Hilfsnavigation

  • Fachkräfte helfen Ihnen bei privaten wie beruflichen Fragen.
  • Kulinarische Ortenau.
  • Tulpen
  • Straßenmeister des Ortenaukreises bei der Arbeit.
Eine positive erste Bilanz der Frühen Hilfen im Ortenaukreis haben Sozialministerin Dr. Monika Stolz MdL und Landrat Frank Scherer (Ortenaukreis) heute bei einer Feierstunde aus Anlass des einjährigen Bestehens der Frühen Hilfen im Landratsamt Ortenaukreis in Offenburg gezogen. Vor rund einem Jahr hatte die Kreissozialverwaltung das Netzwerk eingerichtet, um die frühe Eltern-Kind-Bindung und die Erziehungskompetenz von Eltern mit Kleinkindern zu stärken. Die Frühen Hilfen richten sich an alle Eltern, insbesondere sollen auch Eltern in belasteten Lebenssituationen erreicht werden, um frühzeitig die Entwicklung des Kindes günstig zu unterstützen und einer möglichen Gefährdung von Kleinkindern entgegen zu wirken.Vor rund 150 der am Netzwerk Frühe Hilfen im Ortenaukreis beteiligten Chef- und Fachärzte der Entbindungskliniken im Ortenau Klinikum, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachstellen Frühe Hilfen, der Erziehungsberatung, der Suchtberatungsstellen, der Familienhebammen sowie des Sozialdezernats im Landratsamt Ortenaukreis sagte die Sozialministerin und Kinderbeauftragte der Landesregierung: "Starke Eltern bedeuten starke Kinder und eine starke Gesellschaft. Deshalb sind der Ausbau der Frühen Hilfen und die Stärkung der Elternkompetenz Schwerpunktthemen der baden-württembergischen Landesregierung. Im Ortenaukreis sind die Frühen Hilfen von Anfang an ein Teil der Regelversorgung. Dies ist außergewöhnlich und verdient landesweite Beachtung." Die Ministerin dankte allen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern die dem Konzept der Frühen Hilfen im Juli 2009 zugestimmt haben, für die "mutige und zukunftsweisende Entscheidung". Die Landesregierung stehe beim Ausbau der Frühen Hilfen und dem Kinderschutz an der Seite der Kommunen. So unterstütze das Land beispielsweise die Fortbildung zur Familienhebamme oder den Aus- und Aufbau von Netzwerken. "Die vom Ortenaukreis im vergangenen Jahr aufgebauten Frühen Hilfen erweisen sich als ein wirksames Instrument bei der frühzeitigen Hilfe und Beratung von Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern unter drei Jahren und werden von diesen gut angenommen", betonte Landrat Frank Scherer, der zu der Veranstaltung eingeladen hatte. Scherer lobte die gute Zusammenarbeit aller Kooperationspartner der Frühen Hilfen und dankte für die sehr konstruktive und engagierte Arbeit aller Beteiligten.Rund 300 Familien oder Mütter mit Kleinkindern hätten die Beratung im ersten Jahr in Anspruch genommen und zum Teil mit konkreten Hilfen wie etwa dem Einsatz von Familienhebammen unterstützt, berichtete Ullrich Böttinger, Projektleiter Frühe Hilfen beim Landratsamt Ortenaukreis. "Für den Erfolg der Frühen Hilfen spricht insbesondere die Tatsache, dass wir in erheblichem Maße Familien erreichen, die wir sonst nicht und vor allem nicht so früh erreicht hätten. Ein besonderer Schwerpunkt dabei sind Familien mit hohen sozialen Belastungen", betonte Böttinger. Den Weg in die Fachstellen Frühe Hilfen und die Kinderschutzambulanz fänden die Eltern meist über Entbindungskliniken, Hebammen, Kinderärzte wie auch auf eigene Initiative. In weit mehr als der Hälfte der Fälle werde von den Fachleuten ein hoher bis sehr hoher Unterstützungsbedarf gesehen. Vielen Müttern fehle zum Beispiel die soziale Unterstützung im persönlichen Umfeld. Neben beraterischen, therapeutischen und diagnostischen Aufgaben falle in den Fachstellen vor allem ein hoher Anteil an Aufgaben im Bereich des sozialen Managements an. Aus wissenschaftlicher Perspektive beleuchtete Dr. Ute Ziegenhain, Professorin an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Ulm, das Thema in einem Vortrag zum Abschluss der Veranstaltung. Die videogestützte Beratung in Fragen der Entwicklungspsychologie, wie sie in den Fachstellen Frühe Hilfen im Ortenaukreis praktiziert wird, hat sich aus ihrer Sicht in der Praxis als sehr hilfreich erwiesen.Die Frühen Hilfen im Ortenaukreis wurden in einem gemeinsamen Prozess von Fachleuten der Jugendhilfe und des Gesundheitswesens erarbeitet. Das Konzept ist präventiv ausgerichtet und basiert auf drei Säulen: Bessere Vernetzung zwischen Gesundheitswesen und Jugendhilfe, Verbesserung der Früherkennung von Belastungsfaktoren und der frühen Erreichbarkeit von Müttern und Vätern sowie Bereitstellung speziell geeigneter Hilfen für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern. Fünf Fachstellen Frühe Hilfen in Achern, Kehl, Lahr, Offenburg und Haslach bieten wohnortnah Beratung und Unterstützung in allen Fragen zur kindlichen Entwicklung und Erziehung. Hinzu kommt das Angebot der Babysprechzeit an der Kinderklinik im Ortenau Klinikum Offenburg. Aufgrund seines gut aufeinander abgestimmten Konzepts und seiner dauerhaft angelegten Finanzierung ist das Projekt auch landes- und bundesweit auf viel Beachtung gestoßen.Im Rahmen einer Themenwoche "Ein Jahr Frühe Hilfen im Ortenaukreis" finden in den kommenden Tagen weitere hochkarätige Veranstaltungen in Kooperation mit Landes- und Bundeseinrichtungen statt: Ein Fachtag "Frühe Hilfen in der Praxis: Möglichkeiten und Grenzen der Erziehungsberatung" der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung Baden-Württemberg e.V. am 26. November 2010 und als bundesweites Pilotprojekt die erste überregionale Netzwerkkonferenz "Voneinander lernen" des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen am 1. Dezember 2010. Darüber hinaus strahlt der SWR in der "Landesschau unterwegs" am 27. November 2010 von 18:15 bis 18:45 Uhr die Reportage "Aufgefangen – Familienhebammen helfen jungen Müttern" über die Arbeit der Familienhebammen im Rahmen der Frühen Hilfen im Ortenaukreis aus.