Ortenaukreis und Collectivité européenne d'Alsace bauen ihre grenzüberschreitende Zusammenarbeit weiter aus
Partnerschaftsvereinbarung um neue Kooperationsbereiche erweitert
Gemeinsame Pressemitteilung der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass (CeA) und des Ortenaukreises
Zu einem politischen Austausch haben sich am Montag vergangener Woche Frédéric Bierry, Präsident der europäischen Gebietskörperschaft Elsass (CeA), und Thorsten Erny, Landrat des Ortenaukreises und Präsident des Eurodistrikts Strasbourg-Ortenau, im Ecomusée d’Alsace in Ungersheim getroffen. Sie erneuerten die Partnerschaftsvereinbarung zwischen dem Ortenaukreis und der CeA und bekräftigten damit ihre enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
Die erste Partnerschaftsvereinbarung wurde bereits im Jahr 2017 zwischen dem Département Haut-Rhin und dem Ortenaukreis geschlossen. Sie bildet den Rahmen für den regelmäßigen politischen und fachlichen Austausch zwischen dem Ortenaukreis und der CeA. Mit der Fortschreibung werden bestehende Kooperationsbereiche fortgeführt und zugleich um neue Themen ergänzt. Künftig sollen insbesondere die Zusammenarbeit im Bereich des Kulturerbes sowie der Austausch im Bevölkerungsschutz weiter ausgebaut werden.
„Grenzüberschreitende Zusammenarbeit lebt von Vertrauen, persönlichen Begegnungen und konkreten Projekten. Mit der neuen Partnerschaftsvereinbarung setzen wir ein klares Zeichen für ein gemeinsames Europa, das den Menschen vor Ort konkrete Vorteile bringt“, betont Landrat Thorsten Erny. „Wir erneuern unser Engagement für Projekte, die den Oberrhein mit Leben füllen, die Zukunft unseres gemeinsamen Lebensraums gestalten und das kulturelle Erbe, das wir teilen, an die junge Generation weitergeben“, ergänzt Präsident Frédéric Bierry.
Die neue Partnerschaftsvereinbarung
Neu aufgenommen wurde der fachliche Austausch im Bereich der Erhaltung und Aufwertung traditioneller Bau- und Wohnformen. Hierzu soll insbesondere die Zusammenarbeit zwischen dem Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof und dem Écomusée d’Alsace intensiviert werden. Passend dazu fand die Unterzeichnung der Partnerschaftsvereinbarung gemeinsam mit den jeweiligen Geschäftsleitungen im Écomusée d’Alsace statt. Ein weiterer neuer Kooperationsbereich ist der Bevölkerungsschutz. Die Vereinbarung sieht vor, den Austausch insbesondere zum Schutz kritischer Infrastrukturen, zu wasserbedingten Risiken wie Hochwasser- und Starkregenereignissen sowie zur Waldbrandbekämpfung zu intensivieren. Dabei soll an bestehende grenzüberschreitende Strukturen und Expertengremien angeknüpft werden.
Neben den neuen Themenfeldern zogen beide Partner eine positive Bilanz der bisherigen Zusammenarbeit. Hervorgehoben wurden insbesondere der seit dem vergangenen Jahr bestehende Mitarbeitendenaustausch zwischen der CeA und dem Ortenaukreis, der bereits zahlreichen Beschäftigten beider Verwaltungen Einblicke in die Arbeitsweise der jeweiligen Partnerverwaltung ermöglicht hat. Ziel des Programms ist es, Sprachkompetenzen zu fördern und das gegenseitige Verständnis für Verwaltungsstrukturen und Arbeitsabläufe weiter zu vertiefen.
Auch das gemeinsame INTERREG-Projekt „Burgen am Oberrhein“ wurde als Beispiel erfolgreicher grenzüberschreitender Zusammenarbeit hervorgehoben. Seit 2020 arbeiten die Partner gemeinsam daran, das kulturelle Erbe des Oberrheins sichtbarer zu machen und touristisch weiterzuentwickeln. Nach erfolgreicher Umsetzung der ersten Projektphase soll die Zusammenarbeit nun im Rahmen einer weiteren Förderperiode fortgesetzt werden. „Die Burgen am Oberrhein erzählen eine Geschichte, die wir auf beiden Seiten des Rheins teilen. Wir müssen sie weiterhin sowohl den Einwohnern als auch den Touristen näherbringen, um die Verbindungen zwischen unseren Kulturen zu stärken und dieses Erbe zu einem bedeutenden touristischen Anziehungspunkt zu machen“, so Bierry.
Einigkeit bestand außerdem darüber, dass neben den Themen Mobilität und Umwelt weiterhin die Bereiche Jugend und Zweisprachigkeit eine zentrale Rolle in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit spielen werden. Insbesondere soll dabei mit dem neuen Amt für Regionalsprache des Elsass zusammengearbeitet werden. Beide Themen bilden zugleich einen Schwerpunkt der Präsidentschaft von Landrat Thorsten Erny im Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau. „Gerade junge Menschen sind der Schlüssel für ein gelebtes Europa. Deshalb möchten wir Begegnungen über den Rhein hinweg weiter fördern und die Zweisprachigkeit von klein auf stärken. Mit unserem Projekt Spiel & Parle ermöglichen wir Kindern im Grundschulalter auf beiden Seiten des Rheins, die Sprache des Nachbarn spielerisch kennenzulernen und so frühzeitig Interesse an der jeweils anderen Kultur zu entwickeln“, so Erny.