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Datum: 03.08.2026

1,06 Millionen Euro für Flurneuordnung Oppenau (West)

Marion Gentges, Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat in Baden-Württemberg, hat heute in Oppenau-Ibach einen Bewilligungsbescheid über 1,06 Millionen Euro an die Teilnehmergemeinschaft Oppenau (West) übergeben. Die Fördermittel von Bund und Land ermöglichen den Ausbau der Tranche 8 (Halleckle) im Schwarzwaldverfahren Oppenau (West) und damit die Erschließung von sechs Schwarzwaldhöfen, von denen zwei bislang nicht mit Rettungsfahrzeugen erreichbar waren.

„Die Stärkung unserer Region mit ihrer Land- und Forstwirtschaft liegt mir besonders am Herzen. Das Schwarzwaldverfahren bringt die Interessen von Landwirtschaft, Naturschutz, Tourismus und den Gemeinden zusammen und schafft nachhaltige Lösungen für unsere einzigartige Kulturlandschaft“, sagte Landrat Thorsten Erny anlässlich der Übergabe. „Solche Mammutaufgaben können wir nur gemeinsam stemmen: Ich bin Land und Bund für die finanzielle Unterstützung sehr dankbar, ebenso der Stadt Oppenau, die mit ihrer Härtefallregelung ein wichtiges Zeichen setzt.“

„Die Flurneuordnung ist ein ideales multifunktionales Instrument, um den Ländlichen Raum an die Herausforderungen unserer Zeit anzupassen. Sichere Wege, zeitgemäße Hofzufahrten und eine an den Strukturwandel angepasste Landschaft sind Grundvoraussetzung dafür, dass auch in Zukunft Schwarzwaldhöfe bewirtschaftbar bleiben. Die Flurbereinigung bringt die verschiedenen Beteiligten aus Verwaltung, Landwirtschaft und Eigentümerschaft zusammen und sucht gemeinschaftlich nach besten Lösungen. Mit diesem Engagement gelingt es uns, unsere Heimat fit für die Zukunft zu machen“, sagte Ministerin Marion Gentges.

Das Flurbereinigungsverfahren Oppenau (West) ist ein sogenanntes Schwarzwaldverfahren – eine Spezialform der Flurneuordnung, die ganzjährig befahrbare und schneeräumbare Hofzufahrten für Schwarzwaldhöfe schafft und private Waldflächen für eine nachhaltige Bewirtschaftung erschließt. Ohne eine ausreichende Erschließung finden sich häufig keine Hofnachfolger; die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe werden dann aufgegeben, und die charakteristische Kulturlandschaft des Schwarzwalds geht durch Verbuschung und Verwaldung verloren.

Das Schwarzwaldverfahren Oppenau (West) wurde 1995 angeordnet und wird seit 2012 in einzelnen Tranchen umgesetzt. Bislang wurden in sieben Tranchen Baumaßnahmen im Umfang von rund 6 Millionen Euro realisiert. Für die nun anstehende Tranche 8 sind Gesamtkosten von 1,25 Millionen Euro veranschlagt, von denen Bund und Land 85 Prozent tragen. Die Stadt Oppenau hat zudem eine Härtefallregelung eingeführt, wonach die beteiligten Eigentümerinnen und Eigentümer maximal 6.500 Euro selbst tragen müssen.