Hilfsnavigation

  • Kulinarische Ortenau.
  • Straßenmeister des Ortenaukreises bei der Arbeit.
  • Tulpen
  • Fachkräfte helfen Ihnen bei privaten wie beruflichen Fragen.
Auf Einladung von Landrat Frank Scherer besuchte eine von Gouverneur Tsvetan Asenov angeführte Delegation der bulgarischen Partnerregion Vidin vom 18. bis 20. April 2012 den Ortenaukreis. Mitglieder der Delegation waren Bürgermeister, Unternehmer, hochrangige Vertreter der Regionalverwaltung und der ehemalige Gouverneur Plamen Stefanov. Im Mittelpunkt des Besuchsprogramms standen die gemeinsamen Themenfelder berufliche Bildung, Möglichkeiten des Arbeitnehmeraustausches sowie Investitionsmöglichkeiten für Ortenauer Unternehmen in der Region Vidin. "Nach nur einem Jahr nimmt unsere Partnerschaft jetzt mit konkreten Projekten Fahrt auf", freut sich Landrat Frank Scherer. Auf einer Pressekonferenz bei der Firma Hilzinger Fenster und Türen GmbH in Willstätt stellten Gouverneur Tsvetan Asenov und Landrat Scherer das gemeinsame Projekt eines Qualifizierungsprogramms Ortenau/Vidin "Jugend ohne Grenzen – unsere gemeinsame Zukunft" vor. Ziel des Projekts ist es insbesondere, junge Vidiner Schulabsolventen, aber auch Arbeitskräfte, die aus der Region Vidin stammen, für eine Berufsausbildung oder Weiterqualifizierung bis hin zum Studium in der Ortenau zu gewinnen. "Auf diese Weise kann einerseits dem Fachkräftemangel in der Ortenau sowie der Arbeitslosigkeit junger Menschen in Vidin entgegengewirkt werden, andererseits aber auch ein Know-How-Transfer über Rückkehrer nach Vidin erfolgen", so Scherer und Asenov zu der gemeinsamen Zielsetzung. Der Höchststand der Arbeitslosenquote junger Bulgaren im Alter zwischen 15 und 24 Jahren betrug im Juni 2011 über 27 Prozent. Das Programm "Jugend ohne Grenzen – unsere gemeinsame Zukunft" soll mit einer intensiven Kooperation der Region Vidin und des Ortenaukreises im Aus-, Fort- und Weiterbildungsbereich einhergehen. All dies wird den kulturellen Austausch und damit eine Vertiefung der Beziehungen zwischen beiden Regionen beschleunigen. So möchten Asenov und Scherer die Kooperation durch Bildungssymposien, zu denen Lehrkräfte, Kultusbeamte und -politiker aus beiden Regionen eingeladen werden, begleiten. Scherer und Asenov äußerten die Hoffnung, dass das Programm bereits in einer ersten Phase mit einigen Abiturienten aus Vidin, die eine mindestens zweijährige Berufsausbildung mit begleitender Berufsschule absolvieren möchten, ab September starten könnte. Unternehmenschef Helmut Hilzinger hat bereits zugesagt sowohl im gewerblichen als auch im kaufmännischen Bereich Ausbildungsstellen für junge Bulgaren anzubieten. Auch Paul Baier, Präsident der Handwerkskammer Freiburg, sprach sich für die Notwendigkeit eines solchen Projekts aufgrund der demografischen Entwicklung aus. Er betonte den Vorbildcharakter der dualen Ausbildung in Deutschland. Er könne sich vorstellen das Projekt durch ein Schnupperprogramm zu unterstützen, bei dem die Interessenten erste Einblicke in Ortenauer Firmen erhalten. Großes Interesse an diesem Projekt habe auch die WRO (Wirtschaftsregion Ortenau), so ihr Geschäftsführer Manfred Hammes, denn "Nachwuchskräfte aus ganz Europa werden gebraucht". Im Rahmen der WRO Strategie gegen den Fachkräftemangel wird geprüft, ob die Region Vidin ein dauerhafter Partner zur Vermittlung von Arbeitskräften sein kann und in wie weit Ortenauer Unternehmen vor dem Hintergrund dieser Partnerschaft mittelfristig in Bulgarien investieren könnten. Fragen des Unternehmeraustauschs sowie Investitionsmöglichkeiten in Bulgarien waren deshalb Thema eines Wirtschaftsforums am Donnerstag Nachmittag im Burda Media Tower in Offenburg. Neben Landrat Frank Scherer und der Vidin-Delegation haben der Vorstandsvorsitzende der Herrenknecht AG, Dr. Martin Herrenknecht, sowie zwei Rechtsanwältinnen der Kanzlei Bender-Harrer-Krevet in Freiburg teilgenommen und über ihre Erfahrungen mit und in Bulgarien berichtet. Auf dem dicht gedrängten Besuchsprogramm standen außerdem ein Besuch der Beruflichen Schulen Kehl sowie der Firma Hilzinger in Willstätt. In Kappelrodeck besuchte die Delegation aus Vidin die Rebveredelung Huber, die bereits geschäftliche Kontakte in die Weinregion Vidin pflegt. Auf Vermittlung von Landrat Frank Scherer wird Vidin erstmals in diesem Jahr auf der Oberrheinmesse Offenburg vertreten sein. Hintergrund zur Kreispartnerschaft Der Ortenaukreis und die Region Vidin haben im April 2011 ein Partnerschaftsabkommen geschlossen. Vor allem in den Bereichen Wirtschaft und Bildung wollen beide Regionen zusammenarbeiten und sehen zahlreiche interessante Anknüpfungspunkte für eine beidseitig gewinnbringende Partnerschaft. Die ländlich geprägte Region Vidin liegt im Nordwesten Bulgariens an der Donau und gilt als Eingangstor des Landes zu Europa. Die Region hat eine Fläche von 3022 Quadratkilometern und rund 114.000 Einwohner. Hintergrund zum QualifizierungsprogrammProjektbeteiligte sind neben dem Landratsamt Ortenaukreis die Agentur für Arbeit, die Wirtschaftsregion Ortenau (WRO), die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Handwerkskammer (HWK). Die Bildungsregion Ortenau (BRO), das Staatliche Schulamt und die Hochschule Offenburg sind eng eingebunden. Die politische Schirmherrschaft liegt bei Landrat Scherer. Die ersten internen Schritte, Gespräche des Landrats mit den internen und externen Projektbeteiligten, eine Analyse des aktuellen Bedarfs an Facharbeitskräften in der Ortenau sowie eine Angebotsanalyse, sind bereits abgeschlossen. Arbeitsrechtliche Fragen wurden geklärt. Hierbei wird auch berücksichtigt, welche Profile aus der Partnerregion sich zur bedarfsorientierten Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Ortenau am besten eigenen, wenn z. B. Abiturienten aus Vidin mit Deutschkenntnissen hier eine duale Ausbildung absolvieren und sich für einen entsprechenden Facharbeitsplatz in der Ortenau, für eine Weiterqualifizierung etwa an der Hochschule Offenburg, oder aber für die direkte Rückkehr nach Vidin entscheiden. Weitere Schritte: Für die Studenten, Auszubildenden/Berufsschüler und Praktikanten müssen vorgeschaltete Intensiv-Sprachkurse eventuell auch schon vor Ort angeboten werden. Die Möglichkeiten werden derzeit geprüft. Es sollte im schulischen und sozialen Bereich ein integrationsfreundliches Umfeld geschaffen (Klassenzusammensetzung, konkrete integrationsfördernde Maßnahmen) und die Fortentwicklung der Sprachkompetenz aktiv unterstützt werden. Insbesondere für folgende Berufssparten werden noch Auszubildende gesucht: - Metall und Elektro (Konstruktionsmechaniker/in, Zerspanungsmechaniker/in, Anlagenmechaniker/in Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Werkzeugmechaniker/in, Anlagenmechaniker/in, Industriemechaniker/in, Elektroniker/in, Metallbauer/in, Mechatroniker/in) - Bauberufe (Beton- und Stahlbauer/in, Maurer/in, Zimmerer/Zimmerin, Maler/in und Lackierer/in in Gestaltung und Instandhaltung, Bauzeichner/in) - Nahrungsmittel (Bäcker/in, Fleischer/in, Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk Bäckerei, Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk Fleischerei) - Gesundheit (Friseur/in, Krankenpfleger/-schwester, Altenpfleger/in, Medizinische/r Fachangestellte/r, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r) - Gastronomie (Koch/Köchin, Restaurantfachmann/-frau, Hotelfachmann/-frau) - Lager und Logistik (Berufskraftfahrer/in, Fachkraft für Lagerlogistik) - Garten und Landschaft (Gärtner/in in Garten- und Landschaftsbau)