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Das Landratsamt Ortenaukreis setzt die umfangreiche Sanierung von Altlastflächen auf dem Flughafen Lahr fort. Für rund drei Millionen Euro, beginnen die Fachleute des Amtes für Wasserwirtschaft und Bodenschutz im Landratsamt Ortenaukreis heute die Sanierung von zwei weiteren Altlastflächen. Die Arbeiten werden bis Juni 2014 dauern. Daran schließt sich noch eine Kontrollphase bis 2017 an."Mit der Altlastensanierung der beiden Flächen schaffen wir eine Voraussetzung für weitere Gewerbeansiedlungen und damit für die Schaffung von Arbeitsplätzen", betont Dr. Nikolas Stoermer, Erster Landesbeamter und unter anderem für den Bodenschutz zuständiger Dezernent im Landratsamt Ortenaukreis. In den jetzt beginnenden Sanierungsarbeiten sieht Dr. Stoermer einen wichtigen Schritt für die weitere Nutzung des Flughafengeländes. "Das Landratsamt hat mit der kontinuierlichen Planungsarbeit an diesem umfangreichen Sanierungsvorhaben gezeigt, dass die Entwicklung der Konversionsflächen ein wichtiges Anliegen des Landkreises ist." Die beiden Altlastflächen befinden sich im östlichen Flughafenareal im zentralen Bereich des Gewerbegebietes und umfassen eine ehemalige Tankstelle sowie einen Teil des in unmittelbarer Nähe liegenden Gleisbereichs. Vorangegangene Untersuchungen ergaben sowohl im Boden als auch im Grundwasser beträchtliche Verunreinigungen mit Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW), Aromatischen Kohlenwasserstoffen (AKW) sowie auch leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen (LCKW). Der Schadensbereich der Fläche östlich der Halle B22 an der Rainer-Haungs-Straße ist auf die frühere Nutzung als Militärtankstelle mit unterirdischer Treibstofflagerung und der Durchführung von Panzerwartungen zurückzuführen. Dabei gelangten offensichtlich erhebliche Mengen an Diesel und Superbenzin sowie in geringerem Maße leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe bis zu über 20 Meter in den Untergrund. Die zweite Schadensfläche liegt unmittelbar daneben im Gleisbereich. Die Verunreinigungen sind wahrscheinlich auf Tropfverluste oder Leckagen der passierenden Tankwaggons sowie Wartungs- und Reinigungsarbeiten zurückzuführen, vermuten die Altlasten-Fachleute im Landratsamt Ortenaukreis. Die Schadstoffcharakteristik ähnelt dem der ehemaligen Tankstelle. "Die Verunreinigungen sind hier jedoch geringer und reichen mit rund vier Metern auch nicht so weit in die Tiefe", berichtet Uwe Mangold vom Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz im Landratsamt Ortenaukreis. Die Sanierung selbst werde in zwei Stufen erfolgen, so Mangold. Zunächst werde mit schwerem Baugerät der Boden ausgehoben. Auf einer Fläche von zusammen etwa 7.000 Quadratmetern werden rund 25.000 Kubikmeter belastetes Erdreich bis in eine Tiefe von vier bis fünf Metern ausgebaggert. ölphase, die auf der freigelegten Grundwasseroberfläche aufschwimmt und sich dort sammelt, wird abgesaugt und entsorgt. Das Aushubmaterial, so Mangold, werde untersucht und entsprechend der ermittelten Schadstoffklassen ordnungsgemäß entsorgt. Die Baugruben werden anschließend mit unbedenklichen Bodenmaterial wieder verfüllt. Dieser Sanierungsabschnitt wird in etwa innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen sein. Für die Altlastfläche im Gleisbereich ist die Sanierung damit beendet. Das Gelände kann anschließend neu bebaut werden. Die ehemalige Tankstelle muss jedoch mit Hilfe eines biologischen Verfahrens weiter saniert werden. über eine Vielzahl von Gasinjektionslanzen (s. schematische Abbildung) wird das Grundwasser mit Sauerstoff angereichert, sodass die im Untergrund bereits vorhandenen Mikroorganismen ein ideales Milieu zur Verfügung gestellt bekommen, um die vorhandenen Schadstoffe abzubauen. Die Wirksamkeit dieser Technologie wurde in einem Testfeld am Standort im Rahmen eines mehrmonatigen Vorversuchs eindrucksvoll bestätigt. Auftraggeber für die Sanierung ist das Landratsamt Ortenaukreis. Auf der Grundlage des bestehenden Antrags nach dem NATO-Truppenstatut beim ehemaligen Amt für Verteidigungslasten Karlsruhe auf Kostenerstattung tragen die verursachenden Streitkräfte der Staaten Kanada und Frankreich 75 Prozent und die Bundesrepublik Deutschland 25 Prozent der Kosten. Das Landratsamt Ortenaukreis führt die Sanierungen in enger Abstimmung mit der Stadt Lahr und der IGZ Raum Lahr GmbH durch. Wie Dr. Stoermer betont, sei die bislang bereits praktizierte gute und enge Zusammenarbeit mit der Stadt Lahr und der IGZ Raum Lahr GmbH außerordentlich wichtig für einen reibungslosen Verfahrensablauf. Die Stadt Lahr und die IGZ seien über die zwingend erforderlichen Abstimmungen hinaus regelmäßig in die Projekt- und Arbeitsgruppensitzungen eingebunden. Die Sanierung dieser Fläche sowie die gesamte Altlastenbearbeitung auf dem Flughafen Lahr stelle eine wesentliche Grundlage für die Bauleitplanung des Ostareals und damit für die Vermarktung von Grundstücken im Zuge des Flächenrecyclings dar. Die bislang nicht erfolgte Erweiterung des Bebauungsplanes Rheinstraße Nord rücke nun in greifbare Nähe. Auf dem Flughafenareal hat das Landratsamt Ortenaukreis seit 2006 sechs Altlastensanierungen abgeschlossen. Neben den beiden jetzt beginnenden Sanierungen laufen zur Zeit auf dem Flughafenareal zwei weitere Sanierungsmaßnahmen. Für die noch ausstehenden rund zehn Sanierungen hat der Landkreis bereits mit den Planungsvorbereitungen begonnen. Die bisherigen Sanierungskosten betragen rund zehn Millionen Euro. Bis zum Abschluss aller Sanierungen werden bis voraussichtlich 2015 bis 2020 weitere 15 bis 20 Millionen Euro benötigt.