Kranke am Ortenau-Klinikum heißt künftig Hertha-Wiegand-Schule. Den neuen Namen haben gestern die Mitglieder des Kultur- und Bildungsausschusses des Ortenaukreises einstimmig beschlossen. Die Schule ist ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum für Schüler in längerer Krankenhausbehandlung mit Sitz am Ebertplatz 12 in Offenburg und einer Außenstelle am Ortenau-Klinikum in Lahr. Die in Offenburg praktizierende jüdische Kinderärztin Hertha Wiegand, nach der die Schule benannt wird, wurde mit 53 Jahren Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung.

„Der zukünftige Name würdigt eine Person, die sowohl einen Bezug zum Arbeitsfeld Klinik und kranke Kinder als auch zur Region hat,“ sagte Georg Benz, der für die kreiseigenen Schulen zuständige Dezernent. „Er passt sehr gut zu unserer Schule für Kranke. Hertha Wiegand war wegen ihres großen sozialen Engagements in der ganzen Region sehr geschätzt“, so Benz weiter.

Hertha Wiegand, geb. Lion, wurde am 6.Juli 1890 als Kind einer jüdischen Familie in Ettenheim geboren. Sie legte im dortigen Gymnasium ihr Abitur ab und studierte Medizin in Freiburg, München und Heidelberg. Im Jahr 1915 heiratete sie ihren evangelischen Studienkollegen Otto Wiegand und eröffnete mit ihm zusammen eine Praxis in der Wasserstraße in Offenburg. 1920 kam die Tochter Dorothea zur Welt. Nach dem Tod ihres Mannes 1925 führte Hertha Wiegand die Praxis als Frauen- und Kinderärztin alleine weiter. 1938 wurde ihr die Approbation entzogen, obwohl sie inzwischen konfessionslos war. Als sie schwerkrank Anfang 1944 nach Theresienstadt deportiert werden sollte, nahm sie im Zug von Offenburg nach Karlsruhe Tabletten und starb am 12. Januar 1944. Vor dem ehemaligen Haus der Namensgeberin in der Wasserstraße 8 in Offenburg befindet sich ein Stolperstein, der daran erinnert, dass dort ein Opfer des Nationalsozialismus wohnte. Außerdem ist die Hertha-Wiegand-Straße im Offenburger Stadtteil Kreuzschlag nach ihr benannt.

In der Schule für Kranke werden jährlich rund 450 schulpflichtige Kinder und Jugendliche aller Schularten unterrichtet, die sich in stationärer Behandlung befinden oder krankheitsbedingt längere Zeit ihre Heimatschule nicht besuchen können. Durch pädagogische Betreuung unterstützen die Lehrkräfte den Heilungsprozess und schaffen die Voraussetzung dafür, dass die Kinder trotz Krankheit mit Freude und Erfolg lernen und den Anschluss an den Leistungsstand der Schüler an der Heimatschule nicht verlieren. Die Schule für Kranke arbeitet eng mit den Heimatschulen, den Ärzten, den Eltern und anderen betreuenden Personen zusammen. Das breit gefächerte Lehrerkollegium besteht aus Lehrkräften der Grund-, Haupt- und Realschule, des Gymnasiums sowie aus Lehrkräften des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums.

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