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Landrat Frank Scherer besuchte gestern zusammen mit dem Dezernenten für den ländlichen Raum Edwin Dreher und Amtsleiter Rainer Moritz den Sesterhof in Oberkirch-Bottenau und den Obst- und Weinbaubetrieb Benz in Durbach. Die Familie Sester bewirtschaftet seit 2007 einen Sonderkulturbetrieb mit Obst- und Weinbau sowie Rebveredelung. Neben dem Weinbau produziert die Karl und Martin Benz GbR auf rund 14 Hektar Fläche vor allem Stein- und Kernobst, insbesondere Kirschen.Landrat Scherer zeigte sich von der Wirtschaftsweise in beiden Betrieben beeindruckt: "Die Inhaber führen ihre Betriebe eigenverantwortlich, innovativ und wirtschaftlich sehr erfolgreich – Respekt! Der heutige Besuch bestätigt mir ein weiteres Mal, dass es lohnt, sich politisch für die Erhaltung des Rebenanbaustopps und eine angemessene Agrarinvestitionsförderung für Sonderkulturbetriebe einzusetzen." Der gelernte Gartenbaumeister Ralf Sester betreibt den Hof als Alleinunternehmer mit Unterstützung seiner Frau, der früheren Betriebsleiterfamilie Kiefer, einer Fremdarbeitskraft und zehn Saisonarbeitskräften. Die Trauben der etwa fünf Hektar Reben liefert er an die Winzergenossenschaft Oberkirch. Ein wichtiger Betriebszweig ist die Rebveredelung, für die Sester in den vergangenen Jahren sämtliche Produktionsanlagen auf den neuesten Stand gebracht hat. Eine vom Land geförderte, private Rebplanie auf einer Fläche von etwa zwei Hektar erleichtert zusätzlich seit diesem Jahr die Arbeit in den Reben. Auf etwa sechs Hektar Fläche bauen die Sesters mit neuester Anbau- und Bewässerungstechnik Erdbeeren an. "Ohne die Beratung durch die Fachleute vom Amt für Landwirtschaft und ohne die daraus resultierende finanzielle Förderung hätte ich diese Investitionen nicht getätigt. So konnte ich wichtige betriebliche Weichenstellungen frühzeitig in Angriff nehmen und zum richtigen Zeitpunkt investieren", betont Sester. Amtsleiter Rainer Moritz lobt: "Der Betrieb der Familie Sester ist ein Paradebeispiel für eine positive betriebliche Entwicklung mit ausgewogener Risikostreuung. Er ist für die zukünftigen Herausforderungen des Marktes sowohl fachlich als auch finanziell gerüstet."Dies gelte auch für die Karl und Martin Benz GbR in Durbach, die zweite Besuchsstation am Nachmittag. Hier ist aktuell die Kirschenernte in vollem Gange. Gerade die Kirschen spielen innerhalb des Obstanbaus im Ortenaukreis eine große Rolle. Auf knapp einem Drittel der 4.500 Hektar Fläche, die im Ortenaukreis für den Obstanbau zur Verfügung stehen, wachsen vor allem Brenn- und Industriekirschen. Moritz: "Auch die Karl und Martin Benz GbR ist ein gutes Beispiel für innovative und erfolgreiche Bewirtschaftung eines Sonderkulturbetriebs. Dezernent Dreher ergänzt: "Die Sonderkulturbetriebe haben im Ortenaukreis eine zentrale Bedeutung in der Landwirtschaft. Sie erbringen eine hohe Wertschöpfung und tragen erheblich zum Erhalt unserer einzigartigen Kulturlandschaft bei, was nicht zuletzt auch dem Tourismus zu Gute kommt. Aus diesen Gründen werden wir die Sonderkulturbetriebe durch fachliche Beratung, Abwicklung von Förderanträgen und Ausbildung an der Fachschule für Landwirtschaft auch in Zukunft unterstützen."Landrat Scherer kritisiert, dass wegen des aktuell bestehenden Priorisierungssystems nahezu alle Sonderkulturbetriebe von der Agrarinvestitionsförderung ausgeschlossen sind: "Ohne die Förderung finden wichtige betriebliche Entwicklungsschritte oft nicht statt oder werden auf unbestimmte Zeit verschoben. Für die weitere gute agrarstrukturelle Entwicklung im Ortenaukreis wären solche Schritte jedoch dringend notwendig. Nur durch Innovation und Investitionen können die Landwirte Nachteile, die sich etwa durch Realteilungsgebiete, Kleinparzellierung und beengte Hofstellen ergeben, ausgleichen. Ich werde mich deshalb dafür einsetzen, dass das Land die Sonderkulturbetriebe wieder in die Agrarinvestitionsförderung aufnimmt."