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"Suche: Kinderzimmer mit Vollpension in Familien-WG mit netten Eltern." – So oder ähnlich könnte eine Anzeige aussehen, mit der ein Kind ein neues Zuhause sucht. Insgesamt leben in Lahr und Umgebung derzeit 96 Kinder und Jugendliche in 81 Pflegefamilien. Und eine "Familien-Such-Anzeige" konnten sich diese Pflegekinder sogar sparen: Denn das Jugendamt des Landratsamtes Ortenaukreis in Lahr vermittelt. Es ist ständig auf der Suche nach Familien, die ein Kind mit offenen Armen empfangen – ihm Geborgenheit und ein neues Zuhause geben. Derzeit hofft das Jugendamt in Lahr für weitere zehn bis zwölf Kinder eine geeignete Pflegefamilie und damit eine neue Startchance im Leben zu finden. "Pflegeeltern sind Wahl-Eltern, die einem Kind oder Jugendlichen eine neue Chance im Leben geben", sagt Sachgebietsleiterin Anita Späth, beim Jugendamt zuständig für den Kommunalen Sozialen Dienst im Bereich der Stadt Lahr. Wer sich für ein Pflegekind entscheide, habe einen neuen 24-Stunden-Job. "Da kommt ein kleiner Gast, der ein sicheres Nest sucht. Und der braucht Zeit, Zuwendung und Zuneigung", so Anita Späth. Dabei gehe es oft nur um "Geborgenheit auf Zeit". Denn Pflegekinder sind keine Adoptivkinder. Pflegeeltern müssten lieben und danach auch wieder loslassen können. Viele Kinder und Jugendliche kommen lediglich vorübergehend in eine Pflegefamilie – und zwar dann, wenn zu Hause die Welt auf dem Kopf steht und die leiblichen Eltern mit ihren Belastungen im Alltag nicht mehr fertig werden. Eheprobleme, Arbeitslosigkeit, Krankheit, Suchtprobleme und Gewalt in der Familie können Gründe sein, warum das Jugendamt sich entschließt, eine Pflegefamilie für Kinder zu suchen. Die Pflegeeltern helfen, einen Heimaufenthalt zu vermeiden. Ob sie für ein Pflegekind in Frage kommen, entscheidet das Jugendamt. Und dessen "Pflegefamilien-Check" ist gründlich: "Wir suchen einen ‚Platz mit Wärme’. Die Pflegeeltern müssen Zeit, Geduld, Belastbarkeit, Offenheit, Toleranz und auch Erfahrung in der Erziehung mitbringen. Ein Pflegekind aufzunehmen, ist eine schöne Aufgabe, aber auch eine riesige Herausforderung. Es muss versorgt, betreut, beschützt und gefördert werden", so Günther Moser, der als Sachgebietsleiter für die Lahrer Umlandgemeinden zuständig ist. Dabei sei immer der Blickwinkel des Kindes wichtig. Deshalb begleite das Jugendamt das Kind auch in der Pflegefamilie. Das Jugendamt Ortenaukreis überlässt nichts dem Zufall. Mit Seminaren werden die künftigen Pflegeeltern sorgfältig auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet: Es gibt Tipps für den Alltag, pädagogische Ratschläge, rechtliche Hinweise und Hilfestellungen beim Umgang mit den leiblichen Eltern. Wirtschaftlich muss die Pflegefamilie auf festen Beinen stehen. Schließlich kosten auch Pflegekinder Geld. Und von dem, was das Jugendamt pro Monat beisteuert, kann sich die Pflegefamilie keine goldene Nase verdienen. Das soll sie auch nicht: "Das Engagement fürs Kind geht übers Herz und nicht übers Konto", macht Günther Moser deutlich. Pflegefamilien können Familien mit Kindern, Alleinstehende, Patchworkfamilien oder gleichgeschlechtliche Paare sein. Für ältere Kinder oder Jugendliche kommen auch Großeltern in Frage, so Günther Moser. Wer Interesse daran hat, einem Kind oder Jugendlichen ein Zuhause zu geben, der bekommt beim Jugendamt weitere Informationen unter der Telefon-Nummer 07821 95449 2200.