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Seit vielen Monaten laufen die Vorbereitungen im Landratsamt Ortenaukreis für den Zensus 2011. In wenigen Wochen ist es nun soweit. Ab dem 10. Mai werden rund 350 sogenannte Erhebungsbeauftragte an den Wohnungstüren in der Ortenau klingeln. Anders als bei der letzten großen Volkszählung 1987 kommen sie aber nicht in jedes Haus. Zehn Prozent der Bevölkerung reichen den Statistikern, um bundesweit die wichtigen Strukturdaten zu ermitteln, die mit dem Zensus 2011 erfasst werden sollen. Im Ortenaukreis muss die Erhebungsstelle beim Landratsamt Ortenaukreis dennoch bei rund 37.000 Menschen durch eine Befragung Daten erheben. "Die Vorbereitungen dafür sind im Landratsamt Ortenaukreis weitgehend abgeschlossen", berichtet Tanja Serr, Projektleiterin Zensus 2011 beim Landratsamt Ortenaukreis.Der Zensus 2011 hat das Ziel, eine möglichst genaue Momentaufnahme von Basisdaten zur Bevölkerung, zur Erwerbstätigkeit und zur Wohnsituation zu liefern. Die Ergebnisse sollen nicht nur auf Bundes- und Landesebene, sondern auch für die Kommunen und einzelne Gemeindeteile aussagekräftige Planungsdaten bereitstellen. Die in Deutschland gewählte Methode für den Zensus 2011 sieht vor, Registerdaten und Ergebnisse primärstatistischer Erhebungen zu verknüpfen. Diese Registerdaten enthalten jedoch keine Informationen etwa zur Bildung oder zum Migrationshintergrund. Auch Angaben zur Erwerbstätigkeit lassen sich für bestimmte Gruppen nicht in Registern finden. Für Gebäude und Wohnungen gibt es in Deutschland flächendeckend überhaupt keine Verwaltungsregister. Deshalb müssen beim Zensus 2011 als gesonderte Erhebungsteile ergänzend die Gebäude- und Wohnungszählung, die Haushaltebefragung und die Befragung in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften durchgeführt werden. Letztere sind notwendig, weil die Melderegisterdaten zu dort lebenden Personen oft erhebliche Fehler aufweisen. Anschließend werden die Datenquellen zusammengeführt. Die Haushaltebefragung hat zwei Ziele. Zum einen geht es dabei um die Ermittlung der amtlichen Einwohnerzahlen durch statistische Hochrechnungen. Zum anderen liefert die Haushaltebefragung aber auch Informationen, die in bestehenden Registern nicht vorhanden sind, etwa zu Bildung, zur Erwerbstätigkeit von Selbstständigen und zum Migrationshintergrund.Im Ortenaukreis wurden mit Hilfe eines bundesweiten Zufallsverfahrens für die Haushaltebefragung rund 28.000 Einwohner ausgewählt. Die Stichprobenziehung bezog sich dabei allerdings nicht auf Personen, sondern Anschriften. In Mehrfamilienhäusern werden alle Haushalte bzw. die dort wohnenden Personen befragt. Auch in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften wie Alters- und Pflegeheimen, Internaten, Studentenwohnheimen, Klöstern und Seniorenwohnheimen werden alle Bewohnerinnen und Bewohner, rund 9.000 im Ortenaukreis, befragt. Denn bei diesen Anschriften ist die Fehlerrate in den Melderegistern besonders hoch.Sowohl bei der Haushaltebefragung als auch bei der Befragung in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften besucht eine Interviewerin oder ein Interviewer die Einwohnerinnen und Einwohner und befragt sie. Rund 350 Interviewer hat die Erhebungsstelle beim Landratsamt Ortenaukreis in den vergangenen Wochen rekrutiert. "Wir haben bei der Auswahl besonders auf Zuverlässigkeit, Verschwiegenheit und Freundlichkeit geachtet", so Serr. Die Interviewer werden derzeit ausführlich und gezielt entsprechend den gesetzlichen Grundlagen auf ihre Aufgaben im Umgang mit den sensiblen Daten vorbereitet. Jeder Interviewer verpflichtet sich schriftlich den Datenschutz und das Statistikgeheimnis zu wahren. Verstöße gegen die statistische Geheimhaltung werden strafrechtlich verfolgt und können mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden. Alle zu Befragenden werden in ihrem Briefkasten einen Briefumschlag vorfinden, der eine Terminankündigungskarte, ein Erstankündigungsschreiben, rechtliche Erläuterungen und einen Informationsflyer enthält. Mit diesen Unterlagen werden die Interviewer allen ausgewählten Befragten ab dem 3. Mai den Befragungstermin ankündigen. Der Umschlag und dessen Inhalt sind auf der Homepage des Landratsamtes unter www.ortenaukreis.de einsehbar. Die Interviewer, die sich mit einem Ausweis in Verbindung mit ihrem Personalausweis identifizieren können, führen dann die Befragung anhand eines Fragebogens gemeinsam mit den Befragten durch. Wer das nicht will, kann die Angaben auch per Post oder online übermitteln und damit der bestehenden, gesetzlichen Auskunftspflicht entsprechen.Wie Tanja Serr betont, hat bei der Befragung und Auswertung der Daten der Datenschutz höchste Priorität. Sensible Daten werden in einem abgeschotteten Bereich sowohl verarbeitet als auch gelagert. Zu diesem Bereich haben nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Zugang, die der Erhebungsstelle organisatorisch unterstellt sind. Auch bei der späteren Auswertung bleiben alle Daten innerhalb des gesicherten Bereichs der Statistischen ämter des Bundes und der Länder. Die gesetzlichen Grundlagen des Zensus und des Datenschutzes verbieten es nach dem sogenannten Rückspielverbot, Informationen, die für den Zensus erhoben wurden, an andere Behörden oder private Institutionen und Personen weiterzureichen . Die Erhebungsstelle beim Landratsamt Ortenaukreis steht während der Befragungen allen Auskunftspflichtigen für Auskünfte zur Verfügung. Sie ist telefonisch unter der Nummer 0781/805 8600 in der Zeit von 8 Uhr bis 16 Uhr oder per Mail unter zensus2011@ortenaukreis.de erreichbar. Weitere Informationen wie etwa Muster der Befragungsbögen, organisatorische Hinweise oder Rechtsgrundlagen des Zensus 2011 können auf den Internetseiten oder auf der Startseite des Ortenaukreises abgerufen werden. Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg hat zudem eine kostenlose Hotline eingerichtet: 0800/5887854.