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45 Kinder und Jugendliche hat das Jugendamt des Ortenaukreises in den letzten zweieinhalb Jahren in belastenden Situationen aus ihren Familien herausgenommen und in sogenannten Bereitschaftspflegefamilien untergebracht. Das berichtete Andreas Linse, Leiter des Bereichs Sozialarbeit, in der gestrigen Sitzung des Jugendhilfeausschusses.Das Konzept der Bereitschaftspflege gibt es im Ortenaukreis seit Februar 2008. Zehn Familien waren seither als Bereitschaftspflegefamilien tätig und nahmen 28 Mädchen und 17 Jungen vom Baby- bis zum Jugendlichenalter vorübergehend bei sich auf. Diese Kinder konnten wegen akuter Kindeswohlgefährdung, familiären Konflikten, eingeschränkter Erziehungskompetenz der Eltern oder Sucht- oder psychischen Erkrankungen der Eltern nicht in ihren Familien bleiben. Linse betonte, wie wichtig das Instrument für das Jugendamt sei: "Mit der Bereitschaftspflege sind wir imstande, in Krisensituationen schnell und adäquat auf schwierige familiäre Situationen zu reagieren. Während der Unterbringung des Kindes bei den Pflegeeltern können wir sorgfältig prüfen, ob es in die Herkunftsfamilie zurückkehren kann oder ob stationäre Hilfen wie Vollzeitpflege oder die Unterbringung in einer Jugendhilfeeinrichtung notwendig sind."Eine Bereitschaftspflegefamilie erhält für die Aufnahme eines Pflegekinds je nach Alter des Kindes zwischen 1233 Euro und 1390 Euro im Monat. Für die Bereitschaft, kurzfristig Kinder aufzunehmen, bekommt die Bereitschaftspflegefamilie für jeden Tag ohne Pflegekind neun Euro. "Dafür müssen die Familien viel investieren. Sie müssen mit einem häufigen Wechsel sehr verunsicherter Kinder und Jugendlicher zurechtkommen. Wir suchen Eltern mit pädagogischen und sozialpädagogischen Berufen, stabile Familien, deren eigene Kinder mit dem Familienzuwachs auf Zeit keine Probleme haben. Die Eltern sollten Zeit haben und auch genügend Wohnraum, um dem Pflegekind ein eigenes Zimmer zu bieten." Der Kommunale Soziale Dienst bereitet die Bereitschaftspflegefamilien gründlich auf ihre Aufgabe vor und begleitet sie auch konstant. Das Jugendamt des Ortenaukreises sucht weitere Bereitschaftspflegefamilien, vor allem für die Aufnahme von Jugendlichen. Interessenten für die Bereitschaftspflege können sich an Markus Gertis, Pflegestellenkoordination beim Jugendamt, telefonisch unter 0781 805 1373 oder per Mail an wenden.