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Datum: 11.08.2026

Schulaktionen im Landkreis machen die Welt der Geodäsie erlebbar

Mit mehreren Aktionen hat das Amt Vermessung & Flurneuordnung beim Landratsamt Ortenaukreis 2026 gezeigt, wie praxisnah und vielseitig die Geodäsie ist. An mehreren Gymnasien in Lahr und Offenburg, sowie an der Gemeinschaftsschule in Hausach erhielten Schülerinnen und Schüler verschiedener Klassenstufen die Gelegenheit, moderne Vermessungstechnik selbst auszuprobieren – und dabei zu erleben, wie eng Mathematik, Physik und Technik mit realen Anwendungen verknüpft sind.

Am Clara-Schumann-Gymnasium in Lahr arbeiteten die siebten Klassen im Rahmen der MINT-Fächer an vier Stationen, die typische Aufgaben der Vermessung abbildeten: die Schülerinnen und Schüler kartierten ihren Sportplatz, führten GNSS-Messungen (mit Satellitensignalen) durch, bestimmten Höhenunterschiede und lernten moderne Drohnentechnik kennen. „Die Jugendlichen merken sehr schnell, wie spannend Vermessung sein kann, wenn sie selbst messen, rechnen und Ergebnisse vergleichen“, sagt der Organisationsleiter Timo Nopper.

Auch die fünften, neunten und zehnten Klassen erhielten Einblicke in die Vermessungspraxis. Während die Jüngeren spielerisch Maßstäbe und klassische Messgeräte erkundeten, arbeiteten die älteren Klassen mit Tachymetern, bestimmten Entfernungen mithilfe des Cosinus Satzes und berechneten die Höhe des Schulgebäudes mit einem historischen Theodolit. Die Messergebnisse wurden anschließend in vorbereitete Karten übertragen.

Teil der landesweiten Aktionswoche Geodäsie

Die Aktionen kurz vor den Sommerferien sind eingebettet in die landesweite Aktionswoche Geodäsie, eine groß angelegte Nachwuchs- und Öffentlichkeitskampagne unter dem Motto „Faszination Erde – Deine Zukunft“. Ziel ist es, das Berufsfeld der Geodätinnen und Geodäten stärker ins Bewusstsein junger Menschen zu rücken und Neugierde zu wecken.

„Geodäten sind gefragte Ansprechpartner – nicht nur bei Vermessung und Grenzfestlegung, sondern auch in Stadtplanung, Industrie, Navigation und Digitalisierung“, betont Ansgar Jäger, Leiter des Amts Vermessung & Flurneuordnung in Offenburg. „Für Zukunftsthemen wie Energiewende oder Datenvernetzung, also zahlreichen Zukunftsfragen, ist unser abwechslungsreicher Beruf unverzichtbar.“

Das Amt beteiligt sich seit Jahren an der Aktionswoche und bietet gemeinsam mit Schulen speziell konzipierte Vermessungsübungen an. „Wir möchten zeigen, wie spannend und modern unser Beruf ist“, erklärt Christiane Benz, Sachgebietsleiterin im Fachbereich Flurneuordnung. „Viele Jugendliche wissen gar nicht, welche interessanten Ausbildungs- und Studienwege es in der Geodäsie gibt.“

Am Oken-Gymnasium in Offenburg fand bereits zum dritten Mal ein Aktionstag Geodäsie für die neunten Klassen statt. Die Jugendlichen bestimmten bei der indirekten Entfernungsmessung ihre Wurf-Weiten wie bei der Leichtathletik mit modernen Tachymetern, berechneten die Höhe eines Flutlichtmastes mit Theodolit und Bandmaß und ermittelten mithilfe moderner GPS Technik den Flächeninhalt eines unregelmäßigen Vierecks.

Auch an der Graf-Heinrich-Gemeinschaftsschule in Hausach entschieden sich zahlreiche Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klassen bei den Projekttagen zum Kennenlernen verschiedener Berufsfelder für den Bereich Vermessung und Flurneuordnung. In vier Gruppen lösten sie Aufgaben wie Höhenbestimmung, Einfluchten, Weitwurfmessung und Geocaching. Eine Einführung in Drohnenmessung rundete den gelungenen Geodäsietag in Hausach ab.

„Wir freuen uns, wenn wir Neugier wecken können“, fasst Timo Nopper zusammen. „Wer erlebt, was man mit Mathematik, Physik und Technik alles praktisch umsetzen kann, entwickelt oft echte Freude an diesen Themen.“