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Landrat Frank Scherer: "Landesförderung der Verkehrsinfrastruktur unverzichtbar" Auf Einladung von Landrat Frank Scherer besuchte Verkehrsminister Winfried Hermann heute den Ortenaukreis. Er machte sich bei einer Radtour von Offenburg über Gengenbach nach Biberach-Fröschbach vor Ort ein Bild von Straßen- und Radwege-Baumaßnahmen des Landkreises. Außerdem konnte er sich beim Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof davon überzeugen, dass der dort geplante Bahnhalt hohe Priorität für den Kreis hat. Die Tour begleiteten Vertreter des Kreistags sowie die Bürgermeister der tangierten Städte und Gemeinden. Die E-Bikes wurden von den Gengenbacher Firmen Laufrad und Rad Quadrat kostenlos zur Verfügung gestellt. Radwege- und Straßenbau Der Ortenaukreis verfügt über ein Radwegenetz von 137 Kilometern. über 44 Kilometer davon hat der Kreis allein in den zurückliegenden fünf Jahren entlang der Kreisstraßen angelegt und dafür rund elf Millionen Euro investiert. Circa 60 Prozent waren durch Mittel aus der Landesförderung abgedeckt. Die Radwege entstanden gleichzeitig mit dem verkehrssicheren Ausbau der Kreisstraßen. An der Kreisstraße K 5336 zwischen Gengenbach-Schwaibach und Biberach-Fröschbach erläuterte Landrat Frank Scherer die Vorgehensweise des Kreises: "Wir bündeln Baumaßnahmen und sparen durch die Synergieeffekte Kosten ein." Nach den Beschreibungen von Biberachs Bürgermeister Hans Peter Heizmann war auf dieser Strecke lediglich eine sehr schmale und nicht frostsicher ausgebaute Straße vorhanden. Ein Radweg fehlte gänzlich. "Den notwendigen Fahrbahnausbau haben wir mit dem Bau eines gemeinsamen Rad- und Gehweges kombiniert", führte der Landrat weiter aus. "Hierdurch konnte sehr wirtschaftlich gebaut werden. Aufgrund der größeren Massen konnten günstigere Einheitspreise erzielt werden. Es entstanden daneben weitere Synergieeffekte, etwa bei der Planung oder beim Grunderwerb. Ohne Förderung des Straßenbauanteils wäre dieses Projekt für den Kreis nicht realisierbar gewesen." Der Ortenaukreis hat ein Radwege-Bauprogramm für die Kreisstraßen erstellt, nachdem er das vorhandene Radwegenetz analysiert und den Bedarf für neue Radwege festgestellt hatte. Auf dieser Grundlage bringt der Landkreis sukzessive die priorisierten Maßnahmen in die Kreishaushalte ein. Noch rund 80 Kilometer weitere Radwege sind im Programm vorgesehen, wobei das Ziel von sechs Kilometern pro Jahr bisher um durchschnittlich einen Kilometer übertroffen wurde. "Wir wollen gerade in unserem ländlichen Raum das Radwegnetz weiter ausbauen, um Schülern und Berufstätigen eine echte Alternative zum motorisierten Verkehr zu bieten. Diese Infrastrukturmaßnahmen machen nicht nur die Wege zur Schule oder Arbeitsstätte sicherer, sie erhöhen darüber hinaus auch den touristischen Wert für die Ortenau, die schon jetzt viele Rad-Touristen aus der Region und insbesondere dem benachbarten Frankreich anzieht", erklärte Landrat Frank Scherer gegenüber dem Minister. Ein gut ausgebautes Radwegenetz sei ein wertvoller Standortvorteil und deshalb für den wachsenden Wirtschaftszweig Tourismus von großer Bedeutung. "Doch können wir nicht nur Radwege bauen und den immer noch zwingenden Ausbau von Kreis- und Kommunalstraßen vernachlässigen. Gerade der Ausbau von vorhandenen Straßen ist für die Entwicklung im ländlichen Raum von zentraler Bedeutung. Ich bedaure sehr, dass das Land Baden-Württemberg seine Förderrichtlinien für den Bau von Straßen und Radwegen ändert, denn dadurch steht die Finanzierung solcher Infrastrukturmaßnahmen des Kreises in Frage", so Scherer weiter. Zu Beginn der Tour hatte der Landrat den Gast auch an eine Baustelle in Offenburg-Zunsweier geführt. Gemeinsam mit Offenburgs Baubürgermeister Oliver Martini stellte er die Maßnahme am Knotenpunkt K 5331/K 5326/Raiffeisenstraße vor, wo ein Kreisverkehr sowie ein neuer Rad- und Gehweg entlang der K 5326 zwischen Offenburg-Zunsweier und Ortenberg entstehen sollen. "Auch hier würde künftig nach den geltenden Bestimmungen nur noch der Neubau des Rad- und Gehweges gefördert werden. Die Gesamtmaßnahme wäre vom Aufnahmestopp ins Förderprogramm betroffen und die sinnvolle Verbindung zweier notwendiger Maßnahmen wäre nicht mehr möglich", führte der Landrat aus. Der Landrat bekräftigte gegenüber Hermann, wie wichtig gerade auch die Planungen zum Wolftal-Erlebnis-Radweg für den