Hilfsnavigation

  • Tulpen
  • Fachkräfte helfen Ihnen bei privaten wie beruflichen Fragen.
  • Kulinarische Ortenau.
  • Straßenmeister des Ortenaukreises bei der Arbeit.
Offenburg, 14. Juli 2011 - "Ohne Wald wäre die Welt unendlich ärmer." Mit diesen Worten eröffnete heute Landrat Frank Scherer im Beisein von Forstpräsident Martin Strittmatter, Forstverwaltung Baden-Württemberg (ForstBW), die Ausstellungen "Wald-Kultur" und "Faszination Holz" im Landratsamt Ortenaukreis. Beide Ausstellungen sind zentraler Teil der Aktionen des Amtes für Waldwirtschaft zum Internationalen Jahr der Wälder, zu dem die Vereinten Nationen das Jahr 2011 ausgerufen haben. Diese Kampagne habe zum Ziel, weltweit für die Leistungen und den Erhalt der Wälder zu werben, erläuterte Martin Strittmatter Geschäftsführer und Forstpräsident von ForstBW aus Tübingen in seinem Grußwort. Die Ausstellung Wald-Kultur werfe einen umfassenden Blick auf unseren Wald, so der Landrat. Großflächige Poster zeigen ihn als Naturerlebnisraum, als Lebensstätte seltener Tier- und Pflanzenarten, aber auch als Wirtschaftsfaktor und Arbeitsplatz. Ergänzt wird diese Wanderausstellung von ForstBW durch Informationen rund um die Ortenauer Wälder. Vor zahlreichen Vertretern aus Politik, Forst- und Holzwirtschaft und Besuchern unterstrich Frank Scherer die Bedeutung der Ortenauer Wälder: "Sie erfüllen wichtige Aufgaben für den Schutz von Natur und Umwelt. Mit über 3.000 geschützten Waldbiotopen und Waldschutzgebieten ist die Bewahrung und Erhaltung des Naturerbes "Lebensgemeinschaft Wald" ständiger Begleiter und Richtschnur bei allen Entscheidungen im Ortenaukreis." Im Ortenaukreis werden jährlich über 10 Millionen Tonnen Kohlenstoff im Wald gebunden. Neben diesem Beitrag zum Klimaschutz ist der Wald auch Quelle des täglich nachwachsenden Werk- und Baustoffs "Holz". Die jährliche Nutzung von rund 700.000 Kubikmeter bildet das ökonomische Rückgrat vieler bäuerlicher Familienbetriebe und sichert im Ortenaukreis über 10.000 Arbeitsplätze. Mit über einer Milliarde Umsatz sei die Forst- und Holzbranche im Ortenaukreis ein überaus beachtlicher Wirtschaftszweig, erklärte Scherer. Zudem dienen die Ortenauer Wälder den Bürgern als Aktionsraum und Ruhezone. Gleichzeitig erfüllen sie vielfältige Schutzfunktionen: Sie schützen vor Hochwasser, vor Bodenerosion und Lärm. In diesem Zusammenhang betonte Scherer, dass er der Einrichtung eines Nationalparks in Baden-Württemberg offen gegenüberstehe. Wichtig sei allerdings, dass unter Beteiligung der betroffenen Kommunen und Vertretern der Holz- und Forstwirtschaft ein Gutachten erstellt werde, das folgende Punkte untersuche: den touristischen Mehrwert, die Kompensationsmöglichkeiten bei gewerblichen Einschränkungen sowie die Erhaltung und weitere Finanzierung der Naturparke auf bisherigem Niveau. überleitend zum räumlich getrennten zweiten Teil der Ausstellung im Foyer vor dem großen Sitzungssaal, der Ausstellung "Faszination Holz" sagte der Landrat, dass der Wald als Wirtschafts- und Kulturgut in allen geschichtlichen Epochen ein besondere Rolle gespielt habe. Er fasziniere die Menschen und sei in unserer Kultur allgegenwärtig: in der Mythologie, den Märchen und Liedern, als Rohstoff für Papier, als Baustoff für Schiffe oder traditionelle Schwarzwaldhäuser und als wunderbarer Werkstoff für bildende Künste, der viele Künstler begeistere. Die Ausstellung "Faszination Holz" schlägt somit eine Brücke zwischen Natur und Kultur. Sie zeigt imposante und ausdrucksstarke Objekte und Skulpturen aus dem Werkstoff Holz. Der Begriff "Waldkulturerbe" gewinne hier, so der Landrat, Gestalt und inspiriere die Betrachter in besonderer Weise. Die Künstler Klaus Heil aus Gutach im Breisgau und Bernd Textor aus Kenzingen erläuterten persönlich ihre faszinierende Werke. Klaus Heil verlegte nach seiner Zeit als aktiver Förster in Tauberbischofsheim seinen Lebensmittelpunkt nach Südbaden und widmet sich nun nicht mehr der Bewirtschaftung des stehenden Holzes, sondern der Bearbeitung von skurrilen Waldfundstücken. Er stellt seine Arbeit unter das Thema "Holz im Spannungsfeld zwischen Natur und Kultur" und erzählt mit seinen Exponaten Geschichten. Bernd Textor arbeitet seit einigen Jahren als freischaffender Holzbildhauer in Kenzingen. Das Spektrum seiner Arbeiten ist breit. Es reicht von eindrucksvollen massiven Kopf-Skulpturen, bei denen sich mit der Zeit Trocknungsrisse entwickeln, über filigrane, fast zarte Objekte mit Einkerbungen und Durchblicken, bis hin zu ausgefransten Holzteilen, die von orkangeschädigten Stämmen stammen. Beide Ausstellungen sind während der öffnungszeiten des Landratsamts Ortenaukreis in Offenburg, Badstraße 20, zu sehen: die Ausstellung "Wald-Kultur" bis 22. Juli, die Ausstellung "Faszination Holz" darüber hinaus bis 29. Juli.