Ortenaukreis unterstützt Aidshilfe mit Sonderzuschuss
Der Ortenaukreis unterstützt die Aidshilfe mit einem einmaligen Sonderzuschuss von 12.000 Euro für das Jahr 2026. Das hat der Sozialausschuss am Dienstag vorbehaltlich der Zustimmung Kreistags zum Doppelhaushalt 2027/2028 beschlossen. Damit trägt der Kreis dazu bei, das Defizit der Offenburger Außenstelle des Zentrums für sexuelle Gesundheit (ZSG) – Aidshilfe Freiburg – Offenburg e. V. aufzufangen. Ab 2027 soll der jährliche Kreiszuschuss von 24.000 Euro fortgeführt werden. Zugleich wird der Stellenumfang der Außenstelle auf 40 Prozent einer Vollzeitstelle reduziert. Psychosoziale Beratung und Prävention können damit weiter angeboten werden, allerdings in geringerem Umfang als bisher.
Das ZSG hatte nach der Auflösung der AIDS-Hilfe Offenburg-Ortenaukreis im Jahr 2024 deren Aufgaben übernommen. Von der Außenstelle Offenburg aus unterstützt der Verein Menschen mit HIV und Aids im gesamten Ortenaukreis. Im Jahr 2025 verzeichnete die Außenstelle 210 Beratungskontakte. Daneben führte der Träger Tests auf sexuell übertragbare Infektionen sowie Präventionsangebote durch.
Die finanzielle Schieflage hängt wesentlich mit den veränderten Bedingungen der Landesförderung nach der Übernahme zusammen. Die Förderung knüpft an die Mitgliedsorganisation und nicht an den einzelnen Standort an. Mit der Auflösung des eigenständigen Offenburger Vereins entfielen deshalb ein eigener Sockelbetrag und erhebliche weitere Förderanteile für den Standort.
Das Defizit des Jahres 2025 konnte noch aus Eigenmitteln gedeckt werden. Für 2026 rechnet der Träger mit einem Fehlbetrag von rund 33.900 Euro, der sich auf diesem Weg nicht mehr ausgleichen lässt. Der Sonderzuschuss des Kreises wird aus nicht verwendeten Mitteln des Maßnahmentopfs für soziale Hilfen finanziert. Er deckt einen Teil des erwarteten Defizits ab.
Um die Außenstelle künftig mit einem ausgeglichenen Haushalt betreiben zu können, hat der Verein eine Anpassung der Leistungsvereinbarung und eine Reduzierung des Stellenumfangs beantragt. Eine dauerhafte Erhöhung des Kreiszuschusses ist angesichts der Haushaltslage des Ortenaukreises derzeit nicht vorgesehen.
Das Angebot des Vereins ergänzt die kreiseigene Sprechstunde zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Deren Schwerpunkt liegt auf Testungen; die psychosoziale Beratung und Präventionsarbeit des Vereins könnte bei einem Wegfall nicht im gleichen Umfang kompensiert werden. Kreis und Träger arbeiten unter anderem bei Präventionsveranstaltungen zusammen.
Die Kreisverwaltung unterstützt den Verein dabei, Möglichkeiten einer höheren Förderung über den Landesverband zu prüfen. Sollte sich die Förderung verändern, soll auch die Höhe des Kreiszuschusses erneut geprüft werden.