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Im Ortenaukreis lassen sich besonders viele Zugewanderte und Menschen mit Migrationshintergrund einbürgern. Von Januar bis November des laufenden Jahres haben bereits 268 Personen einen deutschen Pass vom Migrationsamt im Landratsamt Ortenaukreis erhalten. "Damit liegt die Zahl der Neueingebürgerten schon jetzt über der vom Vorjahr", teilt der für die Einbürgerungsbehörde zuständige Dezernent Michael Loritz mit. Im Jahr 2009 hatte der Ortenaukreis 259 Neubürgerinnen und Neubürgern die deutsche Staatsbürgerschaft bewilligt. Im Jahr 2008 gab es 247 Einbürgerungen, 211 und 214 waren es in den Jahren 2007 und 2006.Die Einbürgerungszahlen sind im Südwesten in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Vor allem in den Landkreisen des Regierungsbezirks Freiburg haben außergewöhnlich viele Ausländer einen deutschen Pass beantragt, und unter diesen ist der Ortenaukreis besonders beliebt. Als Gründe für die auffallend hohen Einbürgerungszahlen vermutet Loritz die bessere wirtschaftliche Lage und die relativ niedere Arbeitslosenrate in den Regionen Baden-Württembergs. Schließlich sei die Sicherung des Lebensunterhalts eine der Voraussetzungen, die bei einem Einbürgerungsantrag erfüllt sein müssen.Mit 71 Neueingebürgerten führt die Türkei die Liste der Staaten an, aus der die meisten Einwanderer stammen, gefolgt von Serbien mit 31 Neubürgern. Rund 15 Prozent der eingebürgerten Personen kommen aus EU-Staaten wie Rumänien, Polen oder Frankreich. Sie haben nicht nur eine gültige Aufenthaltserlaubnis, sie sind bereits in Deutschland aufgewachsen oder leben und arbeiten hier schon seit mehr als acht Jahren. Ehepartner können nach einer verkürzten Frist von vier Jahren deutsche Staatsbürger werden, sofern sie mindestens zwei Jahre in Deutschland verheiratet sind, Kinder schon nach drei Jahren.Insgesamt sind im Zeitraum bis November 380 Anträge auf Einbürgerung beim Migrationsamt des Ortenaukreises eingegangen. Davon hat die Behörde 26 abgelehnt. "Die Zahl der Ablehnungen ist gering, denn wir versuchen die Leute im Vorfeld zu beraten und ihnen ihre Perspektiven aufzuzeigen. Wer persönlich bei uns vorspricht, muss in den seltensten Fällen mit einer Ablehnung rechnen", berichten die Sachbearbeiterinnen Gabriele Hausmann und Renate Wagner, die schon einige Jahre Erfahrung mit Einbürgerungswilligen aufweisen. Bei ihnen erfährt der Antragssteller, ob er die nötigen Voraussetzungen erfüllt oder was ihm zur erfolgreichen Integration noch fehlt. Dies erspart dem Antragssteller zudem unnötige Kosten, denn er kann dann seinen Antrag gegen eine geringe Gebühr wieder zurückziehen.Den notwendigen Einbürgerungstest bestehen so gut wie alle Antragssteller, wissen die Beraterinnen im Landratsamt. Vielmehr scheitere eine Einbürgerung daran, dass die abgelehnte Person den Lebensunterhalt für sich und seine Familie nicht im geforderten Maße garantieren könne oder dass er in den zurückliegenden Jahren straffällig geworden sei. Ausländer, die sich in Deutschland einbürgern lassen möchten, müssen zudem eine Entlassung aus der bisherigen Staatsangehörigkeit nachweisen, denn eine doppelte Staatsangehörigkeit gilt es nach den Einbürgerungsbestimmungen für Personen aus nicht EU-Ländern möglichst zu vermeiden. Diese Entlassung sei manchmal schwierig, wenn im Heimatland noch Verpflichtungen wie Wehrpflicht, eine nicht gesühnte Straftat oder Steuerschulden bestehen. Es gibt auch Länder, die ein Ausscheiden aus der Staatsangehörigkeit gar nicht vorsehen. "In solchen Fällen liegt die Entscheidung in unserem Ermessen", so Loritz.