Mit Erfahrung Zukunft gestalten: Babyboomer gestalten mit
Beim BE-Forum „Wenn sich eine neue Tür öffnet … sich engagieren ab 60+“ kamen am vergangenen Freitag rund 60 Teilnehmende aus Vereinen, Initiativen, Kommunen und sozialen Einrichtungen zusammen, um über die Chancen des Engagements nach dem Berufsleben zu diskutieren. Im Mittelpunkt der Fachveranstaltung stand die Frage, wie die Generation der Babyboomer gezielt für ehrenamtliches Engagement gewonnen und begleitet werden kann.
Einen fachlichen Impuls setzte Karin Haist mit der Vorstellung der Studie „Engagiert euch, Boomer!“ der Körber-Stiftung. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Menschen der Babyboomer-Generation grundsätzlich bereit sind, sich nach dem Eintritt in den Ruhestand gesellschaftlich einzubringen. „Engagement entsteht jedoch nicht automatisch, sondern braucht gezielte Ansprache, persönliche Einladungen und passende Rahmenbedingungen“, berichtete Haist. Besonders wichtig seien flexible Angebote, die sich an den individuellen Lebenssituationen orientieren, sowie eine Kultur der Anerkennung und Wertschätzung. „Für Kommunen ist es entscheidend, frühzeitig Kontakte zu knüpfen, Übergänge vom Berufsleben in neue Engagementformen zu begleiten und Räume für Beteiligung zu schaffen“, konkretisierte sie die Rolle der Kommunen. Die Studie mache zudem deutlich, dass Babyboomer ihre beruflichen und persönlichen Kompetenzen gerne sinnvoll einbringen möchten – vor allem dort, wo sie Wirksamkeit erleben und mitgestalten können.
Im anschließenden World Café diskutierten die Teilnehmenden an vier Thementischen konkrete Ansätze für die Praxis. Dabei wurde deutlich, dass klassische Ehrenamtsstrukturen zunehmend ergänzt werden müssen durch flexible und projektbezogene Formen des Engagements. Viele Menschen wünschen sich zeitlich überschaubare Aufgaben, die sich unkompliziert in den Alltag integrieren lassen. Gleichzeitig wurde hervorgehoben, wie wichtig persönliche Ansprache und direkte Kontakte bleiben – etwa über Vereine, Netzwerke, Nachbarschaften oder den Übergang aus dem Berufsleben heraus.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Rolle der Kommunen. Diese wurden als wichtige Vermittlerinnen und Türöffner beschrieben, die Engagement sichtbar machen, Menschen zusammenbringen und Kooperationen zwischen Verwaltung, Vereinen und Zivilgesellschaft fördern können. Diskutiert wurde außerdem, wie die umfangreichen Erfahrungen und Kompetenzen der Babyboomer stärker genutzt werden können – beispielsweise durch Mentoring-Angebote, projektbezogene Beratung oder generationenübergreifende Formate.