Hilfsnavigation

  • Winter in Offenburg.
  • Kulinarische Ortenau.
  • Forstwirte des Ortenaukreises bei der Arbeit.
  • Wir beraten Sie gerne.
Im Rebflurbereinigungsverfahren "Hofackerteich" in Kappelrodeck beginnen die Arbeiten zur Umgestaltung des Geländes und zum Rebenaufbau. Mit dem ersten Spatenstich gaben Landrat Frank Scherer, der Präsident des badischen Weinbauverbandes Kilian Schneider, Abteilungsdirektor Reinhard Wagner vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung und Bürgermeister Stefan Hattenbach im Beisein von Mitgliedern der Teilnehmergemeinschaft und ihrem Vorsitzenden Alois Huber gestern den Startschuss."Mit der ökologischen Umgestaltung von steilen Weinbaulagen sichern wir den Winzern die Existenz und sorgen gleichzeitig für den Erhalt einer Jahrhunderte alten Kulturlandschaft", begründete Scherer die anstehenden Maßnahmen. Auf einer Fläche von 35 Hektar mit einem Rebflächenanteil von 8,9 Hektar wurden 198 Flurstücke eingebracht, durch deren Neuordnung moderner Weinbau ermöglicht und einer Zersplitterung der Rebanlagen entgegengewirkt wird. Das steile Gelände wird auf eine Neigung von maximal 35 Prozent abgeflacht, so dass die Weinbauern künftig Maschinen einsetzen und dadurch effizientere Pflanzenschutz- und Pflegemaßnahmen ergreifen können. Dies sei nicht nur wirtschaftlicher, sondern werde zugleich die Qualität des Weines dauerhaft sichern. so der Landrat weiter.Neben diesen ökonomischen Aspekten spielt bei der Flurbereinigung auch die ökologie eine wichtige Rolle. So wurde erstmals in der Ortenau im Rahmen einer sogenannten CEF – Maßnahme (CEF: continious ecological functionality) schon vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn Brutbäume von geschützten Insekten verpflanzt, eine Trockenmauer errichtet und geschützte Pflanzen versetzt. Im Zug der Erdarbeiten wird auch der Bachlauf im Verfahrensgebiet naturnah neu gestaltet.Die Gesamtkosten der Rebflurbereinigung belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro. Nahezu 70 Prozent werden über Zuschüsse des Bundes und des Landes Baden-Württemberg finanziert, rund 370.000 EUR tragen die Gemeinde Kappelrodeck und die Teilnehmergemeinschaft. Bürgermeister Stefan Hattenbach betonte die bevorzugte Lage der Gemeinde Kappelrodeck. "Unsere Winzer sind die fleißigsten und besten Landschaftsgärtner und Landschaftspfleger, die man nur haben kann. Sie sind Garanten dafür, dass wir auch weiterhin mit Stolz auf unsere jahrhundertealte Kulturlandschaft blicken können. Ohne strukturverbessernde Rebflurneuordnungen ist das nicht möglich".Zustimmung finden die Verfahren auch beim badischen Weinbauverband. Präsident Kilian Schneider wies nachdrücklich darauf hin, dass der Einsatz von Maschinen zur wirtschaftlichen Bearbeitung unerlässlich sei. Er sei überzeugt, dass bei den CEF-Maßnahmen sowohl den Erfordernissen des Weinbaus wie dem Naturschutz Rechnung getragen werde. Auch Abteilungsdirektor Reinhard Wagner vom Landesamt für Geoinformation und Landesentwicklung hält die Flurbereinigungsverfahren für ein wichtiges Instrument um die Infrastruktur des ländlichen Raumes zu verbessern. Um auch in Zukunft die Existenz der Winzer nachhaltig zu sichern machte Landrat Scherer deutlich, dass er sich weiterhin politisch dafür einsetzen werde, dass der Anbaustopp für Reben über das Jahr 2015 hinaus erhalten bleibt. Der Erhalt der qualitativ hochwertigen, aber schwierig zu bewirtschaftenden Hang- und Steillagen, die auch ganz wesentlich unser Landschaftsbild prägen, wäre ansonsten massiv gefährdet.