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Datum: 04.11.2026

Mehr Unterstützung im Alltag für ältere Menschen in der Ortenau

Der Ortenaukreis will ehrenamtliche Hilfen und Selbsthilfeangebote für ältere und pflegebedürftige Menschen in den Städten und Gemeinden gezielt weiterentwickeln. Der Sozialausschuss hat am Dienstag einem entsprechenden Begleitprozess geschlossen zugestimmt. Gemeinsam mit interessierten Kommunen und Fachleuten aus der Pflege sollen die Bedarfe vor Ort ermittelt und passende Angebote aufgebaut werden. Ziel ist es, das Leben im vertrauten Umfeld zu erleichtern und pflegende Angehörige zu entlasten.

Damit solche Angebote dauerhaft verlässlich sind, soll möglichst eine verantwortliche Person vor Ort gewonnen und ihre Tätigkeit über Fördermittel unterstützt werden. Die Sozialplanung des Kreises begleitet die Initiativen in der Aufbauphase. Anschließend sollen sie eigenständig fortgeführt werden.

Vorgesehen ist, den Ausbau von Ehrenamts- und Selbsthilfeangeboten zu fördern, wenn die jeweilige Stadt oder Gemeinde einen gleich hohen Betrag beisteuert. Für den schrittweisen Aufbau nach Regionen sollen zunächst jährlich 40.000 Euro im Doppelhaushalt 2027/2028 des Kreises eingeplant werden. Die Bereitstellung der Mittel steht unter dem Vorbehalt der Haushaltsentscheidung des Kreistags. Ergänzend sollen Fördermöglichkeiten des Landes und der Kranken- und Pflegekassen genutzt werden.

Die weitere Ausarbeitung übernimmt eine Arbeitsgruppe unter Federführung der Sozialplanung des Ortenaukreises. Beteiligt werden sollen der Beirat Kreispflegeplanung, interessierte Kommunen und Mitglieder der regionalen Arbeitsgemeinschaften Pflege, Versorgung und Betreuung. Sie sollen klären, welche Unterstützung vor Ort fehlt und wie neue Angebote an vorhandene Strukturen anknüpfen können.

Der Kreis verfügt schon über ein breites Netz an Alltagshilfen und Beratungsangeboten. Dazu zählen Betreuungsgruppen und häusliche Besuchsdienste ebenso wie Nachbarschaftshilfen. Die 18 im Jahr 2025 vom Kreis geförderten Nachbarschaftshilfen und Mobilen Sozialen Dienste leisteten insgesamt 83.820 Einsatzstunden.

Eine zentrale Anlaufstelle für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen ist der Pflegestützpunkt Ortenaukreis mit Standorten in Offenburg, Lahr, Achern, Kehl und Haslach. Er bietet neutrale Beratung zu Fragen der Pflege und unterstützt bei komplexen Versorgungssituationen auch über einen längeren Zeitraum. Bei Bedarf sind Hausbesuche möglich. Im Jahr 2025 verzeichnete der Pflegestützpunkt rund 7.300 Beratungskontakte. Ergänzend bieten fünf Demenzagenturen spezialisierte Beratung und vernetzen die Hilfen in den Raumschaften.

Mit dem demografischen Wandel wird der Bedarf an Unterstützung im Alltag und bei der häuslichen Pflege weiter wachsen. Der Kreis will deshalb gemeinsam mit den Kommunen die bestehenden Hilfen gezielt ergänzen und die Fördermöglichkeiten für örtliche Initiativen besser nutzen.