Waldbrände in der Ortenau: Brandentwicklung eingedämmt - Nachlöscharbeiten laufen
Keine Verletzten – überörtliche Kräfte in der Nacht abgelöst – weiterer Brand in Gengenbach-Schwaibach gelöscht
Nach einer außergewöhnlichen Einsatznacht hat sich die Lage bei den Waldbränden in der Ortenau am Mittwochmorgen stabilisiert. In Zell am Harmersbach ist es den Einsatzkräften in den frühen Morgenstunden gelungen, die weitere Brandentwicklung einzudämmen. Jetzt stehen aufwendige Nachlöscharbeiten im Mittelpunkt. Auch in Steinach muss nach dem am Dienstag unter Kontrolle gebrachten Waldbrand mit hohem Aufwand nach Glutnestern gesucht werden. „Verletzte sind nach aktuellem Stand glücklicherweise nicht zu beklagen“, informiert Kreisbrandmeister Bernhard Frei. Aktuell sind noch rund 100 Einsatzkräfte an den Brandstellen im Einsatz.
Bei den Einsätzen waren mehr als 600 Kräfte der Feuerwehren, der Bergwacht, des Deutschen Roten Kreuzes, der Malteser, des Technischen Hilfswerks (THW) sowie der Polizei im Einsatz. Landrat Thorsten Erny hatte am Dienstagabend die Einsatzstellen in Steinach und Zell am Harmersbach besucht. „Die vergangenen Stunden haben eindrucksvoll gezeigt, wie stark die Ortenau in einer außergewöhnlichen Lage zusammensteht. Mehr als 600 Einsatzkräfte haben mit großer Professionalität und hohem persönlichem Einsatz Hand in Hand gearbeitet und damit Schlimmeres verhindert“, sagt Landrat Thorsten Erny. „Mein besonderer Dank gilt auch den vielen Landwirten sowie den Unternehmen, die ganz selbstverständlich mit Wasserfässern, Fahrzeugen und ihrer Logistik zur Hilfe gekommen sind. Dieser Zusammenhalt über Organisations-, Gemeinde- und Kreisgrenzen hinweg verdient höchste Anerkennung. Zugleich bitte ich alle Menschen in der Ortenau eindringlich, angesichts der anhaltenden Trockenheit auf offenes Feuer zu verzichten und Zigaretten keinesfalls achtlos wegzuwerfen.“
Erny hatte sich am Mittwochmorgen auch in einer Videobotschaft auf den Social-Media-Kanälen des Landkreises bei den Einsatzkräften und Helfenden bedankt. (Die Botschaft ist hier abrufbar: https://www.instagram.com/reel/Db7p4wvINIE/)
Glutnester müssen aufwendig freigelegt werden
„In Zell am Harmersbach geht es nun darum, verbliebene Glutnester zu finden, freizulegen und vollständig abzulöschen. Damit soll verhindert werden, dass das Feuer erneut aufflammt. Der Forst unterstützt die Arbeiten. Eine Fachfirma trägt verbranntes Material ab, damit die Einsatzkräfte auch tiefer liegende Schichten erreichen und dort vorhandene Glutnester löschen können“, so Kreisbrandmeister Frei.
Unterstützung erhalten die Feuerwehren dabei von Spezialkräften von @fire – Internationaler Katastrophenschutz Deutschland e. V. Die Organisation verfügt über speziell für die Vegetationsbrandbekämpfung ausgebildete Einsatzkräfte. In der schwierigen Hanglage werden die @fire-Kräfte von der Bergwacht gesichert. Eine weitere Einheit der Bergwacht übernimmt die medizinische Absicherung für den Fall, dass sich Einsatzkräfte bei den Arbeiten verletzen.
Die überörtlichen Einsatzkräfte aus den Landkreisen Rottweil und Emmendingen sowie aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis, die in der Nacht zur Unterstützung in die Ortenau gekommen waren, wurden am Morgen durch Feuerwehren aus dem Ortenaukreis abgelöst. Auch zahlreiche Landwirte sowie Unternehmen aus der Region haben die Löscharbeiten unterstützt. Unter anderem stellten ein Straßenbaubetrieb und ein Fuhrunternehmen Fahrzeuge und weitere Hilfe zur Verfügung.
Lage in Steinach stabil
In Steinach ist die Lage laut Frei am Mittwochvormittag stabil. Dort laufen nur noch kleinere Nachlöscharbeiten. Die Feuerwehr kann ihre Kräfte bereits schrittweise zurücknehmen. In Abstimmung mit der Forstbehörde bleibt die als Umfahrung genutzte Straße wegen Steinschlaggefahr bis auf Weiteres gesperrt. Der extrem steile Hang hatte die Löscharbeiten bereits am Dienstag erheblich erschwert.
Am späten Abend wird die Feuerwehr den Brandbereich nochmals kontrollieren. Dabei wird insbesondere geprüft, ob sich erneut Glutnester gebildet haben oder weitere Nachlöscharbeiten notwendig sind
Weiterer Brand in Gengenbach-Schwaibach in der Nacht
Auch während der Nacht kam es zu einem weiteren Feuer. Landrat Thorsten Erny entdeckte auf der Rückfahrt von der Einsatzstelle in Zell am Harmersbach in Gengenbach-Schwaibach einen Brand und meldete ihn. Die Feuerwehr rückte daraufhin aus und konnte das Feuer löschen. Nach Angaben von Kreisbrandmeister Bernhard Frei breiteten sich die Flammen von der Straße in den angrenzenden Wald und den Hang hinauf aus. Zwei Wohnhäuser waren zeitweise gefährdet; die Bewohner wurden vorsorglich evakuiert. Die Feuerwehr bekämpfte den Brand mit einem größeren Kräfteaufgebot von mehreren Seiten und verhinderte ein Übergreifen auf die Gebäude. Unterstützt wurde sie von Landwirten, die mit Fahrzeugen und Wasser halfen. Die trockene Vegetation und die Hanglage erschwerten den Einsatz.
Auch der am Dienstagabend gemeldete Brand in Nordrach ist gelöscht.
Der Führungsstab des Ortenaukreises konnte seinen Einsatz in der Nacht gegen 2 Uhr beenden. Die Arbeit an den Brandstellen geht jedoch weiter. Aufgrund des weiterhin hohen Personal- und Materialbedarfs, der Versorgung der Einsatzkräfte sowie des notwendigen Abstimmungsaufwands bleiben die entsprechenden Einsatz- und Versorgungsstrukturen bestehen. Das Amt für Brand- und Katastrophenschutz stimmt das weitere Vorgehen fortlaufend mit dem Regierungspräsidium Freiburg ab.
Die Nachlöscharbeiten werden voraussichtlich noch längere Zeit in Anspruch nehmen.
Kriminalpolizei ermittelt
Die Kriminalpolizei hat inzwischen die Ermittlungen zu den Bränden in der Region inzwischen gebündelt und führt sie zentral. Hintergrund ist nach Angaben der Polizei die ungewöhnliche Häufung von Flächen- und Vegetationsbränden in den vergangenen Tagen und Wochen. Konkrete Anhaltspunkte für eine mögliche Brandstiftung liegen derzeit nicht vor. In den kommenden Tagen will die Polizei ihre Präsenz in den betroffenen Städten und Gemeinden verstärken. Wer verdächtige Beobachtungen gemacht oder auffällige Personen oder Fahrzeuge bemerkt hat, kann sich beim Kriminaldauerdienst unter 0781 21-2820 oder über den Polizeinotruf 110 melden.
Stand: [12. August 2026, 12.00 Uhr]