touristischen Ausbau des Wolftals zu einer Naturerlebnisregion seien. Der familiengerechte Radweg als zentrales Element für das sogenannte Tal der Tiere werde von Kniebis bis Oberwolfach führen und sei auch als Radwegeverbindung zwischen Neckar und Kinzigtal interessant. Der Verkehrsminister zeigte sich über die zahlreich neu gebauten Radwege des Ortenaukreises erfreut, da dies dem Ziel der Landesregierung nach einem leistungsfähigen Radwegenetz auch im ländlichen Raum entspreche. Er verwies auf die neue Förderrichtlinie, nach der auch 2013 der Bau von Radwegen an bestehenden Straßen sowie selbstständige verkehrswichtige Radwege bezuschusst werden. Ab 2014 seien auch Straßenbaumaßnahmen wieder förderfähig. Regionale Vermarktung und Naturpark Bei einer Pause an der Marktscheune in Berghaupten besichtigte der Fahrradtrupp das dortige Naturparkportal. Als Tür zum Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord informiert es die Besucher in einer Ausstellung über den Naturpark sowie die lokalen Besonderheiten. Gleichzeitig bietet ein Naturpark-Bauernmarkt in der Marktscheune regionale, landwirtschaftliche Produkte direkt vom Erzeuger an. Unter anderem finden sich heimische Fleischprodukte, Brände, Liköre und Honig der Regionalmarke "echt Schwarzwald", die für hochwertige Qualität und Genuss aus dem Schwarzwald stehen. Im integrierten Café können die Besucher die typischen Spezialitäten auch gleich probieren. "Ich bin sehr stolz, dass diese Einrichtung bei Besuchern und Gästen großen Anklang findet", so Bürgermeister Jürgen Schäfer. Bahnübergang Gengenbach In Gengenbach nutzte Bürgermeister Thorsten Erny die Gelegenheit, um dem Verkehrsminister die problematische Verkehrssituation am beschrankten Bahnübergang zwischen Altstadt und Kinzig zu schildern: "Der Bahnübergang behindert nicht nur den städtebaulichen, sozialen, kulturellen und vor allem den funktionalen Zusammenhang der Stadt, es ereignen sich auch immer wieder Unfälle, die die Schwarzwaldbahnstrecke blockieren." Um eine funktional taugliche und vor allen Dingen städtebaulich sinnvolle Bahnquerung zu entwickeln, wolle die Stadt in einer Machbarkeitsstudie eine geänderte Verkehrsführung prüfen lassen. Umfahrung Haslach Auf der Weiterfahrt durch das Kinzigtal kamen auch die überlegungen zur Umfahrung Haslach zur Sprache. "Der Bau einer Umgehung wäre die vorläufig letzte große Maßnahme zur Verbesserung der Verkehrssituation im Kinzigtal. Sie würde auch der Stadt Haslach und der Gemeinde Fischerbach neue Entwicklungsmöglichkeiten bieten", sagte Landrat Frank Scherer. Er hoffe, dass bald eine konsensfähige und finanzierbare Lösung gefunden werde. Bürgermeister Heinz Winkler bekräftigte dies. Bahnhalt am Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach Am Ende des Besuchs stand der geplante Bahnhalt am Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach auf dem Programm. "Ich halte es für äußerst wichtig, dass unsere großen touristischen Attraktionen im Ortenaukreis über sehr gute Verkehrsanbindungen verfügen", sagte der Landrat. Zum Fahrplanwechsel 2014 würde die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg den Haltepunkt in das Nahverkehrsnetz aufnehmen. In der Finanzplanung des Ortenaukreises seien die für den Bau der Bahnsteige erforderlichen Mittel eingeplant, so Frank Scherer. Er betonte, dass er seit seinem ersten Arbeitstag beharrlich darauf hingewirkt habe, diesen Haltepunkt in Gutach zu bekommen, denn er sei ein Gewinn für die Umwelt, für die Museumsgäste und werde noch mehr Gäste in das Museum und den Ortenaukreis führen. Trotz wiederholter Rückschläge habe er das Ziel eines Bahnhalts nie aus den Augen verloren und nutze jede Gelegenheit, auf die Notwendigkeit dieses Haltepunktes hinzuweisen. "Wir würden uns freuen, wenn das Land das Anliegen des Ortenaukreises unterstützen würde, so dass der Bau des Bahnhalts am Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof realisiert werden kann", betonten sowohl der Landrat als auch Gutachs Bürgermeister Siegfried Eckert. Das Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach ist mit rund 220 000 Besuchern im Jahr das besucherstärkste Freilichtmuseum in Baden-Württemberg und gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen im Schwarzwald. Bis heute ist dieser touristische Anziehungspunkt über öffentliche Verkehrsmittel nur durch einen Buspendelverkehr ab dem Bahnhof Hausach angebunden.