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Im Ortenaukreis soll zukünftig in Jugendgerichtsverfahren verstärkt ein Ausgleich zwischen Täter und Opfer herbeigeführt werden. Dies beschloss der Jugendhilfeausschuss des Ortenaukreises in seiner heutigen Sitzung. Gleichzeitig empfahl er dem Kreistag, die erforderlichen Mittel in Höhe von jährlich 60.000 Euro bereitzustellen. Das Kreisjugendamt hat die Aufgabe, in Strafverfahren mit jugendlichen Straftätern zu prüfen, ob Leistungen der Jugendhilfe in Betracht kommen, die es ermöglichen, auf die Strafverfolgung durch die Staatsanwaltschaft zu verzichten. Dazu zählen neben den Hilfen zur Erziehung, soziale Trainingskurse, Antigewalttraining und der Täter-Opfer-Ausgleich. Ein Täter-Opfer-Ausgleich kommt auf Vorschlag der Staatsanwaltschaft besonders bei Delikten wie Körperverletzung oder Sachbeschädigung in Frage. Dabei unterstützt eine pädagogische Fachkraft Täter und Opfer darin, eine von beiden Seiten akzeptierte Wiedergutmachung wie Schadenersatz, Schmerzensgeld oder auch eine Entschuldigung, miteinander zu vereinbaren."Der Täter-Opfer-Ausgleich hat zwei Vorteile: Er macht dem Täter bewusst, dass er gegen elementare Verhaltensregeln verstoßen hat und für die Folgen einstehen muss. Und er ermöglicht dem Opfer mit seinem Bedürfnis nach Klärung und Wiedergutmachung ernst genommen zu werden. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen darüber hinaus, dass die Rückfallquote nach dem Täter-Opfer-Ausgleich geringer ist als nach strafrechtlichen Sanktionen. Ich bin froh darüber, dass wir dieses Mittel in Zukunft kreisweit einsetzen können", erklärt Georg Benz, Sozialdezernent des Ortenaukreises.Der Ortenaukreis wird die Durchführung des Täter-Opfer-Ausgleichs auf freie Träger der Jugendhilfe übertragen. Um für den gesamten Ortenaukreis einen Täter-Opfer-Ausgleich für Jugendliche anzubieten, bedarf es einer personellen Mindestausstattung von einer Vollzeitstelle bei den Trägern. Der Jugendhilfeausschuss beschloss, dafür die Gesamtkosten in Höhe von 60.000 Euro jährlich zu übernehmen.