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Fachtagung Mediensucht in Offenburg, Landratsamt OrtenaukreisSuchtrisiken bestehen nicht nur beim Konsum psychotroper und psychoaktiver Substanzen, sondern auch bei allen Verhaltensmustern, die mit Lustgewinn verbunden sind. Pädagogen warnen davor, dass auch die intensive Nutzung moderner Medien und des Internets mit dem Risiko von individuellen Fehlentwicklungen verbunden ist. Laut dem Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung (2009) gibt es bis zu 2,8 Millionen Onlinesüchtige und ebenso viele Gefährdete. Inzwischen wird das Thema einer Internet- und Mediensucht nicht nur unter Fachleuten aus der Jugendhilfe und der Suchthilfe diskutiert. Die ambulante Suchthilfe hat vielerorts eigene Unterstützungsangebote für Jugendliche, Eltern und andere Bezugspersonen aufgebaut. Deshalb hat der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg das landesweite Projekt "Medien vernünftig nutzen" initiiert mit dem Ziel, regionale Ratgeber für Betroffene und Hilfesuchende zu erstellen. Neben grundlegenden Probleminformationen sollen sie auch konkrete Hinweise zu den aktuellen Hilfeangeboten vor Ort enthalten. Wesentliche Grundlage für die Broschüren sind regionale Fachveranstaltungen in Kooperation mit den Suchtbeauftragten der jeweiligen Kommune. Eine solche Fachtagung fand gestern in Offenburg im Landratsamt Ortenaukreis statt. Das Projekt läuft zwei Jahre und wird von der Techniker Krankenkasse mit 60.000 Euro gefördert und unterstützt. "Wichtige Ziele unserer suchtpräventiven Bemühungen im Ortenaukreis sind, Kinder, Jugendliche und ihre Familien in der Entwicklung ihrer Medienkompetenz zu unterstützen", so Thomas Schoen-Blum, kommunaler Suchtbeauftragter beim Landratsamtes Ortenaukreis. "Ganz wichtig ist dabei, die Neuen Medien nicht zu verteufeln, nur weil Erwachsene und Elterngenerationen oft nicht alles verstehen. Soziale Netzwerke wie Facebook gehören zur heutigen Jugend dazu", ergänzt Hector Sala, Beauftragter für Jugendarbeit und Jugendschutz beim Landratsamtes Ortenaukreis. Geht es um Nutzungszeiten von Handys und Computern, sind Eltern dennoch gefragt. "Hier wollen wir Erziehungsberechtigte und Beratungsdienste unterstützen, die Alltagsmedien richtig einzusetzen und zu nutzen", so Schoen-Blum. Sollten Eltern oder Jugendliche selbst ihr Medienverhalten als problematisch empfinden (ständig steigende Onlinespiel- oder Medienzeiten; Unlust an sozialen Begegnungen; Vernachlässigung altersspezifischer Entwicklungsaufgaben; etc.) verweisen Schoen-Blum und Sala auf die Angebote der Beratungsstellen im Ortenaukreis, in denen die Betroffenen kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zum Thema finden. "Bei den Fachdiensten bzw. Beratungsstellen der Suchthilfe gibt es immer öfter Anfragen verunsicherter Eltern und verzweifelter Betroffener zum Risikopotential einer intensiven Internet- und Mediennutzung. Trotzdem ist vielerorts für Eltern, Jugendliche und Erwachsene nicht klar erkennbar, wo sie unter welchen Voraussetzungen welche Form von Unterstützung und Hilfe finden können", informiert Karl Lesehr, Referent für Sucht- und Drogenhilfe beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg. "Deshalb ist eine wesentliche Grundlage für unsere Informationsbroschüren eine Reihe regionaler Fachveranstaltungen in Kooperation mit den Suchtbeauftragten der jeweiligen Kommune." Dabei tauschen sich alle regionalen Fachdienste und Institutionen aus der Suchthilfe aus. Fragen, wie "wer wann, wo und warum nach Hilfe gesucht hat und welche Unterstützung dann erfolgte", werden dabei beantwortet. "Gleichzeitig sollen die Fachdienste angeregt werden, zu prüfen, ob vielleicht ein anderes Beratungs- und Hilfeangebot alltagspraktischere und weniger stigmatisierende Hilfen anbietet, als die eigene Einrichtung", so Lesehr.