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Datum: 04.11.2026

Ortenaukreis plant höhere Förderung der Tagesstätte für Wohnungslose »Café Kanne« in Kehl

Der Ortenaukreis will die Förderung zahlreicher sozialer Beratungs- und Unterstützungsangebote im Doppelhaushalt 2027/2028 an steigende Personal- und Sachkosten anpassen. Im Sozialausschuss am Dienstag dieser Woche ging es unter anderem um Betreuungsvereine, Frühberatung, sozialpsychiatrische Dienste und die Wohnungslosenhilfe. Vorgesehen ist grundsätzlich eine Erhöhung der Zuschüsse um jeweils zwei Prozent in beiden Haushaltsjahren.

Für die Tagesstätte für Wohnungslose „Café Kanne“ in Kehl ist eine darüber hinausgehende Anpassung geplant. Neben den Kostensteigerungen muss dort die auslaufende Förderung durch Aktion Mensch aufgefangen werden. Der jährliche Kreiszuschuss soll deshalb von bisher 107.000 Euro auf 121.670 Euro im Jahr 2027 und auf 124.100 Euro im Jahr 2028 steigen. Die Mittel sollen im Doppelhaushalt berücksichtigt werden.

„Die 300.000 Euro, die das Diakonische Werk über die Förderung der Aktion Mensch für das Café Kanne in den Landkreis gebracht hat, haben den Aufbau des Angebots maßgeblich ermöglicht. Dafür bin ich sehr dankbar. Nun braucht es einen Ausgleich für die wegfallende Förderung um den Betrieb der Tagesstätte dauerhaft sicher zu stellen“, erklärte Sozialdezernent Heiko Faller.

Die vom Diakonischen Werk Ortenau betriebene Tagesstätte bietet wohnungslosen und von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen eine Anlaufstelle im Alltag. Sie können dort eine warme Mahlzeit erhalten, hygienische Angebote nutzen und eine Postadresse einrichten. Die Mitarbeitenden helfen im Umgang mit Behörden und unterstützen bei der Suche nach Arbeit oder der Vermittlung in weiterführende Hilfen.

Der Bedarf wächst: Im Jahr 2025 verzeichnete das Café Kanne 6.319 Besuche und damit rund zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Zugleich berichtet der Träger von zunehmend komplexen Problemlagen, insbesondere bei Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Suchtproblemen. Seit 2025 bietet der AGJ-Fachverband auch in den Räumen der Tagesstätte eine ambulante Fachberatung für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen an.

Für die künftige Finanzierung hat das Diakonische Werk zugesagt, 20 Prozent der ungedeckten Gesamtkosten aus Eigenmitteln zu tragen. Von den danach verbleibenden Kosten soll der Ortenaukreis zwei Drittel übernehmen. Die Stadt Kehl hat ihre Bereitschaft signalisiert, das weitere Drittel zu finanzieren. Der zusätzlich vom Träger gewünschte Personalausbau ist nach Einschätzung der Kreisverwaltung aus Kostengründen derzeit nicht möglich.