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Offenburg, 29. Juli 2010 – Die erste Phase der aufwändigen Altlastensanierung auf dem Gelände des ehemaligen NATO-Flugplatzes in Lahr ist abgeschlossen. Nachdem die oberen Bodenschichten ausgehoben sind, beginnt nun die sogenannte In-Situ-Sanierung. Auf einer Fläche von etwa 10.000 Quadratmetern wurden zwischen Februar 2009 und März 2010 rund 35.000 Kubikmeter belastetes Erdreich bis in eine Tiefe von drei bis vier Metern ausgebaggert und entsorgt. Auch die restlichen Anlagen der ehemaligen Kerosinentladestation wie ein 100 Kubikmeter großer Kerosintank wurden geborgen und verschrottet. Auf der freigelegten Grundwasseroberfläche sammelte sich teilweise Kerosin in nahezu Reinform, welches abgepumpt und ebenfalls entsorgt wurde. Gleichzeitig wurde die Baugrube wieder mit unbedenklichem Bodenmaterial verfüllt und die Oberflächen als Brach- bzw. Verkehrsflächen wiederhergestellt. "Die Analyseergebnisse während der Aushubphase haben gezeigt, dass ein sehr großer Teil des Schadstoffpotenzials bereits entfernt werden konnte. Wir sind daher sehr zuversichtlich, dass mit der jetzt angelaufenen In-Situ-Maßnahme in absehbarer Zeit die tieferen Schadensbereiche im Grundwasser ebenfalls saniert sein werden", so Bernhard Vetter, Leiter des Amts für Wasserwirtschaft und Bodenschutz im Landratsamt Ortenaukreis. Die zweite Sanierungsphase im Grundwasser wird rund dreieinhalb Jahre dauern. Hierzu wurden zusätzlich zu einer Wasseraufbereitungsanlage Sanierungsbrunnen und Grundwassermessstellen eingerichtet. Bei einem Probebetrieb im Juni wurde nachgewiesen, dass die Sanierungsanlage die hydraulischen Anforderungen des Landratsamts Ortenaukreis erfüllt. Bei der aeroben biologischen In-Situ-Sanierung wird die Fähigkeit bestimmter Mikroorganismen ausgenutzt, die hier aufgetretenen Umweltschadstoffe in Stoffe umzuwandeln, die ungefährlich für Mensch und Natur sind. Die Mikroorganismen benötigen hierfür Sauerstoff. Die auftretenden Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW), Aromatischen Kohlenwasserstoffe (BTXE) und selbst die toxischen Leichtflüchtigen Chlorierten Kohlenwasserstoffe (LCKW) werden dabei durch sauerstoffverwertende Bakterien abgebaut, die am Standort bereits vorhanden sind. Damit die Mikroorganismen in ausreichender Zahl für einen bestmöglichen Schadstoffabbau vorhanden sind, werden sie unter optimalen Wachstumsbedingungen vermehrt und mit dem Infiltrationswasser wieder in den Sanierungskreislauf entlassen. Durch die Zugabe von Sauerstoff oder Nährstoffen in den Untergrund wird schließlich für die Mikroorganismen ein Milieu geschaffen, in dem sie bestmöglich leben und wirken können. Der Abbau der Schadstoffe im Grundwasserleiter wird in einem hydraulisch gesicherten Spülkreislauf realisiert. Dabei wird das belastete Grundwasser aus mehreren Brunnen abgepumpt und nach der Aufbereitung in einer Anlage wird ein Teil davon zusammen mit Nährstoffen wieder infiltriert.Im Lauf der dreieinhalb Jahre werden rund 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser gefördert, aufbereitet und wieder eingeleitet. Auftraggeber für die Sanierung ist das Landratsamt Ortenaukreis. Die verursachenden Streitkräfte der Staaten Kanada und Frankreich tragen dabei 75 Prozent und die Bundesrepublik Deutschland 25 Prozent der Kosten. Vertreter der Streitkräfte und des Bundes sowie die Stadt Lahr als Grundstückseigentümerin und die IGZ, die für die Entwicklung und Vermarktung der Grundstücke verantwortliche Industrie- und Gewerbezentrum Raum Lahr GmbH, sind in die Planung und Durchführung der Maßnahmen eingebunden.