Über 33 Millionen Euro für Glasfaserausbau in der Ortenau
Ministerialdirigent Arndt Möser überreicht Förderbescheide des Landes - 27 Städte und Gemeinden profitieren
Die Finanzierung des Glasfaserausbaus im Ortenaukreis steht: Ministerialdirigent Arndt Möser, Abteilungsleiter Digitalisierung im Innenministerium Baden-Württemberg, hat am Donnerstagnachmittag im Landratsamt im Offenburg Förderbescheide des Landes in Höhe von mehr als 33 Millionen Euro (33.595.200 Euro) an Landrat Thorsten Erny übergeben. Die Fördermittel sind für die finale Phase des geförderten Glasfaserausbaus im Ortenaukreis bestimmt und kommen 27 Städten und Gemeinden in der Ortenau zugute – darunter Offenburg, Kehl, Achern und Lahr.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Übergabe der Förderbescheide durch Ministerialdirigent Möser an die Vertreterinnen und Vertreter der berücksichtigten Städte und Gemeinden. Zum Auftakt begrüßte Landrat Thorsten Erny die Gäste. Anschließend stellte Josef Glöckl-Frohnholzer, Geschäftsführer der Breitband Ortenau GmbH & Co. KG, die Arbeit der Gesellschaft kurz vor.
Anlässlich der Übergabe erklärte Digitalisierungs- und Innenminister Thomas Strobl: „Der Ortenaukreis geht beim Breitbandausbau seit Jahren entschlossen voran. Klar ist: Wenn Kommunen zusammenarbeiten, klare Strukturen schaffen und den Ausbau strategisch angehen, gelingt der flächendeckende Breitbandausbau. Die Digitalisierung und der damit verbundene Breitbandausbau ist eine zentrale Zukunftsaufgabe – für die Bürgerinnen und Bürger, unsere Wirtschaft, für gleichwertige Lebensverhältnisse und für die Handlungsfähigkeit unseres Staates. Der Ortenaukreis zeigt, wie diese Aufgabe erfolgreich umgesetzt werden kann.“
Der Glasfaserausbau in der Ortenau erfolgt seit 2020 im Rahmen des Projekts „GiGa | Ortenau“ der Breitband Ortenau, das auf ein hybrides Ausbaumodell setzt. Dabei werden staatlich geförderte Maßnahmen gezielt mit eigenwirtschaftlichen Investitionen privater Telekommunikationsunternehmen kombiniert. Während Anbieter wie Vodafone, Telekom, Unsere Grüne Glasfaser oder Deutsche Glasfaser den Ausbau in den dichter besiedelten Innenlagen übernehmen, erschließt die Breitband Ortenau die oftmals wirtschaftlich schwieriger zu versorgenden Außenbereiche der Kommunen.
Die nun übergebenen Förderbescheide ermöglichen die Umsetzung der Phase 5 des geförderten Ausbaus, in der die noch verbliebenen unterversorgten Gebäude in den Außenlagen der Gemeinden an das Glasfasernetz angeschlossen werden sollen. Die Förderung erfolgt im Zusammenspiel von Bund und Land: Während der Bund im Rahmen seines Bundesförderprogramms für den Gigabitausbau bis zu 50 Prozent der Investitionskosten übernimmt, beteiligt sich das Land Baden-Württemberg über die Kofinanzierung mit weiteren 40 Prozent. Die verbleibenden Kosten tragen die Kommunen.
„Ich danke dem Land Baden-Württemberg ausdrücklich für diese starke Unterstützung. Die Förderung ist ein weiteres wichtiges Signal für den flächendeckenden Glasfaserausbau im ländlichen Raum. Sie bringt uns unserem Ziel näher, auch die noch unterversorgten Gebäude an ein leistungsfähiges Glasfasernetz anzuschließen“, sagte Landrat Thorsten Erny.
„Die Förderbescheide für die finale Ausbauphase sind ein starkes Signal für die digitale Zukunft unserer Region“, ergänzte Josef Glöckl-Frohnholzer, Geschäftsführer der Breitband Ortenau GmbH & Co. KG.
Der Breitbandausbau im Ortenaukreis habe in den vergangenen Jahren bereits große Fortschritte gemacht, so Glöckl-Frohnholzer. „In zahlreichen Kommunen laufen derzeit Bauarbeiten oder sind bereits abgeschlossen. Die sogenannte Homes-Passed-Quote – also der Anteil der Gebäude, bei denen die Glasfasertrasse bereits in unmittelbarer Nähe verläuft und ein Anschluss technisch möglich ist – liegt derzeit bei rund 52 Prozent. Bis 2027 soll sie auf etwa 70 Prozent steigen. Bis 2031 wird eine vollständige Glasfaserversorgung aller Gebäude angestrebt“, macht der Geschäftsführer klar.
Insgesamt wird bis zum Ende des Ausbaus rund eine Milliarde Euro in die digitale Infrastruktur der Ortenau investiert. Neben den Fördermitteln von Bund und Land engagieren sich auch private Telekommunikationsunternehmen mit Investitionen von mehr als 500 Millionen Euro im eigenwirtschaftlichen Ausbau von knapp 100.000 Gebäuden im Landkreis.
Seit dem Jahr 2016 hat das Land Baden-Württemberg rund 3.800 Breitbandprojekte mit insgesamt über 3,5 Milliarden Euro gefördert. Zusammen mit Bundesmitteln wurden so mehr als 7 Milliarden Euro in die digitale Infrastruktur investiert.
Mit der nun eingeleiteten finalen Ausbauphase sollen in den kommenden Jahren auch die letzten bislang unterversorgten Gebäude an das leistungsfähige Glasfasernetz angeschlossen werden. Damit rückt das Ziel eines flächendeckenden Gigabitnetzes in der Ortenau weiter in greifbare Nähe.