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Landrat Frank Scherer und Oberbürgermeisterin Edith Schreiner haben am Donnerstag, 31. März, mit einer Baumpflanzaktion den Startschuss für eine Veranstaltungsreihe im Ortenaukreis gegeben, die das Amt für Waldwirtschaft im Landratsamt Ortenaukreis in Zusammenarbeit mit Waldbesitzern, Förstern, Verbänden, Holzhandwerk- und gewerbe sowie Natur- und Waldbegeisterten zum "Internationalen Jahr der Wälder" aufgelegt hat. Gemeinsam mit Schülern des Waldschulheims Höllhof pflanzten Frank Scherer und Edith Schreiner Eichen und Elsbeeren im Offenburger Stadtwalddistrikt "Hermannsmatt". Die Baumpflanzaktion ist die erste Veranstaltung des bunten Programms, das von den "Wolftäler Holztagen" über Präsentationen von gelungenen Holzbauten über Sternwanderungen und Mountainbike-Touren bis hin zu Vorträgen und einem Fotowettbewerb zum schönsten Waldbild im Ortenaukreis reicht. Insgesamt sind über 20 Aktionen und Veranstaltungen geplant. "Der Ortenaukreis ist mit über 90.000 Hektar waldreichster Landkreis in Baden-Württemberg. Die Waldbewirtschaftung hat bei uns nicht nur eine lange Tradition, sondern ist auch ein oft unterschätzter Wirtschaftsfaktor. Die Wald- und Holzwirtschaft bietet im Ortenaukreis über 9.000 Arbeitsplätze. Darüber hinaus ist die Waldbewirtschaftung für viele der 8.500 Waldbesitzer eine sehr wichtige Erwerbsquelle", betonte Landrat Frank Scherer. Mit der Veranstaltungsreihe wolle das Landratsamt Ortenaukreis auf die Bedeutung des Waldes im Kreis hinweisen und für die Themen Wald und Holzwirtschaft sensibilisieren. Bei der Pflanzaktion verwendeten Scherer und Schreiner naturnahe Laubhölzer. Vor allem die Eiche, berichtet Ewald Elsäßer, Leiter des Amtes für Waldwirtschaft im Landratsamt Ortenaukreis, gehört seit Jahrhunderten zu den typischen Bäumen der Rheinebene. Ihr Anteil sei jedoch in den Nachkriegsjahren aufgrund starker Nutzungen deutlich zurückgegangen. So sei beispielsweise im 2.300 Hektar großen Stadtwald Offenburg der Anteil der Eichen seit 1950 um rund 25 Prozent gesunken. Seit 1980 werde dieser Trend im Stadtwald aufgehalten. Man pflanze seither wieder stärker die Hauptbaumart Eiche, so Elsäßer. Dies sei zwar kurzfristig betrachtet teurer, nach den Grundsätze der Nachhaltigkeit, den ökologischen Vorteilen sowie der Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes betrachtet aber volkswirtschaftlich sinnvoller. "Wir nehmen daher dieses Geld bewusst in die Hand", so Oberbürgermeisterin Edith Schreiner, "damit wir im Offenburger Stadtwald auch den zukünftigen Generationen klimastabile, ertragreiche und ökologisch hochwertige Eichenbestände übergeben können". Dass die Wälder im Ortenaukreis zum überwiegenden Teil naturnah bewirtschaftet werden, zeige sich daran, dass sich rund 80 Prozent des Waldes im Ortenaukreis auf natürlichem Wege verjünge, so Elsäßer. Der vom Baum fallende Samen begründe den "neuen" Wald. Nur rund ein Fünftel der Waldfläche müsse neu gepflanzt werden, immerhin jährlich rund 350.000 Bäume. Waren die Neupflanzungen vor 30 Jahren noch zu rund 80 Prozent Nadelbäume, überwiegen jetzt die Laubhölzer und hier vor allem die Eiche. Dies wird auch beim Ministerium für Ländlichen Raum in Stuttgart positiv gesehen. Wie Landrat Frank Scherer erklärte, habe das Ministerium auf Initiative des Ortenaukreises ein deutsch-französisches Projekt zur Stärkung der Eiche gestartet. Diesseits und jenseits des Rheins sollen an rund hundert Standorten verschiedene "Behandlungsvarianten" erprobt werden. Neben einer großen Eichenfläche bepflanzten Scherer und Schreiner auch eine kleinere Fläche symbolisch mit Elsbeeren. Diese seltene Baumart wurde 2011 zum Baum des Jahres ausgewählt und kommt im Ortenaukreis aktuell nur wenig vor.