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Offenburg, 23. Juni 2010 - Wie die Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen im Landratsamt Ortenaukreis berichtet, soll in Lahr eine neue Selbsthilfegruppen für Essgestörte gegründet werden. Die Gruppe ist gedacht für Frauen, die diesbezüglich bereits eine Therapie abgeschlossen haben oder sich noch in Psychotherapie befinden. Sie soll dabei helfen, die in der Therapie gewonnen Erfahrungen in den Alltag umzusetzen. Die Gruppe, deren Gründung durch eine Betroffene initiiert wurde, soll offen sein für alle Formen von Essstörungen wie Esssucht, Bulimie, Magersucht und Binge Eating. Die übermäßige Nahrungsaufnahme ist eine Art des Umgangs mit Problemen, Ängsten, Überforderung und Trauer oder Wut. Dabei kann es durchaus wochenlange Phasen ohne Fressattacken geben, mit Sport und gesunder Ernährung. Dann kommt wieder das nur schwer kontrollierbare Verlangen nach Essen. Sie habe das Gefühl der Sättigung vollkommen verloren, berichtet die Initiatorin der neuen Gruppe, die selbst an Esssucht leidet. Es komme zu Heißhungerattacken, bei denen ungewöhnlich große Mengen an Nahrung in kürzester Zeit konsumiert werden. Je nach Dauer ist die Störung so tief verwurzelt, dass sie sich nicht einfach abstreifen lässt, auch wenn der Kopf theoretisch weiß, dass das zwanghafte und übermäßige Essen keine Lösung ist und auch körperlich krank macht. Neben der seelischen Störung können die körperlichen Auswirkungen beträchtlich bis bedrohlich sein. Meist wird nicht nur sehr viel, sondern auch falsch, mit viel Fett und Zucker, gegessen. Die Folgen sind unter anderem Diabetes, Bluthochdruck, die Überlastung des Herzens und Probleme mit den Gelenken. Aber auch die Kontakte zu anderen Menschen sind oft schwierig. "Menschen, die unter Esssucht und Übergewicht leiden, haben oft Probleme oder Angst im Umgang mit anderen Menschen. Sie grenzen sich ab, leiden häufig unter Depressionen und entwickeln darüber einen regelrechten Hass auf ihren eigenen Körper", erläutert Ingo Kempf von der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen im Landratsamt Ortenaukreis. Betroffene, die bereits über therapeutische Vorerfahrungen verfügen und sich gerne an der neuen Selbsthilfegruppe beteiligen möchten, erhalten weitere Informationen bei der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen im Landratsamt Ortenaukreis, Telefon: 0781 805 9771.