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Der Einladung zum 1. Ortenauer Demografietag von Gemeindetag Baden-Württemberg und Badischer Demografie Agentur (BDA) folgten gestern rund 50 Vertreter der Kommunen. In den Tagungsräumen des Ruster Europa-Parks trafen Demografieexperten auf politische Entscheidungsträger aus der Region. Frank Scherer, Landrat des Ortenaukreises und Schirmherr der Veranstaltung, verdeutlichte in seiner Eröffnungsrede, dass sich der demografische Wandel auf alle Gesellschaftsbereiche auswirken wird. Scherer plädierte für ein Umdenken in Politik und Verwaltung und verwies auf das Erkennen und Nutzen der Chancen des Wandels. "Die demografische Entwicklung ist nicht ein Problem, sondern eine Herausforderung, die wir annehmen wollen und meistern können", so Scherer. Jens Stecher, Projektleiter der BDA, schickte in seinem Vortrag eine Empfehlung an die Gemeinden, "sich wie Unternehmen aufzustellen und ein aktives, demografiefestes Personalmanagement zu betreiben." Dabei stellte er das Instrumentarium der BDA vor. Basierend auf Analysen und Einzelstatistiken werden kleine und mittlere Unternehmen kostenfrei beraten, wozu das Aufzeigen individueller Handlungsfelder gehört. Demografieexperte Ulrich Reiner verwies darauf, dass sich diese Thematik des demografischen Wandels "in einem engen Geflecht aus Gesellschaft, Gemeinden und Unternehmen befindet", weshalb es "die Lösung" auch nicht gäbe, sondern viel mehr die Notwendigkeit gemeinsamen Handelns. "Der Bevölkerungsrückgang in den ländlichen Regionen ist auch in Baden-Württemberg unaufhaltsam und hat bereits begonnen", betonte Richard Junesch von der Stuttgarter Universität. Der Mitverfasser der IREUS Studie (Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung) untermauerte seine These mit entsprechenden Daten und Erhebungen. Dass Prognosen nicht über die Zukunft entscheiden, sondern die handelnden Akteure vor Ort, verdeutlichte Armin König, Gastredner aus dem Saarland. Der Buchautor ("Bürger und Demografie") und Bürgermeister von Illingen, einer 18.000 Einwohner zählenden Gemeinde, stemmt sich erfolgreich gegen Immobilienleerstand, Verödung kommunaler Flächen und baut "Jugendhäuser" oder startet Bildungs- und Kulturprogramme, um weiterhin für neue und alte Mitbürger attraktiv zu sein.König warnte die Gemeinden vor "Kannibalismus", was Hans Peter Heizmann, Kreisverbandsvorsitzender des Gemeindetages Baden-Württemberg und Bürgermeister von Biberach, bei seiner Bewertung des Demografietages aufgriff: "Es ist ein gutes Zeichen, dass diese Veranstaltung eine so große und positive Resonanz erhielt. Nur gemeinsam - und nicht in einer gefährdender Konkurrenz – können wir die kommenden Herausforderungen erfolgreich bewältigen. Hierfür haben wir heute viele nützliche Tipps und Erfahrungen austauschen können. Allerdings wäre es sehr kurz gesprungen, wenn diese Veranstaltung eine Eintagsfliege gewesen sein sollte!"