Neue Außenstelle der Frühförderstelle in Lahr eröffnet
Narrenzünfte spenden 777 Euro
Über 777 Euro kann sich die neu eröffnete Außenstelle der Interdisziplinären Frühförderstelle Ortenau in Lahr freuen. Das Geld stammt von Narrenzünften des Ortenauer Narrenbundes (ONB), des Verbandes Oberrheinischer Narrenzünfte (VON) und der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) sowie vom Handwerkerstammtisch „Alpenkräutler“. Beim diesjährigen Narrenempfang im Landratsamt in Offenburg hatten mehr als 100 Hästräger und Maskenträger für den guten Zweck gesammelt. Statt der traditionellen Geschenke bringen die Narrenverbünde seit einigen Jahren Geld mit – und reichen es gebündelt weiter. In diesem Jahr geht die Unterstützung auf Anregung von Landrat Thorsten Erny an die Frühförderstelle in Lahr. Die symbolische Scheckübergabe fand in den neuen Räumen in der Schillerstraße statt, gemeinsam mit Landrat Erny, der Präsidentin des Ortenauer Narrenbundes Silvia Boschert, dem ONB-Ehrenvizepräsidenten Karl Hansert sowie dem Narrenvogt Gunther Seckinger (VON).
„Nicht nur Ihr Einsatz für das Brauchtum ist vorbildlich, sondern auch Ihr Blick für Menschen, die Hilfe brauchen“, sagte Landrat Thorsten Erny. „Mit Ihrer Gabe unterstützen Sie Familien genau dort, wo es zählt: früh, praktisch und nah am Alltag.“
Silvia Boschert und Gunther Seckinger machten deutlich, warum die Narrenzünfte bewusst die Frühförderung stärken: „Bei uns geht es um Gemeinschaft. Und Gemeinschaft heißt auch: Wir schauen nicht weg, wenn Familien einen schweren Start haben. Fastnacht ist Lebensfreude – und sie gehört allen. Wenn wir mit einer Sammelaktion Wege leichter machen, dann passt das genau zu unserem Selbstverständnis.“
Die Unterstützung kommt zur richtigen Zeit, denn in Lahr gibt es seit Anfang Februar eine neue Anlaufstelle. Der Verein Frühberatung im Ortenaukreis hat in Kooperation mit Reha Südwest Südbaden eine Außenstelle der Interdisziplinären Frühförderstelle Ortenau eröffnet. Die Räume in der Schillerstraße stehen Kindern mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen sowie ihren Familien aus Lahr und der südlichen Ortenau zur Verfügung. In einer kindgerechten Umgebung arbeitet ein Team aus Heilpädagogik, Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie eng zusammen, um jedes Kind passend zu fördern und Eltern zu entlasten. Anita Göppert, Leiterin der Interdisziplinären Frühförderstelle Ortenau, erklärt: „Für viele Familien ist es eine enorme Erleichterung, wenn Hilfe nicht weit weg ist. In Lahr können wir jetzt früher ansetzen, näher dran sein und gemeinsam mit den Eltern schauen: Was braucht dieses Kind – und was hilft im Alltag wirklich?“.
Die Interdisziplinäre Frühförderstelle Ortenau arbeitet in Offenburg seit über vierzig Jahren niederschwellig mit Eltern und Einrichtungen rund um die frühkindliche Entwicklung zusammen. Sozialdezernent Heiko Faller betont den Nutzen der frühen Unterstützung: „Wenn Schwierigkeiten früh erkannt werden, können Kinder und Eltern schneller die passende Begleitung bekommen. Das entlastet Familien nachhaltig und eröffnet Kindern wichtige Schritte in ihrer Entwicklung.“
Finanziert wird die Arbeit des Vereins Frühberatung im Ortenaukreis durch Zuschüsse des Landratsamts und des Landes Baden-Württemberg sowie durch Mitgliedsbeiträge fast aller Städte und Gemeinden im Ortenaukreis und weiterer Träger der Behindertenhilfe. Zur Eröffnung der Außenstelle in Lahr haben außerdem die Regionalstiftung der Sparkasse Offenburg/Ortenau und die Bürgerstiftung Lahr beigetragen. Mit diesen Mitteln konnten unter anderem der Wartebereich kindgerecht ausgestattet und Material für die Diagnostik beschafft werden.