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Eine Verbesserung für drogenabhängige Menschen im Raum Kehl ist in Sicht. Der Sozialausschuss des Ortenaukreises stimmte heute der Einrichtung eines Substitutionsangebots für drogenabhängige Menschen im Raum Kehl zu und empfahl dem Kreistag, sich an den Kosten zu beteiligen. Die Versorgungsstruktur in der Substitutionsbehandlung ist seit vielen Jahren wichtiges Thema in der Kreisverwaltung, denn eine medizinische Behandlung mit Ersatzdrogen nimmt Druck von den Betroffenen: "Ein Substitutionsplatz ist ein erster entscheidender Schritt, den Suchtkreislauf zu durchbrechen und die Lebenssituation von Suchtkranken und ihren Angehörigen wesentlich zu verbessern. Besonders in der Stadt Kehl und deren Umland ist jedoch die Versorgung unbefriedigend", so Sozialdezernent Georg Benz. Nur 24 Personen seien bei fünf ärzten direkt in Kehl und Umgebung in Behandlung. In der Schwerpunktpraxis Ortenau in Offenburg würden 46 Kehler Patienten versorgt. Insgesamt gehen der Leiter der Schwerpunktpraxis Ortenau, Dr. Dirk Menzel und die Jugend- und Drogenberatungsstelle Kehl (DROBS) von einem Bedarf für 120 bis 140 Personen im Raum Kehl aus. "Leider konnte trotz intensiver Suche kein Arzt gefunden werden, der in Kehl eine Substitutionspraxis ähnlich der Schwerpunktpraxis Ortenau führen will", so Benz weiter. In gemeinsamen überlegungen der DROBS, der Stadt Kehl, des Eurodistrikts Straßburg/Ortenau und der Ortenauer Kreisverwaltung entstand die Idee, Erfahrungen aus der erfolgreichen Suchtarbeit der französischen Suchthilfeeinrichtung ITHAQUE in Straßburg einzubeziehen und mit finanzieller Unterstützung des Eurodistrikts ein grenzüberschreitendes Substitutionsprojekt Straßburg-Ortenau zu entwickeln. In einer ersten Stufe der Zusammenarbeit will der Baden-Württembergische Landesverband für Prävention und Rehabilitation eine Abgabestelle in den Räumen der DROBS in Kehl einrichten. Dort wird ein zweisprachiger französischer Substitutionsarzt, der durch deutsche ärzte unterstützt wird, Patienten aus Deutschland behandeln. Bis die Praxis kostendeckend arbeitet, ist der Träger auf die finanzielle Unterstützung durch den Ortenaukreis, die Stadt Kehl, den Eurodistrikt Straßburg-Ortenau und das Land Baden-Württemberg angewiesen. Der Sozialausschuss empfahl nun dem Kreistag, sich mit einer Anschubfinanzierung von 6000 Euro jährlich für die ersten vier Jahre und einem Zuschuss für eine zusätzliche 50-Prozent-Sozialarbeiterstelle ab dem zweiten Jahr in Höhe von jährlich 24.300 Euro zu beteiligen. Auf lange Sicht soll es auch eine zentrale Anlaufstelle für deutsche und französische Suchtbetroffene in Grenznähe auf Straßburger Seite geben, um dadurch längerfristig die Substitutionsbehandlung beidseits des Rheins zu gewährleisten.