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Offenburg, 4. Oktober 2010 - Im Ortenaukreis sind seit Ende September elf Fälle von Masernerkrankungen aufgetreten. Betroffen seien überwiegend Jugendliche, teilt das Gesundheitsamt im Landratsamt Ortenaukreis mit. "Da Masern sehr ansteckend sind, müssen wir mit weiteren Übertragungen auf unzureichend geschützte Personen und Erkrankungen rechnen", so Dr. Andrea Bengel-Flach, Medizinische Leiterin des Gesundheitsamtes. Das Gesundheitsamt empfiehlt daher allen Bürgerinnen und Bürgern, ihren Impfschutz gegen Masern zu prüfen. Eltern sollten den Masernimpfschutz ihrer Kinder und Jugendlichen kontrollieren. Masern gehören zu den Viruserkrankungen, gegen die es keine ursächliche Behandlung gibt. Die Erreger werden von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen. Die Ansteckungsfähigkeit beginnt bereits fünf Tage vor dem maserntypischen Hautausschlag und hält bis vier Tage nach dessen Auftreten an. Von der Ansteckung bis zum Erscheinen des Ausschlags vergehen etwa 14 Tage. Die Erkrankung beginnt häufig mit hohem Fieber, Husten, Schnupfen und Bindehautentzündung. Nach drei bis vier Tagen tritt unter erneutem Fieberanstieg der für die Krankheit typische fleckige Ausschlag am Kopf und dem gesamten Körper auf. Bei zehn bis 20 Prozent der Erkrankten kommt es zu Komplikationen wie Mittelohrentzündung, Lungenentzündung und Gehirnentzündung. Eine Masernerkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität. Vorbeugen kann man einer Erkrankung allein durch eine Impfung. Sie ist gut verträglich und wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Kinder gegen Ende des ersten und zweiten Lebensjahres empfohlen. Kinder, die nicht oder nur ein Mal gegen Masern geimpft wurden, sollten jetzt die erste bzw. zweite Impfung erhalten. Dies gilt für Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen. Nach 1970 geborenen Erwachsenen mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung wird die Impfung angeraten, insbesondere wenn sie im Gesundheitsdienst, in der Betreuung von Personen mit Immundefiziten oder in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten. Eine Altersbegrenzung für die Masernimpfung besteht nicht. Sie kann in jedem Alter erfolgen. Ungeimpften oder einmal geimpften Personen mit Kontakt zu Masern-Erkrankten wird eine Impfung möglichst innerhalb von drei Tagen nach Kontakt mit einem Erkrankten empfohlen. Beim Auftreten der oben beschriebenen Symptome oder bei Fragen zur Impfung rät das Gesundheitsamt dringend, den Hausarzt oder Kinderarzt zu kontaktieren.