Ortenaukreis setzt bei regionalen Lebensmitteln künftig auf breiteren Ansatz
Mitgliedschaft in der Bio-Musterregion Mittelbaden+ endet 2027 – Vernetzung von Landwirtschaft, Verarbeitung und Vermarktung bleibt wichtiges Ziel
Der Ortenaukreis wird seine Beteiligung an der Bio-Musterregion Mittelbaden+ mit dem Ende der laufenden Förderperiode am 31. August 2027 beenden. Das hat der Ausschuss für Umwelt und Technik in seiner Sitzung am Dienstagnachmittag beschlossen. Gleichzeitig soll die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln weiter gestärkt werden.
„Wir wollen die regionale Landwirtschaft insgesamt stärken und dafür sorgen, dass Lebensmittel aus der Ortenau gute Absatzmöglichkeiten finden“, sagt Michael Großer, Dezernent für den Ländlichen Raum des Ortenaukreises. „Entscheidend ist, Erzeuger, Verarbeitung und Vermarktung noch enger zusammenzubringen. Diesen Weg werden wir weiterverfolgen – unabhängig davon, ob ein Betrieb ökologisch oder konventionell wirtschaftet.“
Der Ortenaukreis beteiligt sich seit 2021 an der Bio-Musterregion Mittelbaden+, die gemeinsam mit weiteren Partnern den ökologischen Landbau und regionale Wertschöpfungsketten stärken soll. Der Kreis bringt dafür jährlich 10.000 Euro ein und unterstützt die Arbeit mit Fachwissen aus dem Amt für Landwirtschaft.
Für eine weitere dreijährige Förderperiode hat das Land Baden-Württemberg die Bedingungen verändert. Künftig müssten sich die beteiligten Landkreise und Kommunen auf konkrete Ziele verpflichten. Dazu gehört u.a., bis Ende 2030 in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung einen Anteil von mindestens 40 Prozent Bio-Lebensmitteln zu erreichen.
Nach Einschätzung des Ortenaukreises würde sich damit der bisherige Schwerpunkt deutlich verschieben: von der Vernetzung und Entwicklung gemeinsamer Projekte hin zu verbindlichen Vorgaben für die eigene Lebensmittelbeschaffung und Verpflegung. Welche zusätzlichen Kosten und welcher organisatorische Aufwand daraus entstehen würden, lässt sich derzeit nicht verlässlich beziffern. Eine finanzielle Unterstützung des Landes für die Umsetzung des 40-Prozent-Ziels bei den beteiligten Landkreisen ist nach den vorliegenden Informationen nicht vorgesehen.
„Die Bio-Musterregion hat wichtige Impulse für die Vernetzung gesetzt“, sagt Arno Zürcher, Leiter des Amts für Landwirtschaft. „Mit den neuen Bedingungen wäre eine weitere Teilnahme jedoch mit zusätzlichen Verpflichtungen verbunden, deren finanzielle und organisatorische Folgen heute nicht verlässlich absehbar sind. Für die Ortenau halten wir deshalb einen breiteren regionalen Ansatz für sinnvoll, der die Vielfalt unserer Landwirtschaft berücksichtigt und die Vermarktung heimischer Lebensmittel insgesamt stärkt.“
Bis zum Ende der laufenden Förderperiode am 31. August 2027 bleibt der Ortenaukreis Mitglied der Bio-Musterregion Mittelbaden+. Danach soll die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Verarbeitung und Vermarktung im Rahmen der Aktivitäten für den Ländlichen Raum des Ortenaukreises weiterentwickelt werden.