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Der ökologische Zustand der Gewässer im Ortenaukreis hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Seit 2003 hat das Amt für Wasserwirtschaft im Landratsamt Ortenaukreis zusammen mit dem Land Baden-Württemberg zahlreiche Projekte umgesetzt mit dem Ziel, die ökologische Vielfalt in den Gewässern zu verbessern. Grundlage für die Arbeit der Wasserwirtschaftler ist die seit 2000 geltende EU-Wasserrechtsrahmenrichtlinie (WRRL).Diese Richtlinie sieht vor, dass bis 2015 alle Flüsse, Seen, Küstengewässer wie auch das Grundwasser in der Europäischen Union in einen "guten ökologischen Zustand" versetzt werden. In besonders begründeten Fällen gibt die Richtlinie Zeit bis 2027. Um dieses hochgesteckte Ziel zu erreichen, ist vor allem die Wasserwirtschaftsverwaltung gefordert. Für die Umsetzung des Maßnahmenprogramms im Ortenaukreis ist die "Untere Wasserbehörde" im Landratsamt zuständig. "Unser Aufgabenbereich liegt vor allem darin, den Bau von Fischauf- und -abstiegen in Fließgewässern voranzubringen, eine ausreichende Mindestwassermenge in den Ausleitungsstrecken von Wasserkraftanlagen zu regeln und die Gewässer so zu verbessern, dass im Wasser lebende Organismen gute Lebensbedingungen vorfinden", berichtet Dr. Nikolas Stoermer, Erster Landesbeamter im Landratsamt Ortenaukreis.So sind im Ortenaukreis beispielsweise Rench, Elz und Kinzig mit deren Nebengewässern Erlenbach, Wolf und Gutach als Lachsprogrammgewässer ausgewiesen. Sie sollen möglichst von der Mündung bis in den Oberlauf für Fische durchgängig sein, um den sogenannten Langdistanzwanderfischen, also Lachsen und Meerforellen, zu ermöglichen, ihre Laichplätze aufzusuchen. Um dies zu erreichen, müssten zahlreiche Querbauwerke in beiden Richtungen für Gewässerlebewesen durchgängig gemacht werden, erläutert Bernhard Vetter, Leiter des Amtes für Wasserwirtschaft und Bodenschutz im Landratsamt Ortenaukreis. Bei vorhandenen Anlagen bestehe dazu eine gesetzliche Verpflichtung. Diese wolle man möglichst im Konsens mit den Betreibern umsetzen. Bei der Realisierung neuer Anlagen liege grundsätzlich ein Konflikt zwischen den Zielen der Gewässerökologie und des Ausbaus erneuerbarer Energien vor. Beiden Zielen werde in Richtlinien auf europäischer Ebene wie auch auf Bundes- und Landesebene hohe Bedeutung zugemessen. "Im konkreten Einzelfall sind wir immer bestrebt, beide Zielsetzungen miteinander zu vereinbaren", so Vetter.Nach einem landesweiten Maßnahmenprogramm aus dem Jahr 2009 seien allein im Ortenaukreis 135 Projekte vorgesehen, um an Fließgewässern die Durchgängigkeit zu verbessern und eine Mindestwassermenge bereit zu stellen. Davon seien bisher 31 Maßnahmen mit Schwerpunkt an den Lachsprogrammgewässern Kinzig und Rench umgesetzt, an 43 Projekten werde zur Zeit gearbeitet. Hinzu kommen zahlreiche Strukturverbesserungen, wie zum Beispiel die Rückverlegung von Deichen, die Umgestaltung von Mündungsbereichen und Uferbepflanzungen, die vom Land Baden-Württemberg an den größeren Gewässern im Kreis in den vergangenen Jahren umgesetzt wurden. Durch diese Umgestaltungen können sich durch die veränderte Fließdynamik naturnahe Bereiche in Bächen und Flüssen entwickeln, die neue Lebensräume und Laichplätze für viele Gewässerorganismen bieten.Bis die Bagger anrollen, ist es manchmal ein langer Weg. Im Vorfeld seien umfangreiche Vorgespräche, technische Planungen und rechtliche Verfahren notwendig, bei denen verschiedene Fachbereiche wie Wasserwirtschaft, Naturschutz und Fischerei beteiligt sind, erläutert Dr. Stoermer. Auch seien die Kosten des Umbaus wasserbaulicher Objekte in der Regel nicht unerheblich. Ein Teil der Maßnahmen kann über Fördermittel der EU mitfinanziert werden, wenn es sich um Maßnahmen handelt, für die Land und Kommunen aufgrund ihrer Gewässerunterhaltungspflicht zuständig sind. Oft handelt es sich allerdings um private Anlagen und im Falle einer Wasserkraftnutzung spielen auch wirtschaftliche Interessen eine bedeutende Rolle. Kraftwerksbetreiber, die ihren Strom ins Netz einspeisen, können ökologische Verbesserungsmaßnahmen an ihren Anlagen zum Teil über eine erhöhte Einspeisevergütung finanzieren.