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Ortenaukreis will Angebote zur seelischen Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und Familien weiter stärken

Bestands- und Bedarfsanalyse zeigt gute Strukturen – aber weiteren Entwicklungsbedarf

Wie können Kinder, Jugendliche und Familien mit psychischen Belastungen noch besser unterstützt werden? Mit dieser Frage hat sich eine umfassende Bestands- und Bedarfsanalyse zur seelischen Gesundheit im Ortenaukreis beschäftigt, deren Ergebnisse am Dienstag im Sozialausschuss vorgestellt wurden.

Die Untersuchung wurde vom Zentrum für Kinder- und Jugendforschung der Evangelischen Hochschule Freiburg durchgeführt, wie Mirjam Schwab, Sozialplanerin im Ortenaukreis berichtete. Ziel sei es gewesen, bestehende Angebote zu analysieren, Bedarfe zu identifizieren und konkrete Maßnahmen für die Weiterentwicklung der Unterstützungsstrukturen im Ortenaukreis zu erarbeiten.

Die Analyse bescheinigt dem Ortenaukreis insgesamt eine gut ausgebaute Angebotsstruktur. Gleichzeitig zeigen sich Unterschiede bei Vernetzung, Transparenz und Erreichbarkeit der Angebote in einzelnen Regionen des Kreises. Besonders positiv bewertet wurde die breite Beteiligung von Eltern, Fachkräften und Institutionen an der Untersuchung.

Aus den Ergebnissen sollen drei zentrale Maßnahmen umgesetzt werden:

  • eine bessere Bündelung von Informationen zur seelischen Gesundheit,
  • der Aufbau eines kinder- und jugendpsychiatrischen Verbundes
  • sowie zusätzliche Schulungsangebote für Fachkräfte.

Ein Schwerpunkt soll künftig auf der besseren Orientierung und Information für Familien und Fachkräfte liegen. Geplant ist, das Thema „Seelische Gesundheit in Familien“ in das bestehende Gesundheitsportal des Ortenaukreises einzubinden und dort Informationen gezielter und niederschwellig bereitzustellen. Auch die Vernetzung bestehender Angebote soll weiter ausgebaut werden. Hierzu wird der Ortenaukreis den bereits bestehenden Lenkungskreis zum Thema Kinder psychisch oder suchtkranker Eltern weiterentwickeln und zu einem kinder- und jugendpsychiatrischen Verbund ausbauen, erklärt Moritz Schulz, Leiter des Amts für Soziale und Psychologische Dienste.

Darüber hinaus sieht die Verwaltung einen hohen Bedarf an Schulungen und Präventionsangeboten im Bereich seelische Gesundheit – insbesondere für Fachkräfte an Schulen, in Beratungsstellen und sozialen Einrichtungen. Erste Projekte und Kooperationen bestehen bereits und sollen künftig weiter ausgebaut werden.

Ziel der Maßnahmen sei es, psychischen Erkrankungen frühzeitig entgegenzuwirken und langfristig hohe Folgekosten zu vermeiden.

20.05.2026