Glasfaser im Kinzigtal: Rund 450 Gebäude können ans schnelle Netz
Backbone in Betrieb genommen / Vodafone schaltet Anschlüsse seit April schrittweise frei
Der Breitbandausbau im Kinzigtal macht einen wichtigen Schritt nach vorn: Rund 450 bislang unterversorgte Gebäude in Gengenbach, Berghaupten, Biberach, Steinach, Fischerbach, Hofstetten und Hausach können nun an schnelles Glasfaserinternet angeschlossen werden. Möglich wird dies durch die Fertigstellung und Inbetriebnahme des sogenannten Glasfaser-Backbones. Er bildet das digitale Rückgrat des Netzes und verbindet die örtlichen Glasfaserleitungen mit dem überregionalen Telekommunikationsnetz.
Über den Ausbaufortschritt informierten Landrat Thorsten Erny, die Breitband Ortenau GmbH & Co. KG, Vertreter der Vodafone GmbH sowie weitere Projektbeteiligte am Donnerstag, 9. Juli, bei einem gemeinsamen Anschaltevent in Gengenbach. Die Vodafone GmbH nimmt die Anschlüsse bereits seit April 2026 schrittweise in Betrieb.
„Für viele Haushalte und Betriebe im Kinzigtal ist das ein sehr konkreter Fortschritt“, sagte Landrat Thorsten Erny. „Wo schnelles Internet bisher nicht selbstverständlich war, entsteht jetzt Anschluss an eine moderne digitale Infrastruktur. Das ist wichtig für Familien, für Betriebe, für Schulen und für alle, die auch im ländlichen Raum verlässlich arbeiten, lernen und kommunizieren wollen. Glasfaser ist längst kein Luxus mehr, sondern Teil der Grundversorgung.“
In den beteiligten Kommunen wurden rund 17 Kilometer Backbone-Infrastruktur sowie mehr als 51 Kilometer neue Glasfasertrassen realisiert. Davon profitieren Privathaushalte ebenso wie Industrie- und Gewerbebetriebe, die bislang mit weniger als 30 Megabit pro Sekunde versorgt waren.
Der Backbone bildet das digitale Rückgrat des Glasfasernetzes. Er sorgt dafür, dass die neu gebauten Glasfaserleitungen in den einzelnen Orten überhaupt mit schnellen Internetdiensten versorgt werden können. Erst dadurch können die Anschlüsse nach und nach aktiviert werden.
„Die Inbetriebnahme dieser Infrastruktur ist ein bedeutender Erfolg für alle beteiligten Kommunen“, erklärte Josef Glöckl-Frohnholzer, Geschäftsführer der Breitband Ortenau. „Gemeinsam mit unseren Partnern schaffen wir Schritt für Schritt die Voraussetzungen für eine flächendeckende Glasfaserversorgung in der Ortenau.“
Auch Vodafone begrüßt die Fertigstellung der Infrastruktur. „Die Anschaltung erster Kundenanschlüsse ist für uns ein ganz besonderer Zeitpunkt. Denn erstmals können Anwohnerinnen und Anwohner im Kinzigtal erleben, wie sich Highspeed-Internet über Glasfaser anfühlt“, erklärte Rolf-Peter Scharfe, Leiter Glasfaserkooperationen bei Vodafone Deutschland. „Wir freuen uns, in den kommenden Monaten noch viele weitere Bürgerinnen und Bürger mit gigabitschnellem Internet versorgen zu können.“
Der Ausbau ist Teil der Gigabit-Strategie der Breitband Ortenau, die auf die Kombination aus staatlich gefördertem und eigenwirtschaftlichem Ausbau setzt. Ziel ist es, möglichst alle bislang unterversorgten Gebäude im Landkreis mit Glasfaser zu erschließen.
Der Glasfaserausbau ist das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte des Ortenaukreises. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren rund 121.200 Gebäude im Landkreis an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Der Ausbau kommt weiter voran: Die sogenannte Homes-Passed-Quote liegt bereits bei 52 Prozent. Das bedeutet, dass bei mehr als der Hälfte aller Gebäude das Glasfaserkabel bereits in der Straße liegt und ein Anschluss ans Netz technisch kurzfristig möglich wäre. Bis 2027 soll eine Homes-Passed-Quote von 70 Prozent erreicht werden. Der vollständige Ausbau aller bislang unterversorgten Gebäude soll bis 2031 abgeschlossen sein